access_time 24. März 2019 place San Pedro La Laguna/Atitlán See, Guatemala local_offer

Weltreise: Vulkane, Wasser und Entspannung am Atitlán See

Stefan   Einige ruhige Tage am Atitlán See hatten wir nach den ersten (fast) drei Wochen unserer Weltreise eingeplant. Dafür mieteten wir uns in San Pedro La Laguna ein kleines Häuschen. Als Abwechslung wollten wir auch vor eine Sonnenaufgangstour machen und den San Pedro Vulkan besteigen. Doch dann kam es anders.

Wir sind seit Februar 2019 auf Weltreise. Hier findest du einen Überblick über alle Weltreise-Artikel.

Tag 19 und 20: Entspannung am See

Fast drei Wochen waren wir nun schon in Mexiko und Guatemala unterwegs; höchste Zeit für eine kleine Verschnaufpause. Somit buchten wir uns ein kleines Häuschen am Atitlán See gleich direkt für sechs Tage. Unser Motto für die ersten beiden vollen Tage am See war Entspannung pur.

Diese Tage bestanden zum größten Teil daraus, gemütlich in unserem kleinen Häuschen zu sitzen – oder auf der kleinen Veranda davor –, in einem der vielen Restaurants etwas essen zu gehen, oder San Pedro La Laguna zu erkunden.

Der kleine Ort direkt am Atitlán See wirkt zweigeteilt. Direkt am Wasser befindet sich die Zone der Touristen. Hier reihen sich Restaurants, Bars, Hostels, Tourismusbüros und kleine Shops aneinander. Alles an einem Platz was das Touristen Herz begehrt.

Auf keinen Fall darf man allerdings annehmen, dass die Stadt komplett überrannt von Touristen ist. Nein! Hauptsächlich gemütliche Backpacker, Alternative und Aussteiger tummelten sich während unserer Zeit hier in San Pedro.

Der zweite Teil der Stadt befindet sich etwas höher am steilen Berg, an dessen Hang San Pedro La Laguna liegt. Kaum waren wir etwas raus aus dem Tourstinbezirk spaziert, merkten wir die Veränderung. Keine Touri-Restaurants und Bars waren hier mehr zu finden; stattdessen gab es im eigentlichen Zentrum der Stadt einen kleinen Markt und ein paar Straßenrestaurants.

Allgemein ist San Pedro La Laguna ein ruhiger Ort. Es gibt nur eine Ausnahme: die Tuk-Tuks! Vor den kleinen knatternden, dreirädrigen Moped-Taxis, war man selbst in den schmalsten Gassen nicht sicher. Regelmäßig zwangen sie einen auf die Seite zu springen und den Weg freizumachen.

Was wir vielleicht schon gerne vorher gewusst hätten, war, dass es in San Pedro La Laguna keinen einzigen größeren Supermarkt gibt. Die Preise von Lebensmitteln in den kleinen Läden der Stadt sind – im Vergleich zu Supermarktware – relativ teuer. Dementsprechend kamen wir wieder von unserem Plan, hier auch öfter selbst zu kochen, wieder ab; Um 3-4 Euro pro Gericht konnte man in San Pedro auch ganz gut Essen gehen. Eine große Flasche Bier (1 Liter) zum Essen kostete meistens an die 3 Euro.

San Pedro La Laguna liegt am Atitlán See

San Pedro La Laguna ist ein nettes kleines Städtchen am Atitlán See.

Gasse in San Pedro La Laguna

Viele Resturants, Bars und kleine Läden gibt es in den Gassen von San Pedro La Laguna.

Tuk Tuk in San Pedro La Laguna.

Laut knattern sie durch die engen Gassen: Die vielen roten Tuk-Tuks.

Tag 21: Sonnenaufgang auf der “Indian Nose”

Zur Abwechslung hatten wir beschlossen an diesem Tag mal wieder etwas zu unternehmen. Genauer gesagt, hatten wir unsere Wecker bereits auf 3:30 Uhr gestellt, um zum Sonnenaufgang auf die – sogenannte – Indian Nose zu wandern. Den Namen hat die Felsformation seinem Aussehn zu verdanken. Mit viel Fantasie sieht der Berg nämlich wie ein schlafender Maya-Häuptling aus.

Dafür hatten wir am Vortag in einer der vielen Touristenbüros eine Tour gebucht und dafür 70 Quetzales (rund 8,10 Euro) bezahlt (Wir hatten einen Rabatt erhalten, da wir auch gleich unsere Weiterfahrt nach Antigua für denselben Preis von 70 Quetzales mitgebucht hatten).

