Der Pielinen-See und seine Umgebung in Nordkarelien bieten im Winter zahlreiche Möglichkeiten für Outdoor-Aktivitäten. Von einer Husky-Schlittenfahrt bis zu Schneeschuhwanderungen rund um den Koli-Nationalpark bietet die Region unvergessliche Wintererlebnisse in der finnischen Natur.

Pielinen-See im Winter

Der Pielinen-See liegt in Nordkarelien im Osten des Landes und ist mit einer Fläche von etwa 894 Quadratkilometern der viertgrößte See Finnlands. Das entspricht etwa der Fläche Berlins und ist damit doppelt so groß wie Wien. Anders ausgedrückt: Das Gewässer ist etwa 93 Kilometer lang, bis zu 28 Kilometer breit und zählt viele kleine und große Inseln.
Mein Übernachtungstipp für den Sommer ist das Tarina Aho auf der abgelegenen Insel Kelvänsaari. Im Winter ist die Insel allerdings nicht erreichbar und das Resort bleibt geschlossen. Hier zu den Sommeraktivitäten rund um den Koli-Nationalpark.
1. Husky-Schlittenfahrt





Mit einem Schlitten und einem Gespann Huskies unterwegs zu sein, ist ein Erlebnis, das man so schnell nicht vergisst.
Ein Stück vom Pielinen-See und dem Koli-Nationalpark entfernt, befindet sich die Husky-Farm von Leila (Wild Woods Husky ↗) etwas außerhalb in Juuka.
Schon bei meiner Ankunft war die Bereitschaft der Hunde deutlich zu hören. Ihr aufgeregtes Jaulen verriet sofort, dass sie am liebsten gleich loslaufen würden. Leila gab mir extra Kleidung, die mich warm halten sollte und erklärte mir die Basics im Umgang mit dem Schlitten (wie zum Beispiel Bremsen). Die Zeit zum Streicheln der Hunde und eine Hofführung gab es erst im Anschluss.
Mit den beiden unterstützenden Volunteers ging es nun zur Hundeschlittenfahrt. Das Ziel war der zugefrorene See, nur wenige Fahrminuten entfernt. Auf dem See ist das Lenken dann auch deutlich einfacher und die Schlittenhunde zogen nicht mehr so stark.
2. Tretschlitten (Kick Sled)

Der Begriff „Kick Sled“ bedeutet auf Deutsch so viel wie Tretschlitten. Ursprünglich handelt es sich dabei gar nicht um einen Wintersport, sondern um ein praktisches Fortbewegungsmittel aus dem Alltag in den ländlichen Regionen in Nordeuropa. Gerade im Winter wurden damit Einkäufe erledigt oder kurze Strecken im Ort zurückgelegt – und bis heute sind Tretschlitten in manchen Gegenden noch im Einsatz. Auf dem Eis gleiten sie deutlich leichter als man mit Winterschuhen über die oft rutschige Oberfläche gehen würde.
Direkt am Pielinen-See, auf dem Gelände des Break Sokos Hotel Bomba, befindet sich der Verleih von Bomba Safaris ↗. Dort kannst du verschiedenste Winterausrüstung ausleihen: von Schneeschuhen über wintertaugliche Fahrräder (Fatbikes) bis hin zu den typischen Kick Sleds. Besonders empfehlenswert ist die Kombination mit Grödeln bzw. Spikes unter den Winterschuhen, die für zusätzlichen Halt sorgen.
Mit dem Tretschlitten geht es dann direkt hinaus auf den zugefrorenen See, wo eine geteilte Bahn für Schlittschuhläufer und andere Wintersportler angelegt ist. Nach ein wenig Übung hat man schnell den Dreh raus – und gleitet mit jedem kräftigen Abstoß immer flüssiger über das Eis.
3. Langlaufen & Cross Country Ski




Langlaufen gehört in Finnland zu den klassischen Wintersportarten – so selbstverständlich, dass viele Kinder es bereits in der Schule lernen. Der Pielinen-See bietet dafür ideales Terrain: Im Winter werden hier Loipen präpariert, die sich über die weite Eisfläche und durch die verschneite Landschaft ziehen.
Wenn du keine eigene Ausrüstung dabeihast oder erst einmal ins Cross-Country-Skiing hineinschnuppern möchtest, kannst du bei Koli Ski ↗ passende Ausrüstung ausleihen. Dort bekommst du Skier, Schuhe, Bindungen und Stöcke – und auf Wunsch auch einen Einführungskurs, der dir die Grundlagen des Langlaufens zeigt.
4. Gleitschneeschuhe (Sliding Snowshoes)






