access_time 1. Mai 2019 place Hualien/Taroko, Taiwan, China local_offer , ,

Weltreise: Hualien und der Taroko Nationalpark

Stefan   Weiter ging es für uns Richtung Ostküste. Von der kleinen Stadt Hualien wollten wir den Taroko Nationalpark besuchen. Ganz so einfach gestaltete sich das jedoch nicht, denn das Wetter wollte nicht so ganz nach unseren Regeln spielen.

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Tag 58: Mit dem Zug in die Berge

Die großen Rucksäcke auf dem Rücken, die kleinen Rucksäcke vor den Bauch geschnallt, machten wir uns auf den Weg zum Hauptbahnhof von Taipei. Am Vortag hatten wir herausgefunden, dass die U-Bahn-Station die am nächsten zu unserer Unterkunft war, über einen Fußgängertunnel direkt mit dem Bahnhof verbunden war. Deshalb hatten wir auch beschlossen erst gar nicht in die U-Bahn einzusteigen, sondern gleich zu Fuß die Strecke zurückzulegen.

Die Stationen waren nicht sehr weit voneinander entfernt, weshalb wir auch nach wenigen Gehminuten am Bahnhof angekommen waren. Hier mussten wir uns erst einmal orientieren. Gestern hatten wir hier irgendwo Ticketautomaten gesehen, aber irgendwie konnten wir sie diesmal nirgendwo entdecken.

Irgendwann gelangten wir in die große Eingangshalle des Bahnhofs, wo wir auf einer Seite auch endlich ein paar Automaten erblickten. Wir waren nicht die einzigen, die ein Zugticket kaufen wollten, so dauerte es ein bisschen, bis wir endlich an der Reihe waren.

Wir hatten uns schon zuvor informiert, mit welchem Zug wir weiterfahren wollten und wählten die gewünschte Verbindung aus. Komischerweise wurde unser Bestellvorgang jedoch andauernd abgebrochen. Mit Hilfe unseres Handys schafften wir es dann, die chinesischen Zeichen am Bildschirm zu entziffern. Im Gegensatz zu den meisten anderen Informationen am Bildschirm, waren diese nämlich nicht auf Englisch übersetzt. Wie es schien, war für unseren gewünschten Zug keine Fahrkarte mehr verfügbar.

Nach etwas überlegen nahmen wir eine andere Verbindung, bei der wir allerdings statt zwei, nun vier Stunden unterwegs sein sollten. Nun gut, wir hatten an diesem Tag ja ohnehin nichts mehr geplant.

Auch die Suche unseres Abfahrtsgleises gestaltete sich etwas schwieriger als gedacht. Eine Angestellte am Bahnhof konnte uns jedoch auf Englisch bestätigen, dass wir den richtigen Bahnsteig gefunden hatten.

In einem 7-Eleven Shop kauften wir uns noch ein wenig Proviant, bevor wir eine halbe Stunde Später in den Zug stiegen.

Anfangs waren wir noch eine Weile unterirdisch unterwegs. Nachdem wir allerdings das unmittelbare Gebiet von Taipei verlassen hatten, ging es auch oberirdisch weiter. Langsam wurde es immer grüner und hügeliger. Immer wieder durchfuhr der Zug auch Tunnel, die unter den Bergen hindurchgingen.

Je näher wir unserem Ziel Hualien kamen, desto näher kamen wir auch dem Meer; oft konnten wir einen Blick auf die raue See werfen. Mittlerweile war auch das Gebiet, das wir befuhren, nur mehr sehr dünn besiedelt. Nur wenige Häuser und Menschen waren zu sehen.

Als wir nach einer angenehmen Fahrt in Hualien angekommen waren, machten wir uns auch gleich auf den Weg zu unserer Unterkunft. Zum Glück war diese nicht weit vom Bahnhof entfernt und Dank unserer Karte am Handy konnten wir sie schnell finden.

Empfangen wurden wir von unserem Gastgeber, mit dem wir uns auch ohne Worte zu verständigen wussten; so wenig wir Chinesisch sprachen, so wenig sprach er Englisch.