Um etwas nach 4 Uhr saßen wir dann – gemeinsam mit anderen Teilnehmern – in einem Shuttlebus. Der brachte uns schon einige Höhenmeter dem Ziel entgegen.

Noch im Finsteren führte uns ein Guide den Berg hinauf: Zuerst noch relativ flach, später wurde es richtig steil. Nach ungefähr 30 Minuten hatten wir unser Ziel erreicht: Einer kleinen Aussichtsplattform mit bestem Blick über den ganzen See. Jetzt fehlte nur noch die Sonne.

Im Tal funkelten noch die Lichter der Straßenbeleuchtung von San Pedro La Laguna und seinem Nachbarort San Juan. Als Stärkung wurde uns Kaffee, Tee und ein wenig Brot serviert.

War es vor kurzem noch stockfinster gewesen, deutete sich bald am Horizont ein leichtes Glimmen an. Ganz langsam begann sich der Himmel zu verfärben und hatte bald eine gelb-orange Farbe angenommen, die auch die Vulkane rund um den See in ein tolles Licht tauchten.

Ein Vulkan, weit vom See entfernt, spuckte sogar etwas glühend rote Lava und graue Staubwolken aus seinem Schlot.

Kurz nach 6 Uhr morgens, begann die Sonne sich dann langsam hinter den Bergen emporzuheben. Plötzlich färbte sich der komplette Atitlán See in eine gelblich spiegelnde Fläche.

Wir genossen jeden Augenblick dieses Naturschauspiels.

Als jeder schon mehr als genug Fotos geschossen hatte und die Sonne langsam kräftiger wurde, forderte uns der Guide auf, mit dem Abstieg zu beginnen – “Vamos Amigos!”.

Am Rückweg konnten wir noch einige andere spektakuläre Aussichten genießen. Quer durch Kaffeeplantagen, führte uns der Weg wieder zurück zum Shuttlebus. Gegen 9 waren wir wieder in unserem Häuschen angekommen. Erschöpft entschieden wir noch ein bisschen Schlaf nachzuholen.

Viel geschah am restlichen Tag nicht mehr. Wir genossen die Ruhe am See und die angenehmen Temperaturen auf der Terrasse.

Sonnenaufgang mit den Lichtern von San Pedro La Laguna und San Juan La Laguna

Am Beginn waren lediglich die Lichter von San Pedro La Laguna und dem Nachbarort zu sehen.

Sonnenaufgang über dem Atitlán See und San Pedro La Laguna

Um Kurz nach 6 Uhr ging die Sonnne langsam über dem Atitlán See auf.

Boot zum Sonnenaufgang am Atitlán See.

Die Morgensonne hüllte den See in einen gelb-orangen Schein.

Tag 22: Noch mehr Entspannung in der Hundestadt

Auch an diesem Tag geschah nichts Nennenswertes. Wir genossen die Stimmung und erfreuten uns der Ruhe. Langsam fühlten wir uns in San Pedro La Laguna schon zu Hause, kannten die meisten Gassen und Wege, und wussten wo wir am besten einkaufen oder essen gehen konnten.

Mittlerweile hatten wir uns auch schon an die vielen Hunde gewöhnt, die hier in der Stadt am See wohnten. Es war nahezu unmöglich durch San Pedro La Laguna zu spazieren, ohne an Hunden vorbeizugehen.

Wer jetzt an aggressive Straßenhunde denkt, der liegt hier falsch. Die meisten der Hunde wirkten außergewöhnlich gepflegt, zutraulich und ruhig. Viele der Hunde trugen auch ein Halsband, schienen als auch jemandem zu gehören.

Hund in San Pedro La Laguna

Immer wieder laufen einem in San Pedro La Laguna Hunde über den Weg…

Hund in San Pedro La Laguna

…manche schlafen auch einfach am Wegesrand…

Hund in San Pedro La Laguna

…oder begleiten uns sogar bis zum Shuttlebus.

Tag 23: Der San Pedro Vulkan

Da er uns schon seit unseren ersten Minuten in San Pedro La Laguna aufgefallen war, wollten wir ihn heute erklimmen: den San Pedro Vulkan. Täglich hatten wir ihn nun von unserer Terrasse im Blick gehabt, heute wollten wir ganz rauf.

