Das schönste, traurigste, gefährlichste Erlebnis nach vier Monaten Weltreise

access_time 9. Juli 2019 place Weltweit local_offer , ,

Das schönste, traurigste, gefährlichste Erlebnis nach vier Monaten Weltreise

Janine   Seit über vier Monaten sind wir nun auf Weltreise. Inzwischen haben wir doch schon so einiges erlebt, an das wir uns gerne oder weniger gerne erinnern. Angefangen haben wir in Zentralamerika (Mexiko, Guatemala, Belize) , sind weiter nach Ostasien (Taiwan, Hong Kong und Macau) geflogen und touren nun in Südostasien (Thailand, Malaysia und Indonesien). In Indonesien, unserem Reiseland neun, haben wir uns entschieden, alles Revue passieren zu lassen und die besonderen Momente und Erlebnisse auf unserer Weltreise niederzuschreiben.

Das anstrengendste Erlebnis

Anstrengend aber auch lohnenswert war die 6-Tage-Wanderung durch den guatemaltekische Dschungel voller verborgener Maya-Ruinen

Herausfordernd waren gar nicht mal die täglichen Wanderungen und Kilometer, die wir zurückgelegten, sondern vielmehr der Verzicht: Kein Strom, keine Dusche, keine frischen Anziehsachen und kein Wasser zum Händewaschen. 

Ich würde diesen Verzicht jedoch immer wieder eingehen, denn wir haben so viele Maya-Ruinen gesehen, die kaum ein Mensch zu Gesicht bekommt. Und dafür muss man nun mal so lange und tief in den Dschungel hineinwandern.

Einer der verborgenen Maya-Ruinen in El Mirador

Das traurigste Erlebnis

Sowohl im malayischen Ipoh und im indonesischen Bukit Lawang leben viele kranke Katzen und Hunde. Im erstgenannten Ort lagen ein paar tote Katzenbabys auf dem Bürgersteig, während die Menschen einfach daran vorbeiliefen.

In Bukit Lawang schien es, als würde sich in der Katzenwelt eine fiese Augenkrankheit verbreiten. Denn sehr viele Katzen in dem Ort wiesen ziemlich angeschwollene, rote Augen auf. Sogar schon die ultra kleinen Kätzchen.

Das romantischste Erlebnis

Die vielen Sonnenuntergänge und Sonnenaufgänge, die wir erlebt haben zählen sicherlich zu den romantischsten Erlebnissen. Vor allem der Sonnenaufgang vom Vulkan Indian Nose in San Pedro La Laguna (Guatemala) war atemberaubend schön.

Die atemberaubende Vulkanlandschaft am Atitlan See

Das angsteinflößendste Erlebnis

Das Camping-Erlebnis auf dem noch aktiven Vulkan Acatenango in Guatemala war ziemlich angsteinflößend. Der Aufstieg war bereits recht energieraubend und dauerte den ganzen Tag. Tagsüber war es recht windstill, aber oben im Zeltlager angekommen war es stürmisch und bitterkalt.

Unser Zelt flackerte die ganze Nacht. Es schallte laut gegen die Zeltwände, sodass einschlafen unmöglich war. Es fühlte sich an, als würde der starke Wind das Zelt bald den Vulkan hinunterblasen. Zum Glück geschah dies aber nicht. 😉

Unser Camp auf dem Vulkan Acatenango

Das abenteuerlichste Erlebnis

Besonders abenteuerlich sind immer die Überfahrten in ein anderes Land. Über den Landweg in das Nachbarland einzureisen verläuft nämlich selten entspannt. Zudem gibt es auf den Straßen in Zentralamerika immer mal wieder Überfälle.

Auf unserer ersten Überland-Grenzüberquerung fuhren wir nach Guatemala. Zwar organisierten wir uns in Mexiko eine Art Begleit-Tour, die uns sicher von Mexiko nach Guatemala bringt, aber es verlief natürlich nicht alles einwandfrei.

Dass in Mexiko oder Guatemala mal jemand Englisch spricht, ist ja schon eine Seltenheit. So übersetzten spanischsprechende Touris alles für die nicht spanischverstehenden Touris, sofern der Fahrer denn überhaupt mal was von sich gab. Wir fuhren den ganzen, langen Tag, ohne das klar war, wann der nächste Halt eingelegt wurde.

Am mexikanischen Grenzposten angekommen mussten wir wider Erwarten unseren Korruptionsbeitrag für die Ausreisegebühr zahlen. 

In Guatemala angekommen, lies uns der Fahrer irgendwann an einer Tankstelle raus und sagte, dass wir auf das nächste Shuttle warten sollen. Das kam bloß nie. 

Einen ausführlichen Bericht gibt es unter “Weltreise: San Cristóbal und die Grenze zu Guatemala”.

Das überraschendste Erlebnis

Das Schwimmen in den Cenoten in Mexiko fanden wir überraschend toll.

