Der FrankenwaldSteig führt auf 13 Etappen durch eine der waldreichsten Regionen Bayerns. Statt spektakulärer Gipfel stehen hier stille Wälder, naturbelassene Wege, sanfte Höhenzüge und ursprüngliche Täler im Mittelpunkt.
Der FrankenwaldSteig
Hier auf der Karte siehst du den Routenverlauf aller 13 Etappen des FrankenwaldSteigs, der als Rundweitwanderweg angelegt ist.

In Summe sind es 247 Kilometer, verteilt auf 13 Tagesetappen zwischen 11 und 29 Kilometern. Ich durfte in den FrankenwaldSteig reinschnuppern und die erste und letzte Etappe erwandern. Während die erste in Bad Steben beginnt, endet die letzte in Bad Steben.
Das Logo mit rotem Hintergrund, Bäumen und einem geschwungenen Pfad ist entlang der gesamten Route des Frankenwald Steigs zu finden.
Etappenüberblick

| Etappe | Start und Ziel | Distanz | Gehzeit | Bergauf | Bergab |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Bad Steben bis Nordhalben | 13,1 km | 4:20 Std | 392 hm | 404 hm |
| 2 | Nordhalben bis Ludwigsstadt | 26,6 km | 8:40 Std | 709 hm | 850 hm |
| 3 | Ludwigsstadt bis Teuschnitz | 14,2 km | 4:30 Std | 417 hm | 252 hm |
| 4 | Teuschnitz bis Kronach | 24,2 km | 7:20 Std | 379 hm | 678 hm |
| 5 | Kronach bis Gössersdorf | 16,7 km | 5:25 Std | 491 hm | 398 hm |
| 6 | Gössersdorf bis Kulmbach | 17,2 km | 5:30 Std | 412 hm | 509 hm |
| 7 | Kulmbach bis Stadtsteinach | 18,1 km | 5:35 Std | 467 hm | 428 hm |
| 8 | Stadtsteinach bis Wirsberg | 17,6 km | 4:45 Std | 152 hm | 133 hm |
| 9 | Wirsberg bis Hermes | 11,3 km | 3:40 Std | 354 hm | 209 hm |
| 10 | Hermes bis Presseck | 25,3 km | 8:00 Std | 659 hm | 513 hm |
| 11 | Presseck bis Culmitz | 28,9 km | 9:30 Std | 817 hm | 893 hm |
| 12 | Culmitz bis Issigau | 20,8 km | 6:25 Std | 427 hm | 458 hm |
| 13 | Issigau bis Bad Steben | 13,0 km | 4:15 Std | 394 hm | 346 hm |
Wer alle 13 Etappen erwandert, bekommt als Belohnung ein T-Shirt, das es nicht zu kaufen gibt. Es ist ein kleines, aber feines Ziel für alle, die sich am Ende als waschechte FrankenwaldSteig-Bezwinger fühlen wollen.
Neben dem FrankenwaldSteig gibt es auch die FrankenwaldSteigla. Das sind 40 besonders schöne Wanderwege zwischen fünf und zehn Kilometern Länge, die ebenfalls vom Deutschen Wanderverband zertifiziert wurden und immer wieder auf die Route des Weitwanderwegs treffen.
Etappe 1: von Bad Steben bis Nordhalben
Gehzeit: 4:20 Std | Distanz: 13,1 km | Höhenmeter 400 m | Tour auf Komoot ↗








Meinen ersten Tag auf dem FrankenwaldSteig starte ich direkt vor der Tür meines Hotels relexa am Kurpark in Bad Steben. Nur wenige Schritte trennen mich vom Kurhaus mit seiner historischen Wandelhalle. Ein kurzer Abstecher zur Trinkhalle für einen Schluck Bad Stebener Heilwasser lohnt sich, bevor es überhaupt richtig losgeht. An der Therme vorbei geht es hinauf zur „Schönen Aussicht“, wo sich auf der Alten Langenbacher Straße ein herrlicher Blick öffnet.
Auf naturnahen Feldwegen wandere ich zu den 12 Aposteln, einer geheimnisvollen Steinreihe, deren Ursprung bis heute ungeklärt ist: Observatorium aus der Steinzeit oder mittelalterliche Grenzmarkierung, niemand weiß es genau. Danach führt mich der Weg zum Wanderheim Hermesgrün, wo ich mich kurz auf eine Bank setze, bevor ich über Heinersberg weiter Richtung Nordhalben ziehe. Im Ortsteil „Grund“ komme ich an der Jubilate-Kirche vorbei, entdecke am gegenüberliegenden Hang den „Schwamma“, einen riesigen hölzernen Fliegenpilz, und mache einen kleinen Abstecher zum Dreiherrenstein, der einst drei Herrschaftsgebiete trennte. Heute markiert er die Grenze zwischen Bayern und Thüringen.
Am Bahnhof von Nordhalben, an dem von Mai bis Oktober die historische Rodachtalbahn hält, steige ich hinauf zum Schlossberg mit den alten Gräben der längst verschwundenen Burg und genieße unter dem „Schwamma“ noch einmal den Blick zurück ins Rodachtal. Über die Marienkapelle erreiche ich schließlich mein Etappenziel.
Etappe 13: von Issigau bis Bad Steben
Gehzeit: 4:15 Std | Distanz: 13 km | Höhenmeter 400 m / 350 m | Tour auf Komoot ↗













