access_time 30. April 2019 place Taipei, Taiwan, China local_offer ,

Weltreise: Taipei – Wandern, wandern wandern

Stefan   Nicht nur in der Stadt hat Taipei so einiges zu bieten. Auch Außerhalb des dicht bewohnten Gebietes gibt es viel zu entdecken. So entschlossen wir uns den Yangmingshan Nationalpark direkt vor der Stadt zu besuchen. Das man in Taipei gar nicht so leicht an Wanderwegen vorbeikommt, erkannten wir in diesen Tagen auch. Man muss sich schon ganz schön anstrengen, um sich hier nicht auf einem Wanderweg wiederzufinden.

Wir sind seit Februar 2019 auf Weltreise. Hier findest du einen Überblick über alle Weltreise-Artikel.

Tag 56: Raus ins Grüne – Der Yangmingshan Nationalpark

In den ersten Tagen in Taipei hatten wir erst einmal die urbanen Bereiche kennengelernt. Für heute hatten wir aber etwas anderes vor. Das Stadtgebiet von Taipei umfasst nämlich nicht nur große Häuser und breite Straßen. Nein! Sogar ein Nationalpark befindet sich in unmittelbarer Distanz zur Millionenstadt.

Da wir auch diesen Morgen wieder reichlich früh wach geworden waren, beschlossen wir bei den ersten Sonnenstrahlen auch gleich aufzubrechen. Unser Ziel: der Yangmingshan Nationalpark im Norden der Stadt. Dazu mussten wir diesmal zwei Verkehrsmittel benutzen.

Als Erstes stiegen wir wieder in die U-Bahn und fuhren zur – uns bereits bekannten Station – Shilin. Von hier aus sollte uns ein Bus bis ans Ziel bringen. So wie die U-Bahnen auch konnten wir auch im Bus mit der sogenannten Easy-Card bezahlen.

Diese Karte hatten wir bei unserer Ankunft in Taipei für 100 NT$ (New Taipei Dollar – rund 2,90 Euro) gekauft, und mit reichlich Guthaben aufgeladen. Beim Ein- und Aussteigen hält man diese elektronische Karte gegen ein Lesegerät und der korrekte Ticketbetrag wird von der Karte abgebucht. Einfach praktisch!

Als ein Bus unserer gewünschten Linie um die Ecke fuhr, sahen wir bereits, dass es sich nur um einen kleinen Shuttlebus handelte. Leider war dieser etwas zu klein geraten und der Bus war vollkommen überfüllt. Auch wenn der Busfahrer uns noch die Tür öffnete, fanden wir keine Möglichkeit uns in den Bus zu quetschen. Ein Einheimischer im Bis winkte freundlich heraus – wohl aus Mitleid. Resignierend entschieden wir auf den nächsten Bus zu warten, der 20 Minuten später kommen sollte.

Doch auch als dieser einfuhr, war dieser voll besetzt. Jedoch etwas weniger als sein Vorgänger. Wagemutig versuchten wir unser Glück. Mit einer verrenkten Haltung schafften wir es irgendwie im Bus einen Stehplatz zu ergattern, wirklich bequem war etwas anderes.

Den anderen Fahrgästen schien dies wenig auszumachen; irgendwie schafften wir es sogar noch 2 weitere Personen mit an Bord zu nehmen. Einen Vorteil hatte das auf jeden Fall: So eingeklemmt wie wir waren, konnten wir sicher sein, auch bei einer Vollbremsung nicht umzufallen.

Irgendwann hatte es aber auch der Busfahrer eingesehen, dass einfach nicht mehr Fahrgäste Platz hatten und wir hielten ein keiner weiteren Station mehr an.

Langsam veränderte sich die Landschaft: Immer mehr Häuser wichen grünen Bäumen und Sträuchern, und die Straße wurde auch immer steiler. Immer weiter ging es durch enge Kurven bergauf.

Nach rund einer Stunde Fahrt – vielleicht war es auch weniger, in unserer unbequemen Haltung kam es uns allerdings ewig vor – erreichten wir die Endstation, ein kleiner Parkplatz und ein Nationalparkgebäude eingebettet in viele grüne, begraste Hügel.

Nachdem wir uns auf einer Karte ein bisschen Überblick verschafft hatten, entschieden wir uns für einen Weg, der auf einem mit Steinen gepflasterten Pfad bergab führte. Gelegentlich wechselte der Weg mit Steinstufen, die uns immer tiefer in einen unvorstellbar grünen Wald hinein brachten.

Unterwegs trafen wir auch immer wieder auf andere Wanderer, die jedoch den Weg in umgekehrter Richtung bewanderten.

Nach rund 20 Minuten Gehzeit erreichten wir einen kleinen Wasserfall, der wohl auch der Höhepunkt dieses Pfades war. Danach flachte der Weg etwas ab und führte bald entlang eines kleinen Kanals durch den dichten Wald. Wenig später hörten wir, dass wir und langsam der Straße näherten, auf der wir vorhin hochgefahren waren.