Wer nicht weiß, was Cenoten sind: Es handelt sich um mit Süßwasser gefüllte Becken, in denen die Höhlendecke eingestürzt ist. Hier kannst du zum Thema Cenoten noch mehr nachlesen.

Wir gehen ja sonst nicht so gern ins Meer schwimmen (es sei denn es ist super sauber und kristallklar), aber in die Cenoten sind wir voller Glücksgefühle hineingesprungen. Und man kann nicht sagen, dass es reicht, eine Cenote zu besuchen. Sondern gleich ganz viele: Die sehen nämlich wirklich immer anders aus.

Einer der Cenoten, die zum Schwimmen einladen

Das “ich vermisse das in Deutschland/Österreich” Erlebnis

Wir vermissen Bürgersteige. Manchmal ist das Spazieren gehen ziemlich anstrengend, wenn man auf der Straße laufen muss. 

Vorbei an uns ziehen dann schnelle Autos, Mopeds, die auch gerne mal hupen. Hupen, um ein freundliches „Hallo“ zu sagen oder um auf Vorsichtigkeit hinzuweisen. Ich bekomme jedes Mal fast einen Herzinfarkt

Das beeindruckendste Erlebnis mit Tieren

Kaum passierten wir den Dschungel im nördlichen Sumatra zeigten sich die ersten Orangutans. Ein paar Stunden später sahen wir erneut welche, die etwas besser in Sichtweite an den Ästen hingen.

Es war sehr beeindruckend, denn von den Orang Utans gibt es nicht mehr all zu viele.

Mutter und Sohn Orangutan in Bukit Lawang

Das beeindruckendste Land

Das Land, das mir bisher am besten gefallen hat, ist Guatemala. Das liegt wohl daran, dass das Land noch sehr authentisch ist. Die Landschaft ist sehr abwechslungsreich: Vulkane, Maya-Ruinen, Wasser- und Seenlandschaft und Dschungel. Und das in all möglichen Kombinationen. Wir haben mitten im Dschungel verborgene Maya-Ruinen (El Mirador) erforscht. Wir haben eine Woche an einem großen See mit Vulkanen rundherum verbracht. 

Auf Platz 2 würde ich Indonesien (bislang haben wir nur Sumatra bereist) anführen.

Die alte Stadt Antigua in Guatemala

Das am wenigsten schönste Land

In Belize waren wir nur kurz, aber das hat ausgereicht, um einen ersten Eindruck zu bekommen. Von Guatemala aus fuhren wir von Belize City aus für ein paar Tage auf die Insel Caye Caulker. Zurück in Belize City fuhren wir über den Landweg weiter nach Mexiko.

Belize ist ein sehr kleines Land. Aber meiner Meinung nach hat es wenig zu bieten; es gibt wenig Highlights. Dafür sind die Preise für Unterkünfte und Essen bei keiner guten Qualität recht teuer. Caye Caulker ist zudem ziemlich touristisch und hat kaum Flair.

Malaysia war zwar ganz nett, hat mich aber auch “nicht vom Hocker gehauen”. 😉 Ich kann mich an keinen Wow-Moment erinnern. Das Land war eher durchschnittlich. 

Belize hat schöne Palmen am Strand, mehr aber auch nicht 😉

Das günstigste Land

In Malaysia hatten wir bisher die geringsten Ausgaben. Wir kamen für Essen, Schlafen, Fortbewegung und weiteres mit unter 20,- Euro pro Person und Tag aus. Das Essen war schlicht und einfach mega günstig. Manchmal gab es ein einfaches Gericht (wie zum Beispiel Roti) für unter einem Euro.

Das teuerste Land

Am meisten ausgegeben haben wir in Belize. Über 35 Euro gaben wir für alles aus. Eigentlich war alles teuer: Das Hotel, das Essen, die Kosten für die Fähre und die Ausreisegebühr. Wir waren überrascht, dass das teure Hong Kong immer noch günstiger war als Belize.

Das sicherste Land

Am sichersten habe ich mich in Taiwan gefühlt. Dies war sicherlich der Fall, weil wir gerade aus Zentralamerika kamen. Aber anders gesagt: Taiwan ist ein sehr zivilisiertes, gut entwickeltes Land. Von der Armut haben wir selbst nichts mitbekommen.

So mussten wir unsere Elektronik und unser Bargeld nicht jedes Mal in einem Safe verschließen, wenn wir das Zimmer verließen.

Auch konnte man ohne Befürchtungen von Dieben seine Wertsachen, wie das Handy, auf dem Tisch liegen lassen und sorgenfrei die Kamera aus der Tasche holen.

Taiwan ist hochmodern, traditionell und wir fühlten uns immer sicher

Das unsicherste Land

Am unsichersten habe ich mich in Guatemala (dem gleichzeitig schönsten Land) gefühlt. 