Meinen zweiten Tag auf dem FrankenwaldSteig starte ich in Issigau, gleich mit einem kurzen Besuch der Simon-und-Judas-Kirche. Über Feldwege und Wiesen steige ich hinauf zum Wiedeturm, 1903 aus Naturstein erbaut, dessen Aussichtsplattform mir auf 15 Meter Höhe einen weiten Blick hinüber nach Thüringen offenbart. Kurz danach komme ich fast am Deutschen Wanderdrehkreuz vorbei, wo Rennsteig, Frankenweg, Fränkischer Gebirgsweg und Blauer Kammweg aufeinandertreffen. Ich gönne mir eine kurze Rast genau dort, wo bis 1990 die innerdeutsche Grenze verlief und heute das Grüne Band wächst.
Weiter geht es für mich talwärts nach Blechschmidtenhammer, wo der historische Bahnhof heute ein Infozentrum beherbergt und ab und zu alte Züge auf der Museumsstrecke verkehren. Gleich in der Nähe lockt das Besucherbergwerk Friedrich-Wilhelm-Stollen zur Besichtigung. Danach folge ich dem Weg durchs Lohbachtal bergauf, vorbei an markantem Diabas-Gestein – dem alten vulkanischen Basalt, der auch das wildromantische Höllental geformt hat. Nach der Schutzhütte Hermannsruh, wo ich noch einmal zurück ins Tal blicke, erreiche ich die Burgruine Lichtenberg, von deren Mauern ich weit ins Höllental sehe, bevor ich durch die mittelalterliche Altstadt und vorbei am ausgezeichneten Restaurant „Harmonie“ spaziere. Mein Tipp hier ist die Fränkische Schiefertrüffelsuppe, die es nur hier gibt.
Von Lichtenberg aus gehe ich auf gemütlichen Wiesenweg bis Bad Steben, meinem Etappenziel.
Landschaften & Highlights



Der FrankenwaldSteig führt durch eine der waldreichsten Regionen Bayerns und zeigt dabei viele verschiedene Landschaften. Neben stillen Wäldern wanderst du durch grüne Täler, über sanfte Höhen und vorbei an markanten Felsformationen. Immer wieder laden Aussichtspunkte und Rastplätze dazu ein, die Ruhe der Natur zu genießen.
Bad Steben als Ausgangspunkt



Der Kurort Bad Steben bildet sowohl den Start- als auch den Endpunkt des FrankenwaldSteigs und eignet sich ideal, um die Wanderung entspannt zu beginnen oder ausklingen zu lassen.
Plane am besten etwas Zeit ein, um den Ort zu erkunden. Besonders sehenswert ist der historische Kurpark mit seinen beiden Heilquellen, der zum Spazieren und Verweilen einlädt. Direkt daneben befindet sich die beeindruckende Wandelhalle, in der du das Heilwasser probieren kannst.
Ebenfalls einen Besuch wert sind die Therme Bad Steben für eine entspannte Auszeit nach der Wanderung, die Wehrkirche St. Walburga sowie die katholische Kirche Mariä Himmelfahrt. Wer sich für Kultur interessiert, kann das Afrikamuseum besuchen oder sein Glück im Staatlichen Casino Bad Steben versuchen.
Auch kulinarisch hat Bad Steben einiges zu bieten. Rund um den Ort findest du Restaurants und Cafés. Besonders empfehlen kann ich das Brauhaus Budenschuster. Hier erwarten dich selbst gebrautes Bier, das es sonst nirgends zu kaufen gibt, und ein gemütlicher Biergarten.
Du siehst, die Möglichkeiten hier sind vielfältig.
Unterkunftstipp

Während meiner Zeit im Frankenwald bin ich im relexa hotel Bad Steben ↗ untergekommen, direkt am idyllischen Kurpark gelegen. Das 4-Sterne-Haus verfügt über 120 Zimmer in unterschiedlichen Kategorien. Es gibt eine Saunalandschaft, Schwimmbecken und einen Fitnessraum. Im Restaurant wird gefrühstückt und Abendgegessen. Aber auch am Mittag und Nachmittag lockt die schöne Terrasse im Grünen.
Wanderaragements
Das Gemütliche am FrankenwaldSteig ist, dass du dich weder um die Organisation noch um die Buchung der Unterkünfte kümmern musst. Mit den sogenannten Wanderarrangements kannst du dir nämlich (je nach Aufenthaltsdauer im Frankenwald) ausgewählte Etappen aussuchen. Du musst also nicht alle 13 Etappen am Stück gehen, sondern kannst sie „etappenweise“ absolvieren, indem du ein „Urlaubspaket“ für nur drei Tage buchst.
Praktisch ist auch, dass du nur deinen Tagesrucksack tragen musst und nicht dein gesamtes Reisegepäck (Stichwort: Wandern ohne Gepäck).
Hier kannst du dir ein Komplett-Paket, also ein Wanderaragement ↗, für den FrankenwaldSteig buchen.
Meine Erfahrung

Mit Premium-Wanderwegen habe ich in den letzten Jahren sehr gute Erfahrungen gemacht. Die zertifizierten Routen müssen bestimmten Kriterien entsprechen, und so war auch der FrankenwaldSteig durchweg gut markiert und bot mit vielen kleinen und großen Highlights unterwegs ein besonderes Wandererlebnis.
Ich bin zwar nur zwei von insgesamt dreizehn Etappen gegangen und habe damit nur einen kleinen Teil des Naturparks Frankenwald gesehen, aber einen guten Vorgeschmack bekommen. Aufgefallen sind mir vor allem die vielen Rastbänke an schönen Aussichtspunkten sowie die zahlreichen Wegtafeln, die immer wieder Lust auf weitere Wanderziele im Frankenwald machen (wie die Steigla). Obwohl ich Ende Juli, also mitten in den Sommerferien, unterwegs war, traf ich kaum andere Wanderer.
Offenlegung: Dieser Blogbeitrag entstand in Zusammenarbeit mit dem Frankenwald Tourismus. Die hier vorgestellten Inhalte habe ich mir im Rahmen des FrankenwaldSteigs komplett selbst ausgesucht.