Nichtsdestotrotz saßen wir wenig später in unserem Zimmer. Dieses war zwar minimal größer als unser vorheriges in Taipei, wirkte jedoch ein wenig wie eine Abstellkammer, in der viel Zeug herumstand. Da das Zimmer auch kein Fenster hatte, war es relativ stickig. Zum Glück hatten wir eine Klimaanlage, mit der wir gleich versuchten, die Luft etwas angenehmer zu bekommen.

Nachdem wir uns etwas ausgeruht hatten, beschlossen wir Abendessen zu gehen. Janine hatte im Internet ein Restaurant gefunden, dass ein vegetarisches All-You-Can-Eat-Buffet unweit vom Bahnhof anbot.

Im Restaurant angekommen, merkten wir, dass das Restaurant wohl auch bei Reisegruppen sehr beliebt war. Auf jeden Fall tummelte sich eine große schar an Schulkindern im Restaurant, die alle hungrig ihre Teller voll schaufelten.

Am Eingang bezahlten wir gleich im Voraus unser Essen (220 NT$ pro Person – rund 6,36 Euro). Im Gegenzug erhielten wir Essstäbchen und wir wurden gebeten im Obergeschoß Platz zu nehmen.

Viele abwechslungsreiche Speisen standen zur Auswahl, sodass wir einige Teller füllen mussten, um uns einigermaßen durchzukosten. Definitiv war das Buffet eine gute Möglichkeit, die taiwanische Küche besser kennenzulernen, ohne in einem Restaurant blind irgendetwas bestellen zu müssen. Wir können das Restaurant „Chang Chun Teng“ auf jeden Fall weiterempfehlen.

Sobald wir mit dem Internet verbunden waren, schauten wir immer wieder auf den Wetterbericht des nächsten Tages. Wir hatten geplant, die zwei Tage, die wir in Hualien hatten, dazu zu nutzen in den Taroko Nationalpark zu fahren. Leider sah es so aus, als würde es am nächsten Tag ohne Unterbrechung regnen. Da sich die Regenvorhersage auch schon mal geirrt hatte, beschlossen wir morgen spontan zu entscheiden, ob ein Ausflug in den Nationalpark sinnvoll war.

Selfie im Zug nach Hualien

Rund 4 Stunden waren wir mit dem Zug vom Taipei nach Hualien unterwegs.

Buddhistischer Mönch am Buffet

Sogar buddhistische Mönche genossen das vegetarische Essen im „Chang Chun Teng“ Restaurant

Teller mit vegetarischen, chinesischen Speisen.

Sehr viel Auswahl an Gemüse und Tofu gab es im Restaurant.

Tag 59: Endlos Regen in Hualien

Als wir nach draußen blickten, empfing uns ein grauer, dicht bewölkter Himmel. Es nieselte zwar nur leicht, wirklich einladend für einen Wandertag war es allerdings nicht.

Wir grübelten, ob wir es dennoch wagen sollten und warteten erstmal ab. Eine gute Entscheidung, wie sich herausstellte: Schon wenig später fielen unzählige Tropfen vom Himmel. Ideal um noch etwas Zeit im Bett zu verbringen.

Als wir gegen Mittag wieder aus dem Fenster schauten, sahen wir, dass es mittlerweile aufgehört hatte zu regnen. Da wir auch etwas von unserer Umgebung sehen wollten, beschlossen wir in Hualien spazieren zu gehen. Sicherheitshalber packten wir unsere Regenjacken ein und machten uns auf den Weg Richtung Küste.

Nur wenige Minuten waren wir unterwegs gewesen, als es wieder leicht zu nieseln begann. Noch war der Regen nicht so stark, weshalb wir auch nicht in die Unterkunft zurückkehrten.

An einer – landschaftlich nicht unbedingt interessanten Straße – gingen wir rund eine Stunde bis wir endlich das Meer erreichten. Immer wieder war der Regen kurz stärker geworden. Unsere Schuhe waren mittlerweile durchnässt.

Die Stimmung am Meer war außergewöhnlich: Große Wellen und Wind erzeugten eine düstere Stimmung. Auch wenn man es bei dem Wetter hätte vermuten können, waren wir bei weitem nicht die einzigen am Strand. In der Entfernung sehen wir sogar eine größere Gruppe, die ebenfalls das Schauspiel am Meer beobachtete.

