access_time 18. Oktober 2018 placeRottnest Island, Freemantle, Australien local_offer Strand, Tiere, Lieblingsplätze

Lieblingsplätze: Quokkas!!! Und Rottnest Island

Stefan Es gibt einen Platz in Australien, an dem niedliche Kreaturen hausen und der die Herzen von Radtouristen höher schlagen lässt. Ein Platz, erreichbar durch ein kleines Abenteuer: die Überquerung eines (zugegeben ziemlich kleinen) Teils des Indischen Ozeans. So kann man später nicht nur von Quokkas, Dünen und Buchten erzählen, sondern auch ein bisschen über seinen Wagemut berichten. Und - vielleicht übertreibe ich auch ein bisschen.

Anreise

Gemütlich bahnt sich das Schiff seinen Weg auf dem Swan River. Dieser stellt die nasse Verbindung zwischen der einsamsten Millionenmetropole Perth und den salzigen Weiten des Indischen Ozeans her. Hier ist noch alles ruhig.

Wem das zu langweilig klingt – oder sich auch schon seine Zeit im kultigen Fremantle vertreibt – der kann natürlich auch dort zusteigen. Bisschen billiger ist es so auch.

Legt das Boot dann wieder ab, hat sich der feuchte Untergrund auch schon von Süß- zu Salzwasser gewandelt. Fällt einem der Salzgehalt des Wassers eher weniger auf, sind es spätestens die höher werdenden Wellen, die einem Gewissheit verschaffen nun endgültig auf hoher See unterwegs zu sein. Immerhin 19 Kilometer gilt es so zurückzulegen, was – den Farbschattierungen der Gesichter der Mitreisenden zufolge – nicht für jeden der selbe Spaß ist.

Aber irgendwann endet auch das größte Seefahrer-Abenteuer und man steuert auf den Hafen der kleinen Insel zu. Idealerweise hat mit dem Bootsticket auch gleich ein Fahrrad reserviert und nimmt dieses beim Ausstieg entgegen — um festzustellen, dass die kleine Insel doch relativ groß ist, wenn man sie mit reiner Körperkraft erobern will.

Nach wenigen Minuten Fahrt lässt man Perth hinter sich.

Und nun? Na, auf zum West-End!

Der Drahtesel ist startklar, man hat sich noch schnell mit einer Karte aus dem Tourist-Office bewaffnet, und nun könnte man ja eigentlich loslegen. Nur wohin? Empfehlung: Immer der Nase nach! Zu wenig Details? Na gut.

Denen, die ganz gerne mal in die Pedale treten – oder sich irgendwoher motorisierte Hilfe beschaffen – kann ich das West-End empfehlen. Das liegt, wie der Name schon sagt, am (anderen) Ende der Insel. Je nach gewählter Strecke sind das rund 10 Kilometer, die man dann natürlich auch wieder zurück muss.

Halb so schlimm; kein Grund zur Eile. Entlang der Küste laden mehrere Strände zum verweilen ein. Am Ziel angelangt, empfangen einen schroffe Klippen und aus dem Wasser ragende Felsen. Mit ein wenig Glück – und guten Augen – kann man auch deren große Bewohner beobachten: Seelöwen.

Eine Bucht nach der anderen befindet sich auf dem Weg zum West-End.

Felsige Klippen erwarten einen am West-End.

Das Inselinnere

Hat man sich sattgesehen und steigt wieder auf sein Fahrrad – nach dem man es anhand seiner Nummer aus einer Vielzahl seinesgleichen mit verblüffender Ähnlichkeit wiedergefunden hat – nimmt man am besten einen anderen Weg wieder zurück.

Irgendwann – je nach Fahrtempo und Körpergröße – wird man in der Ferne den majestätischen Leuchtturm, der auf einer kleinen Anhöhe thront, wahrnehmen. Den kleinen Umweg sollte man ruhig in Kauf nehmen, kann man von hier doch weit über die Insel schauen. Wer will kann nicht nur zum, sondern auch auf den Turm — kostet aber.

Wer es bis dahin noch nicht gesehen hat, dem bietet sich der Anblick vielleicht hier: am Boden sitzende, liegende, kriechende, fotografierende Menschen. Wem das als Highlight etwas schräg vorkommt, der sei beruhigt. Die – aus der Ferne eigenartig anmutende Menschenansammlung – hat den wahrscheinlichsten niedlichsten Grund der Welt: Quokkas!

Diese kleinen Beuteltiere existieren nur noch auf dieser Insel und genießen ein Superstar-Leben. Kaum lassen sie sich auf der Straße blicken, sind sie auch schon umringt von Paparazzi (auch bekannt als Menschen), die gar nicht genug davon bekommen ein Foto nach dem anderen zu schießen.

Definitiv eines der niedlichsten Lebewesen dieses Planenten: ein Quokka.

Der markante Leuchtturm im Zentrum der Insel.

Zurück zum Hafen

Sind die Speicherkarte – und die Ersatzspeicherkarte – voll, stellt man vielleicht auch langsam den stärker werdenden Hunger fest. Wer sich nicht von dem, was er am Wegesrand so findet ernähren will, der sollte langsam wieder den Weg in Richtung Hafen einschlagen.

Hier befinden sich jede Menge – am Anfang voller Entdeckermotivation links liegengelassener – Restaurants und Cafés. Da sollte für jeden Hunger was zu finden sein. Merkt man nach dem Essen auch die aufkeimende Müdigkeit – oder blickt überrascht auf die Uhr und merkt, dass die Zeit viel zu schnell verflogen ist – sollte man auch bald sein Fahrrad abgeben. Immerhin steht einem ja noch der zweite Teil des Meeres-Abenteuers bevor.

Zeit für eine Pause. Gelegenheiten gibt es genug.

In Kürze

  • Tickets für Fährboote (circa 130 AUD, entspricht 84 Euro) werden von Unternehmen angeboten. Bei den meisten kann man zusätzlich auch gleich ein Fahrrad dazu mieten.
  • Der Eintrittspreis für die Insel (wird zur Aufrechterhaltung des Reservats verwendet) ist meist schon im Boots-Ticket inkludiert.
  • So schlimm ist die Bootsfahrt auch wieder nicht ;)
  • Trinken einpacken! Vor allem wenn man mit Fahrrad unterwegs ist. Außer im Hafenbereich gibt es keine Einkaufsmöglichkeiten.
  • Sonnencreme! - Gut sollte in Australien selbstverständlich sein. Aber sicher ist sicher.
  • QUOKKAS!!!
  • Große Bitte: Haltet Euch an das Fütterverbot für Quokkas. Nicht das die krank werden!

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