Das Raurisertal im Nationalpark Hohe Tauern im Salzburger Land bietet zahlreiche Möglichkeiten für Wanderungen. Zwischen ruhigen Seitentälern, bewirtschafteten Almen, tosenden Wasserfällen, Greifvögeln und den Spuren des historischen Goldabbaus gibt es erstaunlich viel auf dem Wanderweg zu entdecken.
Wandern im Raurisertal

5 Täler, 5 ganz unterschiedliche Erlebnisse
Was das Raurisertal so außergewöhnlich macht, ist seine Vielfalt. Das 30 Kilometer lange Tal liegt im Nationalpark Hohe Tauern und ist mit einem riesigen Angebot an Wanderwegen, fünf Seitentälern und zahlreichen Almen ein riesiges Wandergebiet. Dabei geht es nicht nur darum, möglichst viele Höhenmeter zu sammeln: Jedes der Seitentäler hat seinen ganz eigenen Highlights.
Das Seidlwinkltal ist beispielsweise das „Tal der Säumer“, während du im Krumltal auf die Suche nach den „Königen der Lüfte“ gehen kannst. Denn hier wurden im Jahr 1986 Geier wiederangesiedelt. Im Hüttwinkltal, dem „Tal des Goldes“, dreht sich dagegen vieles um die jahrhundertealte Geschichte des Goldbergbaus. Und auch Wasser spielt im Raurisertal eine ganz besondere Rolle: Mehr als 300 natürliche Quellen machen die Region zu Recht zum „Tal der Quellen“.
Genau diese Kombination aus Natur, Geschichte und unterschiedlichen Landschaften ist für mich eine der großen Besonderheiten des Raurisertals. Du kannst hier an einem Tag gemütlich zu einer Alm wandern, am nächsten Tag durch ein wildes Seitental laufen und zwischendurch auf die Spuren von Goldgräbern oder Bartgeiern gehen.
1. Kitzlochklamm




In der Kitzlochklamm erwartet Dich eine ganz andere Welt: eine enge Schlucht, tosende Wassermassen tief unter Dir und spektakuläre Steiganlagen, die teilweise ordentlich Höhenmeter verlangen. Schon nach den ersten Metern wird klar, dass hier der Weg selbst zum Erlebnis wird. Du wanderst vorbei an einem beeindruckenden Wasserfall, durch enge Felswände und sogar durch ehemalige Stollen. Ein besonderes Highlight ist die Teufelstreppe, die sich spektakulär durch die Schlucht schlängelt.
Für den Besuch der Kitzlochklamm hast Du verschiedene Möglichkeiten. Die eigentliche Klamm lässt sich in etwa 30 Minuten erkunden (ohne Rückweg). Du kannst anschließend denselben Weg zurückgehen oder dich beim Ritzstollen beziehungsweise bei der Einsiedelei rechts halten und deine Tour über einen Wanderpfad zum Parkplatz fortsetzen. Hier eine Übersicht:
- Nur Kitzlochklamm: 30 Minuten, ohne Rückweg
- Durch die Klamm bis Rauris: 2,5 Stunden
- Rundweg Kitzlochklamm und Maria Elend: 3,5 Stunden
Auch ohne Auto ist die Kitzlochklamm gut erreichbar: An der B311 befindet sich eine Bushaltestelle. Wer mit dem Auto anreist, findet kostenlose Parkplätze, die etwa zehn Gehminuten vom Eingang der Klamm entfernt liegen. Alternativ gibt es kostenpflichtige Parkplätze direkt am Klammeingang. Falls du im Besitz der Nationalpark SommerCard bist, ist der Eintritt bereits enthalten.
2. Rauriser Hochalm






Die Rauriser Hochalm ist ein guter Ausgangspunkt, wenn Du an einem Tag gleich mehrere Gipfel erkunden möchtest. Von der Bergstation der Hochalmbahn kannst Du je nach gewählter Route zwischen einem und bis zu fünf Gipfeln erreichen.
Der nächstgelegene Gipfel ist die Schwarzwand auf 2.194 Metern. Bis zum Gipfel solltest Du etwa 1,5 Stunden einplanen. Der Weg führt zunächst kontinuierlich bergauf und verläuft über einen breiten Wirtschaftsweg. Nur das letzte Stück ist ein Bergpfad.
Zum Reißrachkopf gelangst du von der Schwarzwand in etwa einer halben Stunde über einen alpinen Gratweg, der als T3-Schwierigkeit eingestuft ist. Hinab führt dann ein „leichterer“ Weg. Auch hier hast du die Option weitere Gipfel zu erklimmen, wie den anspruchsvollen Hirschkopf. Die Route über die Zweitausenderberge lässt sich individuell planen.
Auch beliebt ist die Auffahrt mit der Gondel und dann der Abstieg nach Rauris zu Fuß.
Direkt an der Bergstation befindet sich ein Speicherteich, den man umrunden oder auch anders erleben kann: Ein Barfußweg führt am Wasser entlang und du kannst mit einem Floß übers Wasser gleiten.
Falls du im Besitz der Nationalpark SommerCard bist, kannst du mit den Hochalm Bergbahnen kostenlos hinauf- und hinunterfahren.
3. Rauriser Urwald




