Entdecke die wilde Seite der belgischen Ardennen bei einer beeindruckenden Wanderung entlang der Felswand Hérou. Diese mittelschwere Tour führt dich durch dichte Wälder, entlang des idyllischen Ufers der Ourthe und zu atemberaubenden Aussichtspunkten. Oben auf den Felsen erwartet dich ein spektakulärer Blick auf das Flusstal und die umliegenden Wälder. Bereit für dein nächstes Naturerlebnis?
Wanderung zum Hérou
Hérou bezeichnet eine beeindruckende Felslandschaft, die majestätisch aus dem dichten Wald hervorragt und an einer Stelle sogar steil hinabfällt. Zu ihren Füßen schlängelt sich die Ourthe in malerischen Mäandern durch das Tal, während der Wanderweg direkt an dieser spektakulären Szenerie vorbeiführt.
Es gibt mehrere Einstiegsmöglichkeiten, um zum Hérou zu wandern. Ich starte am Parkplatz in Ollomont unweit von Nadrin, wo ich mein Fahrrad abstelle.
Wegbeschreibung


Weiter oben am Ausgangspunkt zieht eine wunderschöne weiße Kapelle mit roten Türen und Fenstern meine Aufmerksamkeit auf sich. Die Kapelle Sainte-Marguerite stammt ursprünglich aus dem 12. Jahrhundert und wurde im Laufe der Zeit mehrfach erneuert. Die Grabsteine des Friedhofs wirken wegen ihrer Verwitterung beinahe ebenso alt.
Eigentlich will ich ja zum Hérou wandern, also gehe ich bald los und folge der Straße hinab, bis ich an einer Gabelung rechts auf den Wanderweg wechsle. Ich orientiere mich zunächst an der rot-weißen Markierung mit der Weg-Nummer 10. Routen gibt es hier einige, wie dem GR 57 und dem Eislek Trail. Und dann geht es erst einmal bergab. Der Boden ist noch feucht vom Regen der letzten Nacht. Nach kurzer Zeit wandere ich durch einen dichten Wald, dessen dünne Bäume von Efeu umrankt sind. Der Waldboden ist bereits mit Laub bedeckt, das erste Anzeichen des Herbstes. Durch das Geäst erkenne ich weiter oben eine versteckte Madonna, die auf einem Felsen ragt. Ein kurzer Trampelpfad führt in die Richtung, aber nicht bis ganz hinauf.






Noch ein kurzes Stück weiter bergab und schon stehe ich am Ufer der dunklen Ourthe. Für eine Zeitlang werde ich dem Flusslauf folgen. Auf die andere Uferseite blickend stehend dort einige Hütten und Häuser mit Abstand zueinander. Menschen sehe ich auf diesem Abschnitt allerdings keine. Der naturbelassene Weg erfordert das Übersteigen einiger umgefallener Bäume. Der Wanderpfad ist zwar deutlich erkennbar, aber es ist sehr zugewuchert, was den Ort hier unberührter macht.
Nach etwas mehr als einem Kilometer kehre ich dem Fluss den Rücken und nehme ein paar Höhenmeter in Angriff. Ein Blick zurück offenbart mir, einen fantastischen Blick auf das Flusstal. Dann geht es auf einem Waldpfad links weiter. Nun schaue ich auf die Beschilderung vom Eislek Trail mit dem Symbol einer weiß-blauen Welle.
Als ich zum Aussichtspunkt Francois Remy gelange, lege ich eine Pause ein. Von den Felsplatten genieße ich den Ausblick auf die herbstliche Waldlandschaft um mich herum. Wegen meiner Höhenangst halte ich dennoch genug Abstand zur Abbruchkante. Es geht zwar nicht ganz tief hinab, wie in den Alpen, aber mulmiges Gefühl habe ich dennoch.




