access_time 27. April 2019 placeTaipei, Taiwan local_offer Städte, Weltreise

Weltreise: Taipei – Hinein in eine andere Welt

Stefan An unserem ersten Tag in der Hauptstadt von Taiwan tauchten wir gleich ein in das Großstadtleben. Viele Farben, Gerüche und eine neue Sprache empfingen uns in Taipei. Wie grün diese Metropole ist, sahen wir bei unserer Wanderung auf den Elephant Mountain.

Wir sind seit Februar 2019 auf Weltreise. Hier findest du einen Überblick über alle Weltreise-Artikel.

Tag 54: Eintauchen in den Großstadtdschungel

Nach unserer gestrigen Ankunft waren wir bald müde ins Bett gefallen. Unser Zimmer hatten wir schnell gefunden, es lag in unmittelbarer Nähe zur U-Bahn (“MRT”) Station.

Überraschenderweise – sicher auch wegen des großen Schlafmangels – schafften wir es, einigermaßen durchzuschlafen. Immerhin beträgt die Zeitdifferenz zwischen Mexiko und Taiwan 13 Stunden; da kann der Schlafrhythmus schon ordentlich durcheinander kommen.

Als wir einigermaßen fit aus dem Bett stiegen, beschlossen wir, den ersten Tag in Taipei zu nutzen, zu Fuß die nähere Umgebung kennenzulernen.

Nur wenige Meter neben unserer Unterkunft lag ein 7-Eleven Kiosk. Hier kauften wir unser heutiges Frühstück: süßes Weißbrot mit einer puddingartigen Füllung, dazu Kaffee aus der Dose. Kein kulinarischer Leckerbissen, aber doch ganz gut und sättigend.

Gestärkt vom Frühstück blickten wir uns erst einmal um. Unsere Wohnung in Taipei lag in einem kleinen Netz aus Seitenstraßen, die hauptsächlich von Fußgängern benutzt wurden. Auch wenn gelegentlich ein Auto oder ein Roller durch diese Straßen fuhren, hatten sie irgendwie das Flair einer kleinen Fußgängerzone. Überall entlang dieser Straßen fanden wir kleine Restaurants, Cafés oder andere Läden. Etwas hinter der pulsierenden Hauptstraße gelegen wirkten diese Gässchen wie ein Ruhepol, in denen man der Hektik etwas entfliehen konnte.

Als unser erstes Ziel steuerten wir das Chiang Kai-shek Memorial an, einem Denkmal, das an einen langjährigen taiwanischen Präsidenten erinnern soll. Das bombastische, weiße Gebäude liegt an einem großen Platz, an dem sich auch das nationale Theater und die nationale Konzerthalle befinden.

Auf dem Weg dorthin waren wir schon beeindruckt von der Größe der Stadt – während unserer Weltreise hatten wir bislang noch keine dieser Größenordnung kennengelernt. Taipei selbst hat rund 2,6 Millionen Einwohner, ist allerdings umgeben von Neu-Taipei mit weiteren 4 Millionen Einwohnern.

Überall in der Stadt gingen wir vorbei an riesigen Wolkenkratzern und konnten aus der Ferne auch den Taipei 101 Tower erkennen: das ehemals höchste Gebäude der Welt.

Vom Memorial aus ließen wir uns ein bisschen durch die Stadt treiben. Ohne wirklich auf der Suche nach einem bestimmten Ort zu sein, kamen wir von einem interessanten Ort zum nächsten.

Ein bisschen Kulturschock war nun doch dabei, konnten wir spanische Wörter und Sätze zumindest doch einigermaßen Lesen und mit etwas Glück auch verstehen, so war das mit den chinesischen Schriftzeichen in Taiwan gar nicht mehr möglich. Hilfreich allerdings: oft gab es englische Übersetzungen, die einem auch ohne Chinesischkenntnisse die Orientierung ermöglichten.

Wie lange wir durch die Stadt spaziert waren, konnten wir gar nicht mehr sagen, jedoch schafften wir es, irgendwie wieder zurück zu unserer Wohnung zu gelangen. Eins war uns nach der ersten Runde in der Stadt allerdings klar: Taipei würde sehr viele Eindrücke hinterlassen.

