Weltreise: Der Kenting Nationalpark – Der südlichste Punkt Taiwans

access_time 6. Mai 2019 place Hengchun/Kenting, Taiwan, China local_offer , , ,

Weltreise: Der Kenting Nationalpark – Der südlichste Punkt Taiwans

Stefan  Zur Abwechslung stand nun wieder ein Nationalpark auf unserem Reiseplan. Wir fuhren von Kaohsiung in den Süden von Taiwan und machten dort mit einem Motorroller den Kenting Nationalpark unsicher. Dabei unterschätze ich etwas meine Fahrkünste…

Wir sind seit Februar 2019 auf Weltreise. Hier findest du einen Überblick über alle Weltreise-Artikel.

Tag 64: Ankunft in Hengchun beim Kenting Nationalpark

Zwei Stunden nach unserer Abfahrt in Kaohsiung erreichten wir die Stadt Hengchun. Mit ihren rund 30.000 Einwohnern ist die Stadt im Vergleich mit Kaohsiung eher ein kleines Dorf. Durch die Lage direkt am Nationalpark bietet Hengchun eine gute Ausgangslage für Ausflüge in den Kenting Nationalpark.

Gebucht hatten wir ein Zimmer im „You Know B&B“* . Wir hatten zuvor eine Nachricht erhalten, dass wir ein Zimmer an einem anderen Standort bekommen hatten, das außerdem noch näher im Stadtzentrum gelegen war. Auch wenn wir noch etwas Zeit bis zur vereinbarten Check-In-Zeit hatten, beschlossen wir unser Glück zu versuchen und standen bald vor unserer Unterkunft.

Mithilfe eines Nachbarn informierten wir unseren Host über unsere Ankunft; dieser empfing uns sogleich freundlich. Mit Unterstützung von Google Translate erklärte der Host uns die Hausregeln und zeigte uns danach unser Zimmer. Dieses wirkte nagelneu und war auch angenehm groß.

Am Abend machten wir noch eine kleine Entdeckungstour durch die Stadt und schlenderten durch die alten Straßen der Stadt. Es waren sogar noch alte Stadttore und ein Teil der ehemaligen Stadtmauer erhalten. Unterwegs kauften wir uns eine Kleinigkeit zu essen. Außerdem versuchten wir Rollerverleihe ausfindig zu machen. Da gefühlt jeder Einwohner mit dem Roller unterwegs war, war es allerdings schwierig zu unterscheiden, ob wir vor einem Rollerverleih standen, oder hier bloß viele Leute parkten.

Wir beschlossen unsere Suche am nächsten Tag fortzusetzen und gingen zurück zu unserer Unterkunft. Als hätte er unseren Wunsch von den Lippen abgelesen, empfing uns unser Host mit der Frage, ob wir nicht für unseren Aufenthalt einen Motorroller bräuchten.

Wir bejahten freudig und vereinbarten am nächsten Morgen alles Weitere zu klären.

Ein Stück der alten Stadtmauer von Hengchun ist auch heute noch vorhanden.
Ein Stück der alten Stadtmauer von Hengchun ist auch heute noch vorhanden.
Das alte Südtor steht heute mitten in einem Kreisverkehr.
Das alte Südtor steht heute mitten in einem Kreisverkehr.

Tag 65: Eine Rollerfahrt ist lustig…

Pünktlich um 9 Uhr morgens standen wir im Eingangsbereich unserer Unterkunft. Als wir die Türe öffneten, wartete draußen bereits eine Taiwanerin samt Roller. Nachdem wir die Formalitäten geklärt hatten – ein (chinesiches) Formular ausfüllen, Foto vom internationalen Führerschein machen –, besaßen wir für die nächsten zwei Tage einen eigenen Motorroller und zwei Helme. Dafür bezahlten wir gesamt 800 NT$ (rund 23,10 Euro).

