Im Interview spricht René Schwarz über sein Buch „Glücksorte in Helsinki”. Er gibt Einblicke in die Entstehung des Projekts, verrät seine persönlichen Lieblingsorte und zeigt, warum Helsinki ein vielseitiges Reiseziel ist.

Buch »Glücksorte in Helsinki«
- Teil der Serie: Glücksorte
- Umfang: 168 Seiten
- Herausgeber: Droste Verlag ↗
- Autor: René Schwarz
- Erscheinungstermin: 21.02.2025 (2. Auflage)
- ISBN: 978-3770026920
Worum geht es in deinem Buch „Glücksorte in Helsinki“?

Das Buch stellt insgesamt 80 “Glücksorte” in der finnischen Hauptstadt vor, die ich allesamt selbst ausgesucht habe. Es richtet sich sowohl an “alte Hasen”, die schon häufiger in Helsinki waren, als auch komplette Neulinge. Ich habe bei der Zusammenstellung versucht, einen stimmigen Mix zu finden aus bekannten Sehenswürdigkeiten, oft aus einer neuen Perspektive betrachtet, und echten “Geheimtipps”. Es ist so ziemlich alles dabei, was die Stadt ausmacht: Inseln, Saunen, gemütliche Cafés und Restaurants, romantische Holzhausviertel und stadtnahe Natur. Aber wir wollen ja an dieser Stelle nicht alles verraten…
Wer wird mit dem Buch nicht glücklich?
Na, ich hoffe doch, die meisten können damit etwas anfangen! (lacht) Einen gewissen Eigenantrieb, um so eine Stadt zu erkunden, sollte man natürlich mitbringen. Ansonsten ist es denke ich so aufgebaut, dass man auch als absoluter Helsinki-Rookie damit prima klar kommt. Denn zu jedem Glücksort gibt es auch Hinweise, wie man ihn mit dem ÖPNV erreicht. Der ist in Helsinki übrigens exzellent ausgebaut.
Wie kam es zu deinem Helsinki-Buchprojekt?
Das war eine lustige Geschichte. Ich hatte schon länger die Ambition, ein Buch mit Finnland-Thema zu schreiben, da das einfach mein Herzensthema ist und mich zudem seit Jahren beruflich tagtäglich beschäftigt. Ich bin dann zufällig auf das Buch “Glücksorte in Rheinhessen” von Kristin Heehler gestoßen und fand das Cover total ansprechend. Also ging ich kurzerhand auf die Website des Droste Verlags und schaute nach, ob es dort schon “Glücksorte in Helsinki” gibt. Gab es nicht! Also habe ich sofort den Verlag kontaktiert und kurz darauf hatte ich die Zusage in der Tasche, dieses Büchlein schreiben zu dürfen.
Was war dein größtes Learning während des Buchprojektes?
Ganz klar: Dass es von unglaublicher Wichtigkeit bei so einem größeren Schreibprojekt ist, dass man eine klare Struktur hat und sich nicht verzettelt. Generell ist eine realistische Zeitplanung mit ausreichend Puffer Gold wert.
Was war das größte Learning über Helsinki?
Durch das Buchprojekt habe ich so viele Orte in dieser Stadt besucht, an denen ich zuvor noch nie gewesen war. Man tendiert ja irgendwie doch dazu, immer wieder seine Lieblingsorte aufzusuchen. Es hat mega Spaß gemacht herauszufinden, was es noch so alles gibt. Und ich habe gemerkt, dass die Stadt wirklich ständig im Wandel ist und an allen Ecken Neues entsteht.
Welche Stadt in Finnland ist, abgesehen von Helsinki, deine liebste?
