Österreich ist bekannt für seine Bergwelt, Seen und Wasserfälle – doch auch Klammen gehören für mich zu den schönsten Naturerlebnissen des Landes. Auf schmalen Stegen, über Brücken und entlang rauschender Bäche führen diese Wanderungen tief hinein in beeindruckende Schluchten.
Klammen in Österreich: Meine 6 Tipps
Gerade an warmen Sommertagen sind Klammen ein schönes und erfrischendes Ausflugsziel. Zwischen hohen Felswänden ist es oft deutlich kühler als im Tal, während sich Wildbäche ihren Weg durch enge Schluchten bahnen. Manche Klammen lassen sich auf kurzen Spaziergängen entdecken, andere erfordern Trittsicherheit und führen über steile Stufen und schmale Steige.
In diesem Artikel stelle ich dir sechs schöne Klammen in Österreich vor. Von bekannten Ausflugszielen im Salzburger Land und Kärnten bis zu etwas ruhigeren Schluchten in der Steiermark ist alles dabei.
1. Kitzlochklamm im Salzburger Land




Die Kitzlochklamm bei Taxenbach gehört zu den bekanntesten Klammen im Salzburger Land. Die Rauriser Ache hat sich hier über lange Zeit tief in den Fels eingegraben und eine Schlucht mit steilen Felswänden, Wasserfällen und kleinen Höhlen geschaffen.
Der Weg durch die Klamm führt über Brücken und gesicherte Stege immer wieder direkt am Wasser entlang. Besonders eindrucksvoll sind die hohen Felswände, die an einigen Stellen sehr nah zusammenrücken. Unterwegs passierst du außerdem einen historischen Stollen, der einst für die Goldsuche angelegt wurde.
Für die Besichtigung der Kitzlochklamm solltest du etwa eineinhalb Stunden einplanen. Wer anschließend noch weiterwandern möchte, findet in der Umgebung weitere Tourenmöglichkeiten. Direkt in der Klamm gibt es außerdem Klettersteige für geübte Bergsportler.
Die Kitzlochklamm ist ein gutes Ziel für einen Ausflug im Pinzgau und lässt sich beispielsweise mit einem Aufenthalt im Raurisertal verbinden. Da sie besonders im Sommer gut besucht sein kann, lohnt sich ein Besuch am frühen Morgen.
2. Tscheppaschlucht in Kärnten



Die Tscheppaschlucht bei Ferlach zählt zu den bekanntesten Schluchten Kärntens. Durch die Karawanken hat sich der Loiblbach tief in das Gestein eingegraben und eine abwechslungsreiche Klamm mit Wasserfällen, Brücken und steilen Felswänden geschaffen.
Die Wanderung durch die Schlucht ist deutlich mehr als ein kurzer Spaziergang. Über zahlreiche Stufen und Stege geht es durch den Wald und entlang des tosenden Wassers bergauf. Immer wieder eröffnen sich neue Perspektiven auf den Bach und die steilen Felsformationen.
Ein Highlight der Tour ist der Tschaukofall, der über eine hohe Felswand hinabstürzt. Auch die sogenannten Teufelsbrücken gehören zu den bekannten Abschnitten der Schlucht.
Für die Tscheppaschlucht solltest du ausreichend Zeit und festes Schuhwerk mitbringen. Die vielen Stufen machen die Tour durchaus anstrengend, dafür gehört die Wanderung für mich zu den abwechslungsreichsten Klammwanderungen in Österreich.
3. Salzaklamm bei Mariazell