Erschöpft vom Spaziergang, machte sich auch der Jetlag etwas bemerkbar und wir beschlossen uns im Zimmer etwas auszuruhen.

Irgendwann am Abend wurde unser Hunger immer größer und wir beschlossen auf der Suche nach Essbarem noch einmal eine Runde zu gehen. Als wir die Haustüre öffneten, empfing uns strömender Regen; also musste das Essen doch noch etwas warten.

Später war der Regen abgeklungen und die Sonne hinter dem Horizont verschwunden. Draußen auf der Straße empfingen uns bunte Lichter, die am nassen Boden in alle Richtungen reflektierten. Gemütlich schlenderten wir in Richtung eines Nachtmarkts, den wir auf unserer ersten Runde entdeckt hatten.

Viele Gerüche schlugen uns entgegen, als wir durch den schmalen Pfad zwischen den Verkaufsständen spazierten. Ein exotisches Gericht nach dem anderen wurde hier von den Händlern angeboten. Ein paar der Gerichte waren auch auf Englisch ausgeschildert, die Mehrzahl konnten wir jedoch ohne Chinesischkenntnisse nicht zuordnen. Eins war allerdings klar: hier etwas Vegetarisches für Janine zu finden war nahezu unmöglich. Wir hatten zwar vom Tipp gehört, nach buddhistischem Essen Ausschau zu halten, da dies oft vegetarisch sei, konnten aber auf die Schnelle keines finden.

Also beschlossen wir abseits des Nachtmarktes noch nach etwas Essbarem zu suchen. Fündig wurden wir dann in einer kleinen Bäckerei “Ji Long Tang”. Diese hatte eine große Auswahl an – größtenteils süßem – Gebäck; freundlicherweise wurden wir sogar auf Englisch auf eine “1+1 gratis”-Aktion hingewiesen, die wir gerne in Anspruch nahmen. So waren wir auch für das Frühstück am nächsten Tag gerüstet.

Chiang Kai-shek Memorial

Das Chiang Kai-shek Memorial – ein riesiges Gebäude zu Ehren des früheren Präsidenten.

Musikhalle von Taipei

Am selben Platz wie das Chiang Kai-shek Memorial liegt auch die große Musikhalle.

Autobahn über einer Straße in Taipei

Zum ersten Mal auf unserer Weltreise besuchten wir in eine Millionenstadt.

Bunte Farbe in der Nacht in Taipei

In der Nacht reflektierte die nasse Straße die bunten Farben der Stadt.

Straßenstände auf einem Nachtmarkt in Taipei

Auf einem Nachtmarkt gibt es viele exotische Gerichte.

Süße Brötchen Bäckerei in Taipei

Süße Brötchen hatten wir uns für das nächste Frühstück mitgenommen.

Tag 55: Elephant Mountain und heiße Quellen

Etwas weniger müde als am Vortag, zeigte sich, dass wir uns noch nicht vollkommen an die neue Zeitzone gewöhnt hatten. Bereits gegen 3:30 Uhr in der Früh waren wir beide vollkommen munter und waren uns einig, dass an Schlaf nicht mehr zu denken war.

Da wir am Vortag schon ans Frühstück gedacht hatten, brauchten wir gar nicht aus unserem Zimmer, um die erste Mahlzeit des Tages zu uns zu nehmen. Während des Frühstückens suchten wir auch nach Ideen, wie wir den heutigen Tag verbringen konnten.

Wir hatten gelesen, dass sich am Ende der roten U-Bahn Linie der sogenannte Elephant Mountain befinden sollte. Ein kleiner Hügel mit einer tollen Aussicht über die Stadt – und dem großen Taipei 101 Gebäude, dem wir auch einen Besuch abstatten wollten.

Sobald es – gegen 6 Uhr – draußen hell war, machten wir uns auf den Weg zur U-Bahn Station. Was uns wirklich überraschte war, wie wenige Leute um diese Uhrzeit unterwegs waren. In einer Stadt mit der Größe von Taipei hatten wir nicht damit gerechnet, dass zu irgendeiner Uhrzeit die Stadt wie verlassen vor uns liegen würde.