Eine Wintersportart, die wir im Alpenraum (noch) nicht kennen, ist das Sliding Snowshoes (übersetzt: Gleitschneeschuhe). Sie ähneln wohl den Langlaufskiern, allerdings sind die Skier breiter und sie werden an die Winterschuhe gebunden.
Damit kannst du zum Beispiel durch den schneereichen Wald und über nicht präparierte Forstwege sliden. Auch hier sind die Bewegungen ähnlich wie beim Langlaufen, indem du dich mit den langen Stöcken nach vorne drückst.
5. Schneeschuhwandern






Mit Schneeschuhen durch den tiefen Pulverschnee zu stapfen, hat etwas wunderbar Meditatives. Das Herz des Koli-Nationalparks bildet eine beeindruckende Hügellandschaft mit weiten Ausblicken in alle Richtungen. Hier wanderst du durch eine Landschaft, die für viele Finnen eine echte Sehnsuchtskulisse ist. Orientierung bietet eine ausgewiesene Schneeschuhroute mit Wegweisern, die dich sicher durch die winterliche Natur führt.
Der Koli-Nationalpark bietet außerdem geführte Schneeschuhwanderungen an – so wie jene, die ich gemeinsam mit der Naturführerin Irja erleben durfte. Kennengelernt hatte ich sie bereits im Sommer während meiner Reise in den Koli-Nationalpark, und auch im Winter zeigte sie mit viel Wissen und Begeisterung die Besonderheiten der Natur. Zu meiner Komoot-Tour ↗.
Die Touren des Veranstalters Feel Koli ↗ sind zudem für ihr nachhaltiges Engagement ausgezeichnet: Sie tragen sowohl das Good Travel Seal als auch das von Visit Finland verliehene Label Sustainable Travel Finland, das für besonders verantwortungsvollen Tourismus steht.
6. Winterwandern







Je nach Schneelage und ob die Wege bereits präpariert sind, brauchst du nicht zwingend Schneeschuhe – oft reichen auch gute Winterwanderschuhe. Hier sind einige schöne Touren, die sich besonders für die kalte Jahreszeit eignen:
- Im Herzen des Koli-Nationalparks befindet sich der höchste Berg der Region. Viele Besucher steigen ihn – je nach Bedingungen – sogar mit normalen Schuhen hinauf und werden oben mit grandiosen Ausblicken belohnt.
- An der Nordspitze des Sees verläuft eine Winterwanderroute im Städtchen Nurmes, das übrigens auch über einen Bahnhof verfügt. In diesem historischen Ort wanderst du direkt am Wasser entlang und vorbei an wunderschönen, traditionellen Häusern.
- Eine besonders reizvolle Tour führt zum Aussichtsturm Räsävaara sowie weiter zu einem gefrorenen Wasserfall. Zu meiner Komoot-Tour ↗.
- Eine weitere lohnende Option ist der Aussichtsturm Toivontorni, unweit von Bomba. Von dort eröffnet sich dir ebenfalls ein beeindruckender Blick über die winterliche Seenlandschaft. Zu meiner Komoot-Tour ↗.
7. Wollsocken-Spaziergang
Wie könnte man den Winter intensiver mit allen Sinnen erleben, als mit Wollsocken über verschneite Wege zu gehen? Katri von Kolin Runo bieten dieses geführte Erlebnis Wool Socks Walking ↗ an.
Leider konnte ich die gebuchte Aktivität nicht machen, da die Schneefestigkeit dies nicht zuließ. Stattdessen sind wir zu einem ganz besonderen Wasserfall, den es nur im Winter gibt, gewandert und zum Aussichtsturm Räsävaara.
8. Sauna & Eisbaden




Egal ob Sommer oder Winter oder dazwischen, Saunagänge und auch Eisbaden gehören zu einer Finnlandreise dazu. Im Winter ist es doch noch einmal eine Challenge, ein richtiges Eisbad zu nehmen.
Da die Seen über die Wintermonate bis in den Frühling zugefroren sind, werden zum Eisbaden Löcher gemacht. Nach dem Eisbaden, was im Winter definitiv in Begleitung erfolgen sollte, wartet auch schon der warme Saunagang.
Bei Koli Freetime ↗ findest du einen ganzjährigen Campingplatz und die Möglichkeit eine Sauna für dich zu buchen mit Eisbaden im Valkealampi See.
9. Nordlichter