Nachdem wir einige Fotos gemacht hatten, machten wir uns auf den Weg zurück in die Stadt. Da unser Hinweg entlang der Straße jedoch sehr anstrengend zu gehen gewesen war, wählten wir einen anderen – etwas längeren – Weg zurück.

Mittlerweile hatte es stärker zu regnen begonnen, jedoch nasser als nass konnten wir nun ohnehin nicht werden. Allerdings waren wir über jeden Meter froh, den wir wieder näher zurück zu unserem trockenen Zimmer kamen. Nach rund eineinhalb Stunden erreichten wir endlich unser Ziel.

Wir holten uns im 7-Eleven um die Ecke eine kleine Stärkung und betraten wenig später endlich unsere Unterkunft.

Eine heiße Dusche später machten wir es uns in unserem Zimmer bequem. Als es langsam Abend wurde, kam auch langsam ein wenig Hunger auf. Wir hatten wenig Lust, noch einmal durch den Regen zu gehen und kauften uns bei 7-Eleven einen Salat (Janine) und eine asiatische Fertigsuppe (Stefan).

Satt und müde hofften wir, am nächsten Tag mehr Glück zu haben.

Menschen an der Küsten von Hualien

Trotz des schlechten Wetters waren wir nicht die einzigen, die an der Küste entlang spazierten.

Klippe an der Küste von Hualien

Die raue See peitschte gegen den Strand.

Tag 60: Der Taroko Nationalpark

Nur wenige Wolken waren am Himmel, als wir uns gegen 6:30 Uhr auf den Weg zum Bahnhof machten. Wie es aussah, würde das Wetter heute besser sein als am Vortag.

Vom Bahnhof aus – so hatten wir erfahren – fuhren Busse, die uns an verschiedene Orte im Taroko Nationalpark bringen sollten. Bevor wir losfuhren luden wir noch zusätzliches Guthaben auf unsere Easy-Cards. Diese waren nämlich nicht nur für die U-Bahn in Taipei einsetzbar, sondern – unter anderem – auch für die Busse in Hualien.

Wir fuhren mit dem Bus bis zur Endstation Tianxiang. Auf der eineinhalbstündigen Fahrt, fuhren wir zuerst Richtung Norden nach Xincheng. Von dort aus bogen wir in den Nationalpark ab. Vorbei am Eingangsgebäude des Parkes brachte uns der Bus immer tiefer in die berühmte Schlucht des Taroko Nationalparks. Immer wieder blieben wir an Startpunkten zu Wanderungen stehen und Leute stiegen aus.

Teilweise war die Straße so eng, dass keine zwei Fahrzeuge nebeneinander Platz hatten. Wir wunderten uns, wie ein so großer Bus auf dieser Straße entlang fahren konnte.

In Tienxiang angekommen starteten wir gleich in Richtung unseres ersten Trecks. Dafür mussten wir etwa einen Kilometer der Straße bergauf folgen, ehe wir in einem Tunnel links in einen noch kleineren Tunnel abbiegen mussten.

Leider sahen wir bereits hier Hinweistafeln, auf denen angekündigt stand, dass ein Großteil der Strecke nicht begehbar war. Aufgrund eines Erdbebens, das wenige Wochen zuvor stattgefunden hatte, waren nicht alle Teile des Weges passierbar. Zumindest bis zu einer kleinen Aussichtsplattform sollten wir aber gehen können.

Über 300 Meter lang war der unbeleuchtete Tunnel, den wir durchqueren mussten. Nur das Sonnenlicht, das uns vom anderen Ende entgegenleuchtete, zeigte uns, wohin wir gehen mussten.

Als wir endlich aus dem Tunnel traten, befanden wir uns in einem kleinen, ruhigen Tal. Ein breiter Fußweg führte entlang der Schlucht. Rund um uns sahen wir hohe Berge, die dicht von Bäumen und Sträuchern bewachsen waren.

Nach nur wenigen Minuten erreichten wir die Plattform. Wirklich viel sehen konnten wir von ihr leider nicht, da die Sicht von Bäumen verstellt war. Von hier aus hätte der Weg durch einen weiteren Tunnel weitergeführt, dieser war aber – wie angekündigt – verschlossen. Also machten wir uns auf den Rückweg nach Tienxiang.