Von dort wo sich Wanderweg und Straße kreuzten, nahmen wir wieder einen Weg nach oben, um nicht zu weit ins Tal zu kommen. Dieser Weg blieb immer in der Nähe der Straße und diente mehr zur Verbindung zu einem Nationalparkstützpunkt – war also nicht sehr interessant. Immerhin hatten wir unsere erste, mittelgroße Schlange gesehen. Bevor die Kamera aus der Tasche holen konnten, war die Schlange allerdings schon längst verschwunden..

Diesen Stützpunkt erreichten wir wenig später auch. Hier gab es auch ein kleines Café, in dem wir uns etwas zu trinken holten. Hier gab es auch jede Menge Parkplätze, es schien ein beliebter Ausgangspunkt für Wanderungen zu sein.

Die meisten Wanderer schienen den Weg auf den Mount Qixing einzuschlagen; nach etwas überlegen entschieden wir uns, es ihnen gleichzutun. Also keuchten wir bald – wie viele andere auch – die steilen Treppen den Berg hoch.

Die wunderbaren grünen Hügel, durch die wir wanderten, machten die Anstrengung allerdings mit ihrem beeindruckenden Aussehn mehr als wett. Immer wieder blieben wir stehen und bestaunten die Szenerie — und atmeten durch.

Bald erreichten wir einen Pavillon, an dem einige Wanderer rasteten. Wir entschieden uns allerdings gegen eine längere Rast; noch waren es einige Höhenmeter, die vor uns lagen.

Der Weg auf den Mount Qixing war zwar steil – die meiste Zeit mussten wir Stufen erklimmen –, war aber in einem ausgezeichneten Zustand. Die komplette Länge des Weges war mit großen Steinen gepflastert, auf denen man einen ausgezeichneten Halt hatte.

Rund 2 Kilometer waren es nur von unserem Ausgangspunkt bis zum Ostgipfel, den wir als erstes erreichten. Aufgrund der vielen Höhenmeter waren wir aber rund eine Stunde dafür unterwegs.

Janine beschloss, dass dieser Gipfel hoch genug war, und wartete hier, während ich auf den Hauptgipfel weiterging. Dazu musste ich erst ein paar Höhenmeter wieder hinabsteigen, bevor der weitere Anstieg begann. Allerdings war dieser nur von kurzer Dauer und nach wenigen Minuten stand ich auf 1.120 Meter und dem Gipfel des Mount Qixing.

Mit mir waren hier rund 50 andere Leute, unter anderem auch eine Schulklasse(?) mit einheitlichem Outfit. Viel mehr Platz war auf dem Gipfel auf jeden Fall nicht mehr vorhanden.

Nach ein paar Schlucken Wasser und einigen Fotos, machte ich mich wieder auf den Weg zurück. Gemeinsam machten wir uns dann wieder auf den Abstieg vom Ostgipfel. Viel schneller als beim Aufstieg waren wir auch jetzt nicht, die hohen Stufen forderten auch beim Hinuntergehen hohe Konzentration. Außerdem glühten wir in der Mittagshitze vor uns hin.

Wieder am Ausgangspunkt angekommen, beschlossen wir hier auf den Bus zurück zu warten. Wir hofften, nun etwas mehr Glück zu haben und einen Sitzplatz zu bekommen, unser Wunsch ging jedoch leider nicht in Erfüllung. Also war auch die Fahrt zurück noch durchaus ein sportlicher Akt.

Erst in der U-Bahn konnten wir uns wieder gemütlich hinsetzen, jedoch erreichten wir auch bald unsere Station.

Den Rest des Tages ließen wir ruhig ausklingen; auch wenn wir vorgehabt hatten Wandern zugehen, waren wir doch weiter gegangen als gedacht. Nur den Weg zum Foodcourt – an dem wir auch schon am Vortag gegessen hatten – schafften wir noch. Danach fielen wir müde ins Bett.

Grüne Hügel im Nationalpark Yangmingshan

Die grünen Hügel erwarteten uns im Nationalpark Yangmingshan

Grüner Pfade

Janine bestreitet einen ader grünen Pfade

Pfad Richtung Mount Qixing

Der Pfad Richtung Mount Qixing

Ein Pavilion auf dem Mount Qixing

Ein Pavilion auf dem Mount Qixing

 

Tag 57: Ungewollt schon wieder wandern

Nach der anstrengenden Wanderung am Vortag, wollten wir es heute etwas ruhiger angehen lassen. Deshalb wollten wir mit der grünen Linie der U-Bahn bis an die Endstation im Süden der Stadt zu fahren. Dort hatten wir geplant gemütlich entlang eines Flusses spazieren zu gehen.

An der Station angekommen, machten wir uns gleich auf den Weg ein paar Stufen hinunter zum Fluss. Hier gingen wir dem Wasser entlang, bis zu einer roten Hängebrücke, die über unseren Köpfen über das Wasser führte.