Das ist gar keine so leicht zu beantwortende Frage, da ich mich grundsätzlich in ganz Finnland pudelwohl fühle. Eine besondere Beziehung habe ich zu Mikkeli, da ich die Stadt im Seengebiet mit unzähligen Kindheitserinnerungen verbinde. Wenn ich dort durch die Straßen laufe, fühle ich mich wie zu Hause. Aus Seinäjoki stammt meine finnische Familie, das ist daher natürlich auch ein wichtiger Ort, mit dem ich mich verbunden fühle. Ansonsten habe ich im Laufe der Jahre zum Beispiel Rovaniemi ↗, Joensuu, Kemi ↗ und das charmante Örtchen Suomussalmi ↗ lieben gelernt. Man könnte die Liste aber noch weiter fortsetzen… (lacht)
Wenn es 80 + 1 Glücksorte gewesen wären, welchen hättest du noch mit aufgenommen?
Das Restaurant Konstan Möljä, ganz klar! Das finnische Buffet dort ist der Hammer. Leider habe ich es erst nach dem Erscheinen der 2. Auflage erstmals getestet.
An welchem Glücksort warst du selbst am häufigsten?
Da muss ich wohl den weißen Dom nennen. Es ist irgendwann zu einem Ritual geworden, möglichst bei jedem Helsinki-Aufenthalt mindestens einmal dorthin zu gehen und ein Foto zu machen. Daraus entstand irgendwann sogar ein Running-Gag, der sich in der FinnTouch-Community wie ein Lauffeuer verbreitete. Schon seit ein paar Jahren werde ich alle paar Tage in einer Insta-Story mit dem Hashtag #domkontrolle verlinkt. Total abgefahren! Oftmals geht es nach dem “Kontrollgang” noch auf ein Bierchen nebenan im Helsinki Bryggeri Brewhouse.
Welche ist (deiner Ansicht nach) die schönste Jahreszeit in Helsinki?
Alle Jahreszeiten haben ihren Reiz, aber am besten gefällt mir dann doch der Sommer mit seinen weißen Nächten, wenn die ganze Stadt zum Leben erwacht und es alle Menschen nach draußen und ans Wasser zieht. Der Sommer in Helsinki ist eine nicht enden wollende Aneinanderreihung von Glücksmomenten.
Welches Fest darf man in der Stadt als TouristIn nicht verpassen?
In Helsinki ist ja ständig etwas los, aber so ganz spontan fallen mir da der zauberhafte Weihnachtsmarkt vor dem Dom ein und der Baltische Heringsmarkt (Stadin Silakkamarkkinat) im Oktober. Auch das immer im Januar stattfindende Lichtkunstfestival Lux Helsinki fand ich dieses Mal ziemlich cool.
Was sind deine drei Lieblingsorte in Helsinki?
Es ist fast ein Ding der Unmöglichkeit, da jetzt drei hervorzuheben, aber ich versuche es: selbstverständlich der Dom, als leidenschaftlicher Anhänger der finnischen Fußball-Nationalmannschaft das Olympiastadion und dann laufe ich immer wieder supergerne die Strecke vom Marktplatz am Hafen am Wasser entlang, vorbei am Park Kaivopuisto, bis nach hinten zur Designsauna Löyly. Da müsste ich eigentlich auch mal wieder hin, fällt mir auf.
Welches Projekt steht bei dir als Nächstes an?
Ich arbeite gerade an ganz vielen spannenden Sachen, u.a. werde ich im Juni unter dem Motto “FinnTouch Rail Journey” von Deutschland aus mit dem Zug nach Finnland fahren und dort in den Regionen Kokkola ↗ an der Westküste, da gibt es u.a. die wunderschöne und in Mitteleuropa noch gänzlich unbekannte Leuchtturminsel Tankar, und Nordkarelien unterwegs sein. Die Gegend um Joensuu, Nurmes und die finnische Nationallandschaft Koli durftest Du ja auch schon mehrfach erkunden. Für mich ist das der Inbegriff von Seenfinnland! Bei der gesamten Tour liegt der Fokus übrigens auf nachhaltigem Tourismus, also nicht nur bei der Anreise, sondern auch vor Ort möchte ich zeigen, was es für verantwortungsbewusste Angebote gibt. Dann schreibe ich mit Hochdruck an meinem kommenden Buchprojekt. Anfang 2027 wird mein Finnland-Reiseführer im Reise Know-How Verlag erscheinen. Vielleicht sprechen wir dann nochmal miteinander?