Als wir endlich herausgefunden hatten, wie sich der Roller starten ließ (Bremse drücken nicht vergessen!), fuhren wir vorsichtig unsere ersten Meter. Leider war der Tank so gut wie leer, deshalb mussten wir als erstes Ziel eine Tankstelle ansteuern.

Bis jetzt hatten wir nicht auf Tankstellen achten müssen, deshalb hatten wir auch keine Ahnung, welche Richtung wir am besten einschlagen sollten. Nachdem Janine in einem 7-Eleven nachgefragt hatte, wies uns eine Einheimische den ungefähren Weg.

Für 120 NT$ (rund 3,50 Euro) füllten wir den 4-Liter-Tank des Mopeds. Endlich konnte es losgehen. Langsam gewöhnten wir uns an den Roller und machten uns auf zur Küste. Im Gegensatz zu einer Fahrt im Auto, konnten wir unser Handy nicht andauernd als Navigationsgerät verwenden, weshalb wir uns auf unseren Orientierungssinn verlassen mussten.

Irgendwie schafften wir es nach einigen Minuten Fahrt den Baisha Strand zu erreichen. Eine Tafel wies uns darauf hin, dass hier Szenen für den Film “Life of Pi” gedreht worden waren. Auch wenn der schöne Sandstrand zum Baden einlud, waren kaum Leute im Wasser. Beliebter waren da ein paar Felsen am Rand des Strandes, an denen einige Besucher Fotos schossen. Da mussten wir uns einfach anschließen.

Danach stiegen wir wieder auf unseren Motorroller und fuhren der Küste entlang weiter. Irgendwann gelangten wir zum Maotibou Park. Für das Parken des Rollers wurden hier 10 NT$ (rund 30 Cent), für den Parkeintritt 60NT$ (rund 1,70 Euro) fällig. Viel gab es hier allerdings nicht zu sehen. Zwei Aussichtsplattformen auf einer Klippe boten allerdings einen Überblick über die Küste, die wir nun weiter entlang fahren sollten.

Wir setzten unseren Weg Richtung der Ortschaft Kenting (ja, genau wie der Park) fort. Unterwegs machten wir große Augen: Mitten im Nationalpark hatte man tatsächlich ein Atomkraftwerk gebaut. Scheinbar hielt man diese Kombination hier durchaus für zulässig. Am Badestrand von Kenting konnte man so mit direktem Blick auf ein Kernkraftwerk im Meer baden. Nicht ganz unser Fall. Also fuhren wir weiter.

Langsam merkten wir, wie unser Hunger immer größer wurde. Konditioniert von den letzten Wochen hielten wir an, als wir einen 7-Eleven Shop sahen. Doch zum Glück entdeckten wir zuvor ein Restaurant, das sich direkt daneben befand. Auf dem Menü schien es auch vegetarische Gerichte zu geben: also nichts wie rein.

Wir setzten uns an einen langen Tresen. Besser gesagt war es eine Kombination aus einer riesigen Kochfläche und einem Tisch. Hier wurde direkt vor unseren Augen unsere gewählten Gerichte zubereitet. Dazu gab es – wie auch schon in anderen Restaurants – kalten Grüntee zum selbst Nachschenken.

Satt setzten wir die Mopedtour fort. Wir ließen die Hauptstraße hinter uns und bogen links ab. Von hier aus fuhren wir den Hügel hinauf Richtung der „Kenting National Forest Recreation Area“, wie sie so schön auf den Wegweisern bezeichnet wurde. Auch hier mussten wir wieder Eintritt bezahlen. Inklusive Abstellticket für unseren Roller waren das 220 NT$ (rund 6,40 Euro).

Dieser Eintritt erwies sich als absolut angebracht, hier gab es wirklich viel zu entdecken. Der ganze Park war in verschiedene Bereiche eingeteilt, wo unterschiedliche Pflanzen gezüchtet wurden. Für uns am interessantesten war der Pfad, der einen Hügel hoch und quer durch den dichten Wald führte. Immer wieder mussten wir durch schmale Felsspalten klettern und sogar eine lange Höhle durchqueren. Auch der Park war wieder ein Beweis dafür, dass die Spazierwege und Wanderwege in Taiwan generell sehr gut ausgebaut sind.

