Kann eine 360-Grad-Kamera das Filmen als Solo Creator wirklich einfacher machen? Ich habe die Insta360 X4 Air in unterschiedlichen Naturumgebungen und auf einer Alpenüberquerung ausprobiert.

Als Content Creator und Fotografin habe ich bereits erste Erfahrungen mit dem Filmen mit Fujifilm-Systemkameras gesammelt. Gerade wenn man alleine unterwegs ist, bedeutet das allerdings oft einiges an Aufwand: Stativ aufbauen, Kamera ausrichten, per Fernauslöser starten, Szene filmen, kontrollieren – und oft alles noch einmal von vorne.
Eine 360-Grad-Kamera ist damit kaum zu vergleichen. Gerade für Solo Creator eröffnet sie völlig neue Möglichkeiten. Viele Szenen gelingen beim ersten Versuch, weil die Kamera einfach alles um einen herum aufnimmt. Man muss sich nicht ständig Gedanken über den Bildausschnitt machen, braucht keinen zweiten Bildschirm zur Kontrolle und kann sogar auf ein Stativ verzichten. Gleichzeitig spart man Gewicht im Rucksack.
Das Unternehmen Insta360 hat sich auf 360-Grad-Kameras spezialisiert und seine Kameras kontinuierlich für die Nutzerinnen und Nutzer weiterentwickelt.
Gewicht, Größe und Preis

Laut Hersteller bringt die Insta360 X4 Air nur 165 Gramm auf die Waage und ist damit angenehm leicht für unterwegs. Zum Vergleich: Mein iPhone 16 Pro inklusive Hülle wiegt 245 Gramm, meine Fujifilm X-T5 mit Objektiv sogar 1.181 Gramm. Gerade auf längeren Wanderungen oder einer Mehrtagestour macht sich dieser Gewichtsunterschied im Rucksack deutlich bemerkbar.
Technisch setzt sie auf zwei 1/1,8-Zoll-Sensoren und zeichnet 360-Grad-Videos in 8K mit bis zu 30 Bildern pro Sekunde auf. Außerdem unterstützt die Kamera RAW-/DNG-Format. Für Solo Creator besonders praktisch: Die X4 Air bietet FlowState-Stabilisierung, 360°-Horizontsperre und ist bis 15 Meter wasserdicht – und das sogar ohne zusätzliches Gehäuse.
Die Kamera kostet 429 Euro und ist in Graphitschwarz und Polarweiß erhältlich.
Mein erster Eindruck




Schon beim Auspacken macht die Kamera einen hochwertigen Eindruck. Auch die Verpackung ist ansprechend gestaltet und weckt direkt die Vorfreude auf den ersten Einsatz.
Noch wichtiger war für mich aber die Bedienung. Ich bin zwar keine Einsteigerin im Filmen, hatte mich bei meiner früheren GoPro allerdings nie wirklich wohlgefühlt. Bei der Insta360 war das anders: Die Bedienung über die Tasten und das Display ist intuitiv und ich hatte schnell die ersten Aufnahmen im Kasten.
Natürlich habe ich mir trotzdem einige YouTube-Videos angesehen und war von diesem Kanal ↗ ganz begeistert. Weniger, um jede einzelne Funktion zu kennen, sondern vielmehr, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie andere Creator mit einer 360-Grad-Kamera arbeiten. Denn die Technik ist nur die eine Seite – spannend wird es erst, wenn man lernt, wie man die Kamera kreativ einsetzt.
Zum ersten Mal richtig im Einsatz war die Kamera während meiner Alpenüberquerung vom Tegernsee nach Sterzing. Besonders überrascht hat mich, wie leicht sie war. Mit ihren 165 Gramm fällt sie im Tagesrucksack kaum ins Gewicht – vor allem, wenn man sonst eine Systemkamera mit über einem Kilogramm dabei hat. Gleichzeitig nimmt sie deutlich weniger Platz ein. Ich hatte sie griffbereit im seitlichen Außenfach des Rucksacks.
Vorher habe ich sie aber bereits in unterschiedlichen Landschaften getestet – unter anderem an einem kristallklaren Bergbach und in einem Moorgebiet. So konnte ich mich in Ruhe mit der Kamera vertraut machen, bevor es auf eine längere Tour ging. Zudem habe ich gemerkt, welches Zubehör mich noch besser unterstützen könnte.
Was mich sehr begeistert hat: Ich musste deutlich seltener Szenen wiederholen. Normalerweise kontrolliere ich ständig, ob ich überhaupt im Bild bin. Mit der Insta360 konnte ich mich viel stärker auf das Wandern konzentrieren.
Die Bildqualität hat mich positiv überrascht. Gerade bei Tageslicht sind die Aufnahmen scharf und detailreich. Auf meinen Wanderungen hat der Akku für meine Zwecke problemlos gereicht. Da ich eine zittrige Hand habe, ist die FlowState-Stabilisierung schon ziemlich praktisch. Als nicht gerade geduldiger Mensch finde ich es angenehm, dass es diesen Schnellauslöser gibt. Ich tippe ihn einfach an und die Kamera beginnt sofort mit der Aufnahme.
Ich habe die Wasserdichtigkeit direkt ausprobiert und die Kamera während einer Wanderung kurzerhand in einen Bergsee getaucht. Das hat sie problemlos mitgemacht, sodass ich mir keine Gedanken machen musste, wenn sie einmal nass wird oder bei Regen zum Einsatz kommt.
Viel Zubehör für unterschiedliche Einsatzzwecke