Als wir allerdings an der Endstation Xiangshan angekommen waren, wurden wir eines Besseren belehrt. Viele – vor allem ältere Menschen – hatten sich schon in einem Park eingefunden, um dort Tai-Chi, Yoga oder anderen Morgensport zu betreiben. So leer die großen Straßen in der Stadt gewesen waren, so voll war die Parkanlage um diese Zeit.

Auch am Weg, der auf den Elephant Mountain führte, trafen wir viele ältere Menschen, die – wie wir – einen Morgenspaziergang machen wollten —, obwohl Morgenwanderung wahrscheinlich das bessere Wort dafür wäre.

Viele steinerne Stufen führten steil den grünen Berg hinauf. Die feuchte warme Luft brachte uns schon nach wenigen Metern gehörig ins Schwitzen. Immer weiter stiegen wir aufwärts, dabei passierten wir einige Aussichtspunkte. Je höher wir kamen, desto beeindruckender wurde die Aussicht.

Auch die Größe des Taipei 101 – verglichen mit den anderen, ebenfalls hohen Gebäuden – wurde uns so richtig bewusst. Der Taipei 101 Turm war so hoch, dass seine Spitze gänzlich von den Wolken verschluckt worden war.

Auf dem Weg nach oben entdeckten wir auch, wie vielfältig und gut beschrieben die Wanderwege hier waren. Dachten wir anfangs, es gäbe nur einen Weg hier auf den Elephant Mountain hinauf, so ahnten wir bald, dass sich ein riesiges Netz an Wanderrouten, direkt von der Stadt aus, in alle Richtungen erstreckte.

Eine große Plattform – scheinbar am höchsten Punkt des Elephant Mountain – beschlossen wir als unser Ziel festzulegen und genossen den Blick über die Stadt. Auch hier trafen wir zwei ältere, aktive Männer, die konzentriert ihre Turnübungen ausführten. Trotz des Altersunterschieds schienen die beiden weniger zu schwitzen als wir.

Wir beschlossen denselben Weg wieder hinab in die Stadt zu steigen und trafen beim Abstieg viele weitere aktive Menschen. Interessanterweise hatten einige von ihnen Lautsprecher eingesteckt, über die sie laut taiwanische Musik hörten.

Wieder unten am Park angekommen, gingen wir diesmal nicht wieder Richtung U-Bahn, sondern schlugen den Weg direkt zum Taipei 101 Gebäude ein. Ob seiner Ausmaße war es ein Leichtes es zu finden – 508 Meter hoch ist das Bauwerk. Je näher wir kamen, desto weiter schien der Turm in den Himmel zu wachsen. Mittlerweile hatten sich auch die Wolken aufgelöst und das Gebäude war in seiner vollkommenen Höhe für uns sichtbar.

Von einer Fahrt zur Aussichtsplattform sahen wir allerdings ab, und beschlossen zurück in unsere Wohnung zu fahren. Immerhin waren wir jetzt schon seit sieben Stunden wach und durch die Wanderung auch ganz schön erschöpft. Ein bisschen die Augen zuzumachen klang da sehr verlockend.

Als Nachmittagsausflug beschlossen wir die U-Bahn nach Beitou zu nehmen. Hier – hatten wir gehört – sollte es heiße Quellen geben. Von der Bahnstation mussten wir noch einige Minuten gehen, bis wir an einen Fluss kamen. Rund um den Fluss sahen wir schon einige Hotels, die sich als Thermal-Hotels betitelten. Viele Wegweiser (auf Chinesisch und englisch) führten uns immer weiter hinein in das Thermal-Valley (“Thermal-Tal”).

Immer wieder gingen wir auch über dampfende Kanalgitter, aus denen ziemlich heiße Luft und Wasserdampf strömten. Wir kamen auch an einem öffentlichen Thermalbad vorbei, aufgrund der hohen Temperaturen konnten wir uns allerdings nicht vorstellen, auch noch in ein Becken mit heißem Wasser zu steigen.

Am Ende unseres Wegs erreichten wir einen kleinen, dampfenden Teich. Auf einem Hinweisschild lasen wir, dass die Wassertemperatur hier bei rund 90°C lag — wohl etwas zu heiß, um darin schwimmen zu gehen.