Wir entschlossen diese Brücke zu verwenden, um auf die andere Seite zu gelangen. Auf der anderen Seite des Flusses fanden wir auch eine Tafel vor, auf der ein paar Wege aufgezeichnet waren. Motiviert wollten wir auszukundschaften, wohin diese führten.

Durch einen unscheinbaren Weg gelangten wir zwischen zwei Häusern hindurch zu ein paar Stufen. Zu spät erkannten wir, dass wir erneut einen Berg hinauf wanderten. Jetzt hatten wir unfreiwillig schon wieder die Besteigung eines Hügels begonnen. Nun ja, dann mussten wir das jetzt wohl auch zu Ende bringen.

Höher als gedacht führte uns der Weg. Obwohl wir versuchten langsam zu gehen, waren wir nach wenigen Metern komplett verschwitzt.

Auch hier auf dem Berg gab es ein großes Geflecht an Wanderwegen; wir steuerten zielstrebig eine Aussichtsplattform an. Oben angekommen konnten wir den Fluss und die Brücke, über die wir gekommen waren, unter uns erblicken. Jedoch konnten wir auch den großen Taipei 101 Turm etwas weiter hinten erkennen.

Da es in der Sonne richtig heiß war, machten wir uns auch bald wieder an den Abstieg.

Unten angekommen, kaufen wir uns erstmal ein kühles Getränk zur Erfrischung, an einem Straßenstand holten wir uns außerdem eine Art Fladenbrot mit Lauchstücken als Stärkung.

Danach ging es wieder mit der U-Bahn zurück zu unserer Unterkunft.

Um ja nicht wieder auf einen Berg wandern zu müssen, beschlossen wir am Nachmittag ein ganz anderes Ziel aufzusuchen: einem Outlet-Shopping-Zentrum am Rande der Stadt.

Mit der U-Bahn waren wir eine knappe Stunde unterwegs; nach 10 Gehminuten hatten wir das Shoppingcenter erreicht. Da wir noch nichts gegessen hatten, steuerten wir gleich den Foodcourt an. Auch hier war es wieder schwierig für Janine etwas Vegetarisches zu finden. Die Süßspeise, die immerhin vegetarisch war, war jedoch für unseren Geschmack sehr gewöhnungsbedürftig: Eine Art süße Suppe mit Tofupuddingeinlage, roten Bohnen, eingeweichten Erdnüssen und Slusheis.

Gestärkt vom Essen, erkundeten wir dann das Einkaufszentrum. Hier gab es Läden aller möglichen Marken, so schlenderten wir von einem zum nächsten.

Wir hatten gehofft hier irgendwelche Schnäppchen zu finden; die Zeit, in der Taiwan als Produzent vieler Waren diese billiger anbieten konnte, sind allerdings vorbei. Umgerechnet kosteten die Waren gleich viel wie in Europa, billiger waren diese auf keinen Fall. Außerdem war der Modegeschmack hier wohl etwas anders als von uns gewohnt; viele der Farben und Designs, die angeboten wurden, entsprachen nicht unbedingt unserem Geschmack.

So entschlossen wir uns ohne Einkäufe wieder zurück zu unserer Wohnung zu fahren. Mittlerweile war es auch schon Abend geworden und das hieß, dass wir auch langsam ans Packen denken mussten. Schließlich war heute schon unser letzter Tag in Taipei gewesen.

Hätten wir vorher gewusst, wie viel wir hier erleben würden, und wie groß das Angebot in dieser Stadt war, so hätten wir sicherlich mehr Zeit dafür eingeplant. Fünf Nächte waren definitiv zu wenig, um Taipei ausgiebig zu entdecken.

Jedoch standen auch noch weitere Ziele in Taiwan auf unserer Liste. Vielleicht würden diese uns genauso begeistern wie die Hauptstadt Taipei. Am nächsten Tag wollten wir auf jeden Fall mit dem Zug nach Hualien, dem Ausgangspunkt für eine Besuch im Taroko Nationalpark.

Aussicht auf Taipei

Eine fantastische Aussicht auf Taipei

ungewöhnliche Süßspeise

Eine ungewöhnliche Süßspeise

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Kommentare

Holger

Hallo,
an Taiwan bzw. Taipeh haben wir auch gute Erinnerungen. Wir hatten einen Tag lang sozusagen einen privaten Reiseführer, der uns u. a. auch auf den Elephant Mountain führte, so dass wir die Wolkenkratzer quasi von oben sehen konnten. Zum Abschluss des Tages waren wir mit ihm in einem Restaurant, in dem es außer uns beiden keinen anderen Ausländer gab.
Viele Grüße und weiterhin gute Reise
Holger (morgen wieder mal an der OSS - das muss außer Janine niemand verstehen)

    Janine

    Hallo Holger,

    schön vor dir zu hören. ;)
    Insgesamt gibt es in Taiwan auch heute noch sehr wenige Touristen bzw. erkennt man andere asiatischen Touristen ja nicht so wirklich. Daher sitzen wir in einfachen Restaurants eigentlich auch nie mit typischen Touris.

    LG, Janine

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