Mitten im Wald standen wir plötzlich vor einem großen Aussichtsturm. Dieser war sogar mit einem Lift ausgestattet, mit dem wir bis in den 6. Stock fuhren. Hier fanden wir ein Restaurant vor, stiegen aber gleich die Treppen in den siebten und letzten Stock des Turmes hoch. Dort befand sich eine große Aussichtsplattform, von der aus wir einen großen Teil des Nationalparks überblicken konnten. Wir sahen sogar ganz bis zum südlichsten Zipfel von Taiwan.

Auf der Aussichtsplattform war es jedoch so windig, dass wir es nur wenige Minuten hier aushielten. Diesmal benutzen wir das Treppenhaus und stiegen den Turm wieder hinab. Auf einer Karte hatten wir gesehen, dass es noch einen Pfad quer durch den Wald gab und spazierten los. Ein betonierter Pfad führte durch verschiedene Stellen des Waldes. Beeindruckend waren vor allem die Stelle, an der viele Luftwurzeln von den Bäumen hingen.

Nachdem wir dem Rundweg wieder zurück zur Aussichtsplattform gefolgt waren, beschlossen wir, den Park zu verlassen. Das Wetter hatte sich in der Zwischenzeit verschlechtert und wir befürchteten in einen Regenschauer zu kommen.

Ohne weiteren Stopp fuhren wir zurück zu unserer Unterkunft in Hengchun. Unterwegs hatten wir schon einige Regentropfen abbekommen. Da der Wetterbericht für den nächsten Tag besser ausschaute, ließen wir den Roller für den Rest des Tages stehen.

Der Baisha Strand ist einer der beliebtesten Strände im Kenting Nationalpark.
Der Baisha Strand ist einer der beliebtesten Strände im Kenting Nationalpark.
Wie viele andere auch, nutzte wir den Strand für ein paar Fotos.
Wie viele andere auch, nutzte wir den Strand für ein paar Fotos.
Der Blick auf das Kernkraftwerk vom Strand war für uns gewöhnungsbedürftig.
Der Blick auf das Kernkraftwerk vom Strand war für uns gewöhnungsbedürftig.
Vom Aussichtsturm konnten wir bis zur Südspitze Taiwans sehen.
Vom Aussichtsturm konnten wir bis zur Südspitze Taiwans sehen.
Durch Felsen und Luftwurzeln führte ein gut gepflegter Wanderweg.
Durch Felsen und Luftwurzeln führte ein gut gepflegter Wanderweg.

Tag 66: …, eine Rollerfahrt tut weh

Nach einem schnellen Frühstück im Zimmer (Toastbrot mit Erdnussbutter), schwangen wir uns wieder auf unseren Roller. Heute wollten wir bis zum südlichsten Punkt von Taiwan und über eine große Runde wieder zurück nach Hengchun fahren.

Das Rollerfahren funktionierte mittlerweile ganz gut und wir fühlten uns immer sicherer. Wohl zu sicher: Beim Ausparken an einem Halt überschätzte ich meine Fahrkünste und fiel. Dabei brach einer der Rückspiegel ab. Zum Glück konnte ich den Roller davor bewahren eine Mauer hinunterzustürzen, jedoch holte ich mir ein blutiges Knie.

Es erwies sich als gut vorausgedacht, immer ein kleines Erste-Hilfe-Set im Rucksack dabei zu haben. So konnte ich die Schürfwunde schnell desinfizieren und verbinden.

Nach kurzer Überlegung entschieden wir uns, unsere Fahrt trotzdem fortzusetzen. Wir waren nicht mehr weit vom südlichsten Punkt entfernt; ob wir denselben Weg zurück oder den Rundweg zu Ende fuhren, würde kaum einen Unterschied machen.