Ab und zu blies der Wind heißen Dampf in Richtung des befestigten Weges, der auf einer Seite dem Teich entlang führte. Was für eine Hitze!

Auf dem Weg zurück zur U-Bahnstation brauchten wir dringend eine Erfrischung. Während ich in einem 7-Eleven Shop einen Eistee kaufte (tatsächlich ohne Zucker), beschloss Janine wahrscheinlich sowas wie das Nationalgetränk Taiwans zu probieren: Bubble-Tea. Gelegentlich bekommt man diesen mittlerweile auch schon in Europa zu kaufen, hier gibt es diesen aber fast an jeder Ecke. Einfach gesagt handelt es sich dabei um einen Eistee, mit kleinen Stückchen Frucht oder Geleeperlen, den man durch einen Strohhalm – mit überdimensionalen Durchmesser – trinkt.

Auf unserem Weg zurück stiegen wir an der Shilin Station aus. Hier sollte es einen großen Nachtmarkt geben, leider waren wir noch zu früh dran. Deshalb beschlossen wir fürs erste die Umgebung rund um die Station zu erkunden.

In der Nähe befand sich die Residenz des ehemaligen Präsidenten Chiang Kai-shek. Da wir von der historischen Bedeutung nichts wussten, waren wir überrascht wie viele – taiwanische und chinesische(?) – Touristen sich hier durch die kleinen Wege des Parks schoben.

Nachdem wir dem Treiben ein bisschen zugesehen hatten, beschlossen wir nun trotzdem zum Nachtmarkt zu gehen, obwohl wir nicht glaubten, dass dort um 16:00 Uhr schon viel los sein würde. Wie gedacht, war hier noch alles ausgestorben; hier würden wir wohl nichts zu Essen finden.

Am Vortag hatten wir in einem Einkaufszentrum in unmittelbarer Nähe unserer Unterkunft einen großen Foodcourt entdeckt, den wir nun als unser nächstes Ziel ansteuerten. Hungrig wie wir waren, wollten wir dort einmal in die taiwanische Küche eintauchen.

Auch wenn hier einige der Kleinrestaurants ihre Speisen auf Englisch ausgeschrieben hatten, war es wieder schwierig herauszufinden, was man bei seiner Bestellung tatsächlich orderte. Lässt man sich gerne überraschen, ist das kein Problem, will man allerdings auf Fleisch, Fisch, oder anderes verzichten, fiel einem das hier ziemlich schwer.

Trotzdem schafften wir es irgendwie was Essbares zu bestellen. Die nächste Schwierigkeit wartete allerdings schon: Natürlich wurde hier in Asien mit Essstäbchen gegessen, für uns ungeübte Europäer natürlich eine gewisse Herausforderung. Auch wenn es etwas länger dauerte, schafften wir es dann doch satt zu werden.

Auf dem Weg zurück in unsere Unterkunft kauften wir uns an einem Kiosk noch ein taiwanisches Bier. Anders als in Mexiko, wo häufig Mais für den Brauprozess verwendet wurde, ist es hier Reis, der als zusätzliche Zutat verwendet wird. Mir persönlich schmeckte das Reisbier auf jeden Fall um einiges besser.

Was für ein aufregender Tag das wieder gewesen war. Wir freuten uns schon auf den nächsten Tag, da wollten wir nämlich mal etwas weiter raus aus der Stadt.

Elephant Mountain Skulptur

Als Morgenwanderung hatten wir beschlossen auf den Elephant Mountain zu steigen.

Wegweiser am Elephant Mountain

Durch die gute Beschilderung fanden wir den Weg auf den Elephant Mountain sehr leicht.

Blick vom Elephant Mountain auf das Taipei 101

Viele grüne Berge umgeben die Stadt Taipei.

Taipei 101 von unten

Direkt unter dem Taipei 101 merkt man erst, wie groß der Turm wirklich ist.

Dampfender See im Thermal Valley

Ein heißer, dampfender See liegt am Ende des Thermal Valley.

Bubble Tea in Taipei

Das taiwanische Nationalgetränk: Bubble-Tea

Hühner-Laksa in Taipei Footcourt

Vielfältiges Essen findet man in Taipei…

Suppe in Foodcourt in Taipei

…auch wenn man nicht immer genau weiß, was man da isst.

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