Das Gefühl kam gleich in der ersten Grenzstadt aus Mexiko auf (Quetzaltenango) und zog sich weiter durch.

Immer wieder bekamen wir Reisewarnungen mit, dass Wanderungen nur mit Guides und Polizei unternommen werden können. Auch sollte man sich mit Anbruch der Dunkelheit nicht mehr draußen aufhalten.

Kamera und Geld sollten nur in notwendigen Situationen aus der Tasche geholt werden. 

Das freundlichste Land

In Thailand lächeln die Menschen unglaublich viel und verbeugen sich zum Begrüßen, Bedanken oder Verabschieden. Wer kennt nicht diese dezente Verbeugung mit einem thailändischen Lächeln kombiniert? Aber ob die Thais auch so freundlich sind oder nur so tun; das ist schwierig zu beurteilen. 😉

Allerdings sind die Menschen in Sumatra (Indonesien) auch wirklich freundlich unterwegs. Die Menschen lächeln und begrüßen die Touristen sogar. Nach einiger Zeit wird das “Hello”, “Hello Sir”, Hello Miss” aber auch nervig. Häufig kommt noch ein “How are you?” hinzu. Und das rufen nicht nur die Fußgänger, sondern auch die Fahrer von Mopeds, aus Autos oder oben von Fenstern hinab. Die Menschen freuen sich, westliche Touristen zu sehen und fragen manchmal auch ganz schüchtern nach Fotos.

Das unfreundlichste Land

Als unfreundlich würde ich die Taiwaner zwar nicht bezeichnen, aber sie sind doch sehr zurückhaltend und desinteressiert. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel, wie unser Vermieter in (Hengchun).  

Außerdem sprechen die Menschen wirklich sehr schlecht Englisch (in Mexiko und Guatemala ist dies natürlich ebenso der Fall). 

Das überraschendste Land

Taiwan war das Überraschungsland schlechthin. Leider mussten wir bei der Einreise bereits ein Weiterflugticket vorzeigen, sodass wir unsere Reisedauer vorab auf drei Wochen festgelegt haben. Leider war das aber viel zu wenig Zeit, um die vielen Facetten des Landes kennenzulernen. Das Land  ist so vielseitig. 

Taiwan ist zwar nicht groß, aber durch das Gebirge fahren die Züge und Busse viele Umwege. Für einen Taiwan-Urlaub würde ich auf jeden Fall mindestens vier Wochen einplanen.

Der westliche Tourismus hat es bislang noch nicht nach Taiwan geschafft. Darum ist es für uns der absolute Geheimtipp

Das leckerste Land

Thailand war für mich als Vegetarier ein absolutes Feinschmäckerparadies. Ich dachte ja, nur Chiang Mai wäre so Veggy-friendly, aber auch der Süden bot Vielseitiges.

In vielen Restaurants gab es unzählige Gerichte ohne Fleisch. Gleichzeitig war das Essen einfach nur extrem lecker. Manche Gerichte habe ich liebend gern dreimal in Folge verspeist. 

In Thailand haben wir einen Kochkurs besucht, um selbst irgendwann mal das eine oder andere nachzukochen.Auch Malaysia war ein sehr leckeres Land. Die indische Küche mit der malaysischen kombiniert gab viele leckere Gerichte auch für Vegetarier her: Unzählige Roties, Tossai und Murtabak. Das sind alles besondere Brotsorten gefüllt mit Allerlei.

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Kommentare

Diana

Das war sehr spannend zu lesen und man bekommt richtig Lust auf eine Weltreise. So viel spannendes, schönes und unerwartetes zu erleben, muss sehr berreichernd sein. Und wie schön, dass ihr Orangutans gesehen habt. Taiwan hätte ich bisher auch nicht auf meiner Reiseliste gehabt, bin nun aber neugierig geworden nach euren Erfahrungen.

Liebe Grüße,
Diana

    Janine

    Liebe Diana,
    vielen Dank für die lieben Worte. ;) Und es freut mich zu lesen, dass Taiwan deine Neugierde geweckt hat.

    LG, Janine

Britta

Einfach toll, wie das Reisen und die Erlebnisse dabei einen Mensch verändern! Nach dieser Rwi seid ihr nicht mehr die selben sondern um viele Erfahrungen reicher! Die Maya-Wanderunfmg klingt toll!

Liebe Grüße
Britta von www.fraufreigeist.de

    Janine

    Hallo Britta,
    das trifft definitiv zu. ;)
    LG, Janine

Marie

Wow, man kann es nicht anders sagen - da hast du echt viel erlebt! So lange Wanderungen stelle ich mir echt anstrengend vor. Und Sonnenuntergänge finde ich sooo schön!
Viele liebe Grüße
Marie

    Janine

    Hallo Marie,
    definitiv ist es anstrengend, aber man wird ja immer wieder aufs Neue belohnt. ;)
    LG, Janine

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