An einem Parkplatz ließen wir unseren Roller wieder stehen und folgten einem Weg zum Meer. Hier markierte eine Skulptur das südliche Ende von Taiwan. Abgesehen davon sahen wir, wie das stürmische Meer an die Küste brauste.

Weiter ging es für uns mit dem Roller entlang der Steilküste. Immer wieder war der Wind so stark, dass wir unser Tempo weiter reduzieren mussten. An einem Aussichtspunkt – an dem auch mehrere Reisebusse parkten – war der Wind mitunter so stark, dass es schwierig war, gerade stehenzubleiben. Die unbeschreibliche Küstenlandschaft war den Halt aber allemal wert.

Von hier aus fanden wir kaum noch Höhepunkte entlang der Strecke vor. Da wir nun im Landesinneren weiterfuhren, war der Wind hier allerdings etwas schwächer. So konnten wir die Fahrt etwas mehr genießen als wir durch das ländliche Taiwan brausten.

Kurz vor Hengchun blieben wir noch einmal stehen. Ein besonderes Naturschauspiel erwartete uns hier. Aus Erdspalten strömte hier während der trockenen Jahreszeiten Gas, das sich entzündete. So brannten hier mitten auf einer kleinen Fläche inmitten der Natur kleine Feuerchen aus Steinhaufen. Wir wunderten uns, dass es dadurch nicht zu größeren Waldbränden führte, das Feuer schien aber ganz gut unter Kontrolle zu sein.

Zurück in Hengchun waren wir froh wieder zurück zu sein. Die Fahrt war doch ganz anstrengend gewesen und mein Knie schmerzte auch noch ein wenig.

Später klopfte unser Host an unsere Zimmertür. Ihm war der fehlende Rückspiegel des Rollers aufgefallen und erkundigte sich, ob alles in Ordnung war. Wir erzählten – so gut es ging – von meinem Ungeschick.

Unser Host beschwichtigte uns; wir sollten uns bloß keine Sorgen machen. Er rief die Roller-Vermieterin an, die dann auch gleich kam. Auch sie sah den Schaden gelassen. Für 200 NT$ (rund 5,80 Euro) würde sich das reparieren lassen. Sie würde den Roller sofort zu einer Werkstatt fahren und uns zurückbringen, sobald er fertig repariert war. Mittlerweile hatten wir allerdings schon genug gesehen und versuchten ihr zu erklären, dass wir den Roller nicht weiter benötigten.

Als wir ihr den Schlüssel für den Roller und die 200 NT$ für die Reparatur geben wollten, weigerte sie sich, das Geld anzunehmen: Wir seien fast nur einen Tag unterwegs gewesen, obwohl wir den Roller für 2 Tage gemietet hatten; sie könne das Geld nicht annehmen. Stattdessen bestand sie darauf, dass wir die Miete für den zweiten Tag abzüglich der Reparaturkosten wieder zurücknahmen. So ließ sie uns etwas perplex und mit 200 NT$ in der Hand zurück. Damit hatten wir nicht gerechnet.

Wir ließen den Tag gemütlich ausklingen. Unsere Zeit in Hengchun war auch schon wieder fast vorbei. Das Packen beschlossen wir auf den nächsten Tag zu verschieben. Dann ging es zurück nach Kaohsiung und von dort in die Nachbarstadt Tainan.

Langsam gewöhnten wir uns ans Rollerfahren, wurden aber etwas zu sicher…
Langsam gewöhnten wir uns ans Rollerfahren, wurden aber etwas zu sicher…
Am südlichsten Punkt Taiwans führte ein Weg bis ans Meer.
Am südlichsten Punkt Taiwans führte ein Weg bis ans Meer.
Das Wetter war außergewöhnlich stürmisch.
Das Wetter war außergewöhnlich stürmisch.
Die Klippen waren Teil einer beeindruckenden Küstenlandschaft.
Die Klippen waren Teil einer beeindruckenden Küstenlandschaft.

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