Nicht jeder Solo Creator ist gleich unterwegs. Manche wandern, andere fahren Fahrrad, sind auf dem Wasser oder reisen mit dem Van. Entsprechend groß ist auch die Auswahl an Zubehör für unterschiedliche Sportarten und Einsatzzwecke.
Besonders faszinierend finde ich den unsichtbaren Selfie-Stick, mit dem sich Aufnahmen erzeugen lassen, die fast wie Drohnenaufnahmen wirken. Darüber hinaus gibt es Rucksackhalterungen für freihändiges Filmen, verschiedene Stative, Mikrofone, den Quick Reader und viele weitere Erweiterungen. So lässt sich die Kamera an die eigenen Anforderungen anpassen.
Zwar gibt es eine gepolsterte Schutzhülle für die Kamera. Falls die Linsen doch einmal zerkratzt sein sollten, kann man diese praktischerweise austauschen.
Wem würde ich sie empfehlen
Ich würde sie vor allem Menschen empfehlen, die häufig alleine unterwegs sind und ihre Erlebnisse aus möglichst vielen Perspektiven festhalten möchten. Gerade auf längeren Unternehmungen zählt jedes Gramm. Während eine Kamera mehr als einen Kilo wiegt, bringt die Insta360 X4 Air gerade einmal 165 Gramm auf die Waage. Selbst mein iPhone 16 Pro ist schwerer. Wer möglichst leicht unterwegs sein möchte, merkt diesen Unterschied.
Egal ob Wanderer, Reisende oder Content Creator: Wer nicht jedes Mal ein schweres Kamera-Setup aufbauen möchte oder darauf angewiesen sein will, dass jemand anderes filmt, bekommt mit einer 360-Grad-Kamera viele neue Möglichkeiten. Gerade auf Reisen bedeutet das weniger Aufwand und oft auch deutlich spontanere Aufnahmen.
Im Vergleich zur X5 ist die X4 Air kein „älteres Modell“, sondern eine Lightweight-Version.
Hier kommst du direkt zur Herstellerseite der Insta360 X4 Air ↗, um die alle Features im Detail anzuschauen.
Wie würde ich starten?
Wenn mich jemand fragen würde, wie man am besten mit einer Insta360 startet, würde ich gar nicht zuerst das Handbuch empfehlen.
Schau dir lieber YouTube-Videos an und achte darauf, wie andere ihre Kamera bewegen und welche Perspektiven sie nutzen. Die kreativen Ideen bringen oft mehr als das reine Lernen der Menüs.
Und dann gilt: einfach loslegen. Starte mit einem kleinen Spaziergang oder einer kurzen Wanderung, statt direkt den gesamten Urlaub filmen zu wollen. Mit jedem Versuch entwickelt man ein besseres Gefühl dafür, welche Szenen funktionieren und welche Einstellungen zur eigenen Art des Filmens passen.
Learning by doing funktioniert hier am besten.
Im Nachhinein heißt es dann, sich mit der Software zu beschäftigen, um tolle Videos zu erstellen. Das gilt nicht nur für die X4 Air, sondern generell für 360-Grad-Kameras. Auch hier lohnt es sich, Tutorials anzuschauen und zu lernen, wie man am besten mit Insta360 Studio arbeitet. Die Software braucht etwas Einarbeitung. Auch wenn die Bedingung intuitiv ist, muss man sich mit den vielen Möglichkeiten erst einmal beschäftigen.
Ich freue mich auf weitere Unternehmungen in unterschiedlichsten Landschaften mit der Insta360-Grad-Kamera im Gepäck. Neugierig bin ich auf jeden Fall auch auf SlowMotion und kreative Szenen.
Ich bin auch sehr neugierig auf die Unterstützung durch KI im Videoschnitt. Es soll möglich sein, dass die besten Szenen automatisch ausgesucht werden, was letztendlich weniger Arbeit und ein schnelleres Ergebnis bedeutet. Das werde ich auf jeden Fall noch ausprobieren.
Offenlegung: Dieser Blogbeitrag entstand in Zusammenarbeit mit Insta360. Es gab keine Vorgaben. Die hier vorgestellten Inhalte habe ich mir selbst ausgesucht.