Die Salzaklamm ist deutlich weniger ausgebaut als viele bekannte Klammen in Österreich. Genau das macht ihren Charakter aus. Der Wanderweg führt entlang der Salza durch einen schmalen Abschnitt mit Felsen, Wald und immer wieder schönen Blicken auf den Fluss.
Die Klamm liegt unweit von Mariazell und lässt sich gut in eine Wanderung durch das Mariazeller Land integrieren. Anders als bei klassischen Schauklammen gibt es hier keine langen Holzstege oder aufwendig angelegte Besucherwege. Stattdessen wanderst du auf einem naturbelassenen Pfad durch die Landschaft.
An einigen Stellen ist Trittsicherheit gefragt, besonders wenn der Boden nach Regen feucht und rutschig ist. Dafür wirkt die Salzaklamm deutlich ursprünglicher als viele andere Ausflugsziele dieser Art.
Ich bin die Salzaklamm als Rundwanderung von Mariazell aus gegangen. Die Tour lässt sich mit einem Spaziergang auf weiteren Wegen in der Umgebung kombinieren. Wer eine ruhigere Alternative zu den bekannten Klammen sucht, sollte sich diesen Abschnitt der Salza genauer anschauen.
4. Wörschachklamm in der Steiermark
Am Fuße des Grimming liegt die Wörschachklamm ↗, eine der bekanntesten Klammen der Obersteiermark. Der Wörschachbach hat sich hier tief zwischen die Felsen gegraben und sorgt für ein eindrucksvolles Wandererlebnis.
Der Klammsteig führt über Brücken, Holzstege und Treppen bergauf. Dabei begleitet dich das Wasser fast durchgehend. Die Wanderung selbst ist nicht besonders lang, aber durch die vielen Stufen durchaus abwechslungsreich.
Ein besonderer Abschnitt ist die sogenannte „Kuchl“, eine durch das Wasser ausgewaschene Höhle. Nach dem oberen Ende der Klamm kannst du deine Wanderung noch weiter fortsetzen. Unter anderem bietet sich ein Abstecher zur Burgruine Wolkenstein an.
Die Wörschachklamm eignet sich deshalb gut für einen halben oder ganzen Wandertag. Wer nach dem Durchstieg noch Energie hat, findet oberhalb der Schlucht weitere Wanderwege in Richtung Burgruine Wolkenstein.
5. Wasserlochklamm in Palfau




Die Wasserlochklamm in Palfau gehört sicher zu den eindrucksvollsten Klammen der Steiermark. Schon der Einstieg ist besonders: Eine Hängebrücke führt über die türkisfarbene Salza, bevor die eigentliche Klammwanderung beginnt.
Der Weg führt zunächst auf einem schmalen und teilweise steinigen Pfad bergauf. Danach geht es über Holzstege, Brücken und zahlreiche Stufen immer weiter hinauf. Insgesamt sind dabei über 300 Höhenmeter zu bewältigen.
Das Besondere an der Wasserlochklamm sind die zahlreichen Wasserfälle. Insgesamt passierst du mehrere Stationen, an denen sich das Wasser über die Felsen hinabstürzt. Je weiter du hinaufsteigst, desto höher werden die Wasserfälle.
Am oberen Ende wartet das namensgebende Wasserloch. Eine Aussichtsplattform bietet hier einen Blick auf die Quelle. Der Rückweg erfolgt je nach geöffneter Wegführung wieder über die Klamm oder als Rundweg.
Die Wasserlochklamm liegt bei Palfau und lässt sich gut mit weiteren Ausflugszielen rund um die Salza und den Nationalpark Gesäuse verbinden. Besonders an heißen Tagen solltest du dennoch festes Schuhwerk mitbringen: Der Weg kann durch das Wasser feucht und rutschig sein.
6. Raabklamm in der Steiermark




Die Raabklamm ist die längste Klamm Österreichs und liegt zwischen Arzberg und Weiz in der Oststeiermark. Sie besteht aus der Großen und Kleinen Raabklamm, die sich deutlich voneinander unterscheiden.
Die Kleine Raabklamm eignet sich besonders für eine einfache Wanderung entlang des Flusses. Der Weg ist breit und gut ausgebaut und führt ohne größere Schwierigkeiten durch das Tal. Unterwegs gibt es mehrere Stellen, an denen du direkt ans Wasser kommst.
Deutlich abenteuerlicher ist die Große Raabklamm. Hier wird der Wanderweg schmaler und ursprünglicher. Du gehst über Brücken und Stege, vorbei an Felsen und direkt entlang der Raab. An einigen Stellen helfen Seilsicherungen beim Passieren steiler oder rutschiger Abschnitte.
Ich bin unter anderem einen Rundweg von Arzberg durch die Große Raabklamm gegangen. Anschließend führt die Route über die Grasslhöhle und den Montanlehrpfad wieder zurück zum Ausgangspunkt.
Welche Klamm in Österreich ist die schönste?
Eine eindeutige Antwort gibt es darauf natürlich nicht. Während die Kitzlochklamm und Tscheppaschlucht mit spektakulären Stegen und hohen Felswänden beeindrucken, wirken die Salzaklamm und Große Raabklamm deutlich ursprünglicher.
Für einen kurzen Ausflug eignen sich beispielsweise die Wörschachklamm oder Kleine Raabklamm. Wer dagegen eine sportlichere Klammwanderung sucht, findet mit der Wasserlochklamm oder Tscheppaschlucht zwei Touren mit vielen Stufen und Höhenmetern.
Eines haben aber alle gemeinsam: Sie zeigen, welche Kraft Wasser über viele Jahrtausende entwickeln kann. Ob als kurzer Ausflug oder als Teil einer längeren Wanderung – eine Tour durch eine Klamm gehört für mich zu den schönsten Naturerlebnissen in Österreich.