Um 6 Uhr waren wir aufgestanden, um noch schnell etwas zu Frühstücken. Dann ging es auch schon los. Wir hatten uns dagegen entschieden mit einem Tuk-Tuk zum Beginn der Wanderung zu fahren, sondern nahmen den Anstieg gleich von unserer Tür aus in Angriff.

Nach knappen 45 Minuten hatten wir den Eingang des Öko-Parks des Vulkans erreicht. Wer von hier aus den Vulkan besteigen möchte, muss eine Gebühr von 100 Quetzales (rund 11,50 Euro) bezahlen. Mit inbegriffen in dieser Gebühr ist auch ein Guide, der die Wanderer begleitet.

Neben dem Haus des Parks trafen wir zwei Männer, die uns klarmachten, nicht alleine den Vulkan besteigen zu dürfen. Die nächste Gruppe würde in einer Stunde losgehen, solange müssten wir warten. Das zumindest reimten wir uns aus den wenigen Fetzen Spanisch zusammen, das wir verstanden hatten.

Hm, ok. Also doch nicht so einfach wie erhofft.

Nachdem wir rund 40 Minuten gewartet hatten, trafen auch noch andere Wanderer ein und einer der Park-Mitarbeiter deutete uns näher zu kommen.

“Es ist kein Polizist gekommen”, gab er uns auf Englisch zu verstehen, “und es wird heute wohl auch keiner mehr kommen”. Er erzählte uns weiter, dass es vor ein paar Wochen zu einem Überfall auf dem Gipfel gekommen war und deshalb die Wanderung in der Regel mit Polizeibegleitung stattfinden würde.

Er bot uns allerdings an, nur bis rund 300 Meter unter dem Gipfel zu wandern – oder wollten wir tatsächlich ganz rauf, unsere gesamten Wertsachen in einem Karton im Büro des Parks zu lassen.

Weder die eine, noch die andere Alternative überzeugte uns richtig. Eigentlich wollten wir schon ganz rauf und wir wollten auch Fotos machen. Außerdem erschien uns der Ausblick womöglich – wenn auch ohne Wertsachen – in einen Überfall zu geraten, nicht gerade prickelnd. Schweren Herzens beschlossen wir die Sache abzublasen. Dieses Risiko wollten wir nicht eingehen. Außerdem hatten wir sowieso geplant, in Antigua noch einen Vulkan zu besteigen.

Da heute auch schon unser letzter Tag in San Pedro La Laguna war, hieß es am Abend wieder alles zusammenzupacken. Mittlerweile waren wir schon ganz schön geübt darin, und bald hatten wir alles vorbereitet – für unsere morgige Fahrt in die ehemalige Hauptstadt des Landes: Antigua Guatemala.

San Pedro Vulkan von San Pedro La Laguna

Von unserer Unterkunft aus hatten wir den San Pedro Vulkan jeden Tag im Blick.

Besucherzentrum des San Pedro Vulkans

Ein Besucherzentrum bilden den Eingang zum Park des San Pedro Vulkans

Ausblick auf San Pedro La Laguna

Auch wenn es mit der Besteigung des Vulkans nichts wurde, so hatten wir dennoch einen tollen Ausblick auf San Pedro La Laguna.

Kartenansicht

Und du?

Wie hättest du dich an unserer Stelle entschieden? Wärst du trotzdem auf den San Pedro Vulkan gewandert? Musstest duch auch schon einmal so eine Entscheidung treffen?

Wir sind gespannt und freuen uns auf deinen Kommentar!

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Kommentare

Manu

San Pedro hat durchaus ein Problem mit Straßenhunden. Dass ihr nur niedlichen und netten Hunden begegnet seid, finde ich toll, denn die Straßenhunde sind es für gewöhnlich ganz und gar nicht. Regelmäßig gibt es dort Kämpfe unter den Hunden, vor einigen Wochen wurde die Babykatze meiner Freundin gerissen und die Bewohner legen Giftköder aus, um die Hunde zu töten, was leider dazu führt, dass auch Hunde mit Halsband davon betroffen sind.
Auch die Tour zur Indian Nose sollte man auf keinen Fall ohne Guides machen. Von der Sicherheit (Überfälle auf Touris ist dort Standard) mal abgesehen, starb dort oben vor einigen Wochen auch eine Britin.

    Janine

    Hallo Manu,

    als Tourist bekommt man das alles wohl nicht mit. Vermutlich werden die eher agressiven Straßenhunde bewusst aus den Touri-Zonen ferngehalten.
    Dass mit dem Katzenbaby deiner Freundin tut mir wirklich leid. :(

    LG, Janine

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