Der Rauriser Urwald im Hüttwinkltal im Talschluss von Kolm Saigurn zählt zu den besonderen Naturerlebnissen im Raurisertal. Der Name ist dabei durchaus passend, denn der Wald ist geprägt von alten Zirben und Fichten, moos- und flechtenbewachsenen Bäumen sowie zahlreichen kleinen Gewässern. Insgesamt gibt es hier etwa 70 Tümpel, die dem Wald seinen besonderen Zauber verleihen.
Ein etwa drei Kilometer langer Rundweg führt durch das Waldgebiet. Dabei sind rund 150 Höhenmeter zu bewältigen. Die Tour ist damit nicht besonders lang und eignet sich gut, wenn du im Raurisertal unterwegs bist und eine kürzere Wanderung durch eine besonders ursprüngliche Landschaft unternehmen möchtest.
Faszinierend ist der Urwald auch deshalb, weil du hier nicht einfach nur durch einen Wald wanderst, sondern verschiedene kleine Lebensräume auf engem Raum erlebst. Zwischen den alten Bäumen liegen Tümpel und feuchte Bereiche, während rundherum die hochalpine Landschaft beginnt.
Falls du im Besitz der Nationalpark SommerCard bist, ist die Maut für dich nicht gebührenpflichtig.
Der Rauriser Urwald lässt sich außerdem im Rahmen einer geführten Exkursion ↗ mit einer Nationalpark-Rangerin oder einem Nationalpark-Ranger erkunden. Gerade dabei bekommst du noch einmal einen anderen Einblick in die Besonderheiten des Waldes.
4. Barbarawasserfall und Naturfreundehaus Neubau








Es gibt mehrere Möglichkeiten, den Barbarawasserfall und das Naturfreundehaus Neubau miteinander zu verbinden: in Kombination mit dem Rauriser Urwald, über den Gletscherlehrpfad oder den Tauerngold-Rundwanderweg.
Der Aufstieg (Weg Nr.122) aus Kolm-Saigurn ist sehr steil und dadurch anspruchsvoll. Der Abstieg über die Gainschniggalm ist als familienfreundlich (also nicht so steil) beschrieben. Auf der Route gibt es einige Einkehrmöglichkeiten.
5. Krumltal – Das Tal der Geier








Das Krumltal ist eines der bekanntesten Seitentäler des Raurisertals und trägt nicht ohne Grund den Namen „Tal der Geier“. 1986 wurde das Krumltal für die Wiederansiedlung des Bartgeiers ausgewählt. Der Bartgeier war in Europa im 19. Jahrhundert nahezu vollständig ausgerottet worden. Durch internationale Zuchtprogramme konnte schließlich mit der Wiederansiedlung begonnen werden.
Heute kannst du im Krumltal mit etwas Glück verschiedene Greifvögel beobachten. Neben Bartgeiern sind hier auch Gänsegeier und Steinadler unterwegs. Besonders interessant: Zwischen Mai und September halten sich im Raurisertal regelmäßig bis zu 100 Gänsegeier auf.
Auf einem breiten Wirtschaftsweg geht es etwa 4,5 Kilometer bergauf bis zur Bäualm auf knapp 1.600 Metern. Dabei wanderst du oberhalb des Krumlbachs, kommst an zahlreichen Wasserfällen vorbei und begegnest vielen Kühen. Unterwegs informieren Schautafeln über die Geier und ihre Lebensweise.
Auf der Bäualm wartet schließlich ein Aussichtsfernrohr, mit dem du die umliegenden Felswände und den Himmel nach den Greifvögeln absuchen kannst. Ob du tatsächlich einen Bart- oder Gänsegeier entdeckst, lässt sich natürlich nicht planen. Bei der Alm gibt es außerdem eine Panoramaterrasse sowie Tiere wie Gänse, Enten und Schwarznasenschafe.
Das Krumltal kannst du übrigens auch im Rahmen einer geführten Wanderung ↗ mit einer Nationalpark-Rangerin oder einem Nationalpark-Ranger kennenlernen. Gerade wenn du dich für die Greifvögel interessierst, ist das eine interessante Möglichkeit, mehr über die Wiederansiedlung und das Leben der Tiere in den Hohen Tauern zu erfahren.
Unterwegs mit öffentlichen Verkehrsmitteln
Dank des Guest Mobility Tickets, das jeder Übernachtungsgast im Salzburger Land erhält, bist du während deines Urlaubs kostenlos mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs. So erreichst du viele Ausgangspunkte für Wanderungen ganz bequem ohne Auto.
Falls du dir ein paar Höhenmeter sparen oder einen Ausgangspunkt ansteuern möchtest, den kein Linienbus anfährt, kannst du das Tälertaxi nutzen. Damit gelangst du zum Beispiel bequem ins Seidlwinkltal.
Mein Unterkunftstipp



Während meines Aufenthalts habe ich im Hotel Bräu in Rauris übernachtet. Das familiengeführte Hotel liegt zentral im Ort und verbindet eine gemütliche Atmosphäre mit kurzen Wegen zu den Wanderausgangspunkten und den Rauriser Hochalmbahnen. Besonders angenehm ist, dass Du viele Unternehmungen von hier aus auch ohne Auto starten kannst.
Weiterführende Infos
- Aktuelle Wocheninformationen ↗ (Öffnungszeiten von Hütten und Almen, Tälertaxis und Busfahrpläne)
- Hochalmenbahnen ↗
Offenlegung: Dieser Blogbeitrag ist in Zusammenarbeit mit dem Tourismusverband entstanden. Die einzelnen Inhalte habe ich mir selbst ausgesucht.