In den Wintermonaten besteht außerdem die Chance, Nordlichter zu erleben. Wenn der Himmel klar ist und die Bedingungen stimmen, ziehen grüne Lichtschleier über die verschneite Landschaft rund um den Pielinen-See. Abseits der größeren Orte ist es nachts besonders dunkel – ideale Voraussetzungen, um dieses Naturphänomen gut beobachten zu können. Hier kannst du dich über die aktuelle Aurora-Lage ↗ informieren.
Orte zum Übernachten & Unterkünfte






- Joensuu liegt etwa eine Stunde vom Pielinen-See entfernt und bietet als Stadt viele infrastrukturelle Vorteile – ideal, wenn du Komfort und gute Anbindung kombinieren möchtest. Hier kann ich dir das Original Sokos Hotel Kimmel Joensuu empfehlen.
- Juuka ist ein ruhiger, touristisch eher unaufgeregter Ort und damit toll für eine entspannte Auszeit. Dort befindet sich das Tiny House von Gastgeber Anton, das zum Hotel Puu-Juuka ↗ gehört.
- In Koli ist Naturführerin Katri ebenfalls Gastgeberin. In ruhiger Umgebung kannst du bei Kolin Runo ↗ übernachten und die Nähe zum Nationalpark besonders intensiv genießen – oder im komfortablen Break Sokos Hotel Koli Kylä ↗
- Auch Nurmes ist gut erreichbar und verfügt sogar über einen Bahnhof mit Verbindungen nach Joensuu – praktisch für alle, die nachhaltig mit dem Zug unterwegs sind
- In Bomba bei Nurmes liegt das Break Sokos Hotel Bomba ↗ mit einem großen Spa- und Wellnessangebot – mit der Möglichkeit für ein Eisbad.
Anreise

Joensuu, die Hauptstadt der Region Nordkarelien, ist bequem per Direktzug von Helsinki aus erreichbar.
Nach deiner Ankunft kannst du dir in der Nähe des Bahnhofs einen Mietwagen nehmen und deine Reise in Richtung Nationalpark flexibel fortsetzen. Alternativ besteht die Möglichkeit, mit dem Zug weiter nach Lieksa zu fahren, das auf der Ostseite des Pielinen-Sees liegt. Auch eine direkte Busverbindung bis in den Ort Koli ist möglich. Da die Verbindungen jedoch nicht durchgehend und teilweise nur in größeren Abständen verkehren, empfiehlt es sich, die aktuellen Fahrpläne vorab online zu prüfen ↗.
Mein Fazit




Wie lässt sich meine Zeit im Finnischen Seenland am besten zusammenfassen? Ganz klar: einfach nur wow! Ich bin unglaublich begeistert von der Vielfalt an Winteraktivitäten – und durfte dabei auch viel über Kultur und Land kennenlernen.
Mein größter Wunsch war die Husky-Schlittenfahrt, doch auch die anderen Erlebnisse haben sofort Lust auf mehr gemacht. Als eher entspannte Reisende habe ich besonders das Langlaufen (Cross-Country-Skiing) und die Gleitschneeschuhe genossen. Beides ist ruhig, fließend und wunderbar, um die Landschaft bewusst wahrzunehmen. Auch die Fahrt mit dem Tretschlitten hat richtig Spaß gemacht. Und das klassische Schneeschuhwandern, das ich schon aus meiner Heimat kenne, habe ich rund um den Pielinen-See ebenfalls sehr geliebt. Das Schöne ist: Man kann hier alles einfach ausprobieren. Vorerfahrung braucht es nicht.
Während meiner Aktivitäten durfte ich außerdem viele herzliche Menschen kennenlernen, die mir Finnland noch nähergebracht und die Reise besonders gemacht haben.
Langweilig wird es hier definitiv nicht – und ich würde mich sehr freuen, wieder einmal zurückzukehren.
Offenlegung: Dieser Blogbeitrag ist in Zusammenarbeit mit Show Your Koli und der Pielinen-Region (Mythical Finland) entstanden und wurde ko-finanziert von der Europäischen Union. Die Inhalte habe ich frei und unabhängig gestaltet.