An der nächsten Gabelung gibt es die Möglichkeit unten langzugehen oder oben über den Kamm. Zunächst gehe ich unten weiter, aber bei der nächsten Gelegenheit folge ich dem Pfad bergauf. Aussichtsreich und mit leicht wackeligen Knien geht es über den Felsenweg weiter. Zur Seite schützt das Gebüsch davor, dass man senkrecht hinabblickt. Der Pfad ist wirklich spannend und ich genieße die Einsamkeit. Auch wenn ich mir eingestehen muss, dass er nicht schwierig zu gehen ist. Ich mache eine Pause, um die Ourthe in beide Richtungen zu fotografieren. Leider passt die enge Flusskurve nicht aufs Bild, aber das ist nicht weiter schlimm.
Mehrere parallel verlaufende Pfade stehen zur Auswahl. Zunächst wähle ich den unteren, der nicht über den Grat führt – und entscheide mich später doch wieder hinaufzusteigen. Ich komme an der Stelle raus, wo die senkrecht abfallende Felswand des Hérou liegt. Wer von der anderen Seite hinaufwandert, tut dies über eine etwa 150 Meter lange stahlseilversicherte Passage. Bin ich froh, dass ich da nicht herkomme und auch nicht hinunter muss. Ganz schön steil und felsig sieht das aus.






Ich wende mich dem Abstieg durch den Wald zu und halte mich auf Höhe der Ourthe rechts. Zwischendurch ist der Weg doch etwas nass und die Steine am Boden rutschig. Eine Weile folge ich dem Uferweg. Dieser Pfad ist wieder ganz anders und erfordert mehr Konzentration, denn der Steig geht über Stück und Stein. Hier sehe ich auf der anderen Seiten nur Natur pur. Zum ersten Mal treffe ich heute andere Wanderer.




Der Beschilderung nach Nadrin folgend verlasse ich die Ourthe wieder und wandere auf dem breiten Weg weg vom Wasser. Erst als ich auf eine leicht zu übersehbare Kapelle an einer Straßenecke treffe, halte ich mich rechts. Schließlich treffe ich wieder auf die Friedhofskapelle, bei der meine Wanderung begonnen hat. Zufrieden und erfüllt von der eindrucksvollen Natur rund um den Hérou trete ich die Heimreise an.
Der Hérou liegt im Naturpark mit den zwei Ourthen: Diese Region gilt als eine der ursprünglichsten in ganz Belgien. Für mich persönlich ist der Hérou ein Ort wilder und unberührter Natur.
Die Tour zusammengefasst
- Lage: Belgische Ardennen / Wallonie / Provinz Luxemburg
- Beste Zeit: ganzjährig möglich; nach Regentagen sind die Wege jedoch rutschig
- Velängerung:
- nach der steilen Felswand noch weiter
- auch in Richtung Nadrin kann man eine Extrarunde einlegen
- Geeignet für: alle, die trittsicher wandern können
- Anreise/Abreise:
- mit dem Auto: Parkplätze gibt es zum Beispiel in Ollomont
- mit dem Fahrrad, Verleih in La Roche-en-Ardenne
- mit der Buslinie 15 ↗: LA ROCHE Quai de l’Ourthe bis NADRIN Place

Bike & Hike in der Wallonie



Wer in der Wallonie ohne Auto unterwegs ist, kann es an manchen Orten schwerer haben, Ausflugsziele zu erreichen. Zwar gibt es zahlreiche Haltestellen, doch die Busse verkehren vielerorts nur unregelmäßig.
Während meines Aufenthalts im Herbst fuhr der Bus von La Roche-en-Ardenne nach Nadrin nur zweimal täglich. Um flexibler zu sein – und da die 13 Kilometer keine allzu große Entfernung sind – lieh ich mir ein E-Bike bei Bike and Sleep ↗ im Ort aus. Die Fahrt zum Ausgangspunkt dauerte etwa eine Stunde. Zurück ging es mit dem Rad deutlich schneller, da bergab.
Offenlegung: Dieser Blogbeitrag entstand in Zusammenarbeit mit dem Tourismusverband VISITWallonia ↗. Es gab keine Vorgaben. Die hier vorgestellten Inhalte habe ich mir selbst zusammengestellt.