Das zweite Ziel, das wir von diesem kleinen Ort in den Bergen besuchen wollten, war ein kleiner, buddhistischer Tempel, der hoch oben auf einem Hügel thronte.

Über eine rot eingefärbte Hängebrücke überquerten wir ein tiefes Flussbett und standen wenig später vor einem, ebenfalls rot bemalten, Eingangstor.

Über ein paar Stufen stiegen wir zum Tempel empor. Etwas unterhalb befand sich auch eine große, weiße Buddha-Statue, die wir bereits von weiter unten gesehen hatten.

An einem kleinen Platz fanden wir ein kleines Restaurant vor, das eine kleine Auswahl an Speisen anbot. Über kleine Wege erkundeten wir das Tempelareal und steigen hoch zu einer roten, mehrstöckigen Pagode.

Nachdem wir alles gesehen hatten, kehrten wir zurück zur Bushaltestelle. Von hier aus wollten wir zur sogenannten „Sallow Grotto“ weiterfahren. Diese Wanderung führt entlang einer alten Autostraße durch eine der schmalsten Stellen der Schlucht.

Angekommen, sahen wir außerdem zwei große Hängebrücken, die über die Schlucht führten. Leider konnten wir diese nicht betreten, da sie Teil einer Wanderung waren, für die man eine spezielle Erlaubnis einholen musste. Für diesen “Permit” konnte sich zwar jeder bewerben, allerdings musste man dafür schon ein paar Tage vorher beginnen. Für unseren Ausflug hatten wir beschlossen auf diese Wanderungen zu verzichten.

Die alte Straße, die wir durch einige Tunnel entlang gingen, wurde leider auch von einigen Autos befahren. Dafür musste zwar eine Gebühr bezahlt werden, viele ließen sich davon aber nicht abhalten. Deshalb mussten wir auch immer darauf achten, nicht von einem Auto überfahren zu werden.

Auch viele Shuttlebusse nahmen diesen Weg. Der „Swallow Grotto“-Weg war wohl auch einer der beliebtesten Ziele der Reisegruppen, die langsam immer mehr wurden. Auf halbem Weg befand sich ein kleines Restaurant, das schon gut gefüllt war. In der Nähe parkten schon ein gutes Dutzend Busse.

Die Aussicht, die wir entlang des Weges hatten, war auf jeden Fall beeindruckend: Blickte man hinauf, sah man hohe Felswände, während sich unten in der Schlucht ein kleiner Fluss schlängelte.

Unser Weg endete, als die alte Straße, wieder in der neuen – momentan benutzen – Straße mündete. Also kehrten wir um und spazierten denselben Weg wieder zurück.

Unterwegs beschlossen wir mit dem nächsten Bus wieder zurück nach Hualien zu fahren. Zwar hätte es noch die ein oder andere Wanderung gegeben, wir waren jedoch durch unseren langen Spaziergang am Vortag doch etwas müder als erwartet. Außerdem fuhren die Busse nur in Abständen von einer Stunde, was den Transfer zwischen den Ausgangspunkten etwas anstrengend machte.

Auf dem Rückweg waren wir so müde, dass wir sogar das ein oder andere Mal fast einnickten. Zurück in der Unterkunft gönnten wir uns also als Erstes einen ausgiebigen Nachmittagsschlaf.

Am Abend machten wir uns erneut auf den Weg zum Buffet-Restaurant „Chang Chun Teng“, das wir schon zwei Tage zuvor besucht hatten.

Unterwegs kauften wir auch gleich das Zugticket für unsere morgige Weiterreise. Auch hier waren schon einige der Züge ausverkauft, deshalb fiel unsere Wahl auf die frühe Verbindung um 6:08 fiel. Früh raus mussten wir also am nächsten Tag. Weiter sollte es nun an die Westküste gehen, genauer gesagt nach Kaohsiung, der zweitgrößten Stadt des Landes.

 

Rote Pagode im Taroko Nationalpark

Hoch oben thronte ein buddhistischer Tempel.

Hängebrücken über die Taroko Schlucht

Am Swallow Grotto Weg sehen wir zwar große Hängebrücken über die Schlucht.

Taroko Schlucht

Die steile Schlucht im Nationalpark war sehr beeindruckend.

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