How-To: Wie du in Kanada garantiert vom Bären gejagt, angegriffen und gefressen wirst

access_time 22. Februar 2019 place Kanada local_offer ,

How-To: Wie du in Kanada garantiert vom Bären gejagt, angegriffen und gefressen wirst

Janine  Einmal ein süßes Bärenjunges sehen? Oder einen Bären füttern und streicheln? Oder nur ein Foto von einem wilden Bären knipsen? Kanada ist dein Playground. In den Nationalparks Jasper, Banff und Yoho leben über eine halbe Millionen Bären. Erlebe einen unvergesslichen Roadtrip. Wenn du die nachfolgenden Tipps befolgst, ist deine Bären-Begegnung garantiert. Und vielleicht ist sie auch dein letzter Ausflug.

Wo du in Kanada Bären findest

Wenn du durch West-Kanada reist, dann wirst du zwangsläufig mit dem Thema Bären konfrontiert.

Vor allem inden Nationalparks – aber auch in der Großstadt Vancouver wirst du die großen, wilden, tatzigen Pelztiere treffen.

So wie sich in Australien die Kängurus in der Großstadt verlaufen, so klopft der eine oder andere Bär gerne mal an die Fensterscheibe.

Zurück zu den Nationalparks. In British Columbia und Alberta gibt es insgesamt zwölf Nationalparks. Große und kleine. Der größte Nationalpark Jasper ist etwa 11.200 km2 groß. Ein großes Revier für die wilden Bären.

Wer Kanada besucht, der wird sich nicht nur die Großstädte anschauen. Eine Kanada-Reise ist in der Regel mit viel Natur, Wandern und Einsamkeit verbunden.

Wie viele Bären du treffen könntest

Es gibt nicht nur eine Bärenart. Es gibt zwei: Braunbären und Schwarzbären. Die zuerst genannten Bären werden auch Grizzlys geschimpft.

Beide Bären könnten nicht unterschiedlicher sein. Und doch sind beide Arten dem Menschen nicht abgeneigt.

In B.C. und Alberta gibt es circa 25.000 Grizzlys und – ach du Schreck – 500.000 Schwarzbären. Über eine halbe Millionen frei herumlaufende Bären. Das heißt, die Chance auf eine Begegnung der besonderen Art ist nicht all zu gering.

Wie ist der Bär so und was er am Tag macht

Grizzlys und Schwarzbären machen dasselbe wie wir alle: Schlafen, Essen, die Gegend erkunden.

Größe und Gewicht beider Bären variieren.

Grizzlys sind circa zwei Meter hoch, wenn sie sich auf die Beine stellen. Durchschnittlich wiegen sie an die 200 Kilogramm.
Schwarzbären sind in der Regel etwas kleiner. Mit einer Größe von 1,80 Meter und einem Gewicht von 140 Kilogramm.

Während Schwarzbären gerne an Bäumen klettern, bleibt der Braunbär lieber auf dem Boden.

Der Schwarzbär schafft eine Geschwindigkeit von 63 Kilometer pro Stunde; der Grizzly nur 43 Kilometer die Stunde.
Bolt – der schnellste Läufer der Welt – schafft zwar immerhin 45 Kilometer pro Stunde, aber das nur über 100 Meter am Stück.

Ansonsten haben Grizzlys und Schwarzbären ein gutes Hör- und Riechvermögen.

Und nun zu den Handlungsanweisungen.

Tipp #1 Ein Bärenjunges: Renne hin, streichle es und mache viele Fotos

Die Chance ein Jungtier zu sehen ist im Frühling am höchsten.

Wenn du also die seltene Chance hast, ein süßes Bären-Baby zu sehen, nutze die Chance. Vielleicht ist es deine letzte:. Komm (her), süßer Tod.

Den Jackpot gewinnst du, wenn du das Junge ohne Mutter siehst. „Wie kann die Mutter das süße Junge bloß alleine lassen?“ denkst du dir.

Im Regelfall wird es gefährlich, wenn du zwischen Mutter und Junges gerätst. Denn: Bären-Mütter versuchen – wie fast alle Tiere – ihre Junge zu beschützen. Überlege dir, wie du diese Situation am besten in Szene setzt.

Auf vier Pfoten sieht Mutter-Bär so klein aus. Wenn sie sich jedoch auf ihre Hinterbeine stellt, erlebst du die volle Größe. Packe vorher also dein Weitwinkel-Objektiv ein, damit du die Bärenmama aufs Foto bekommst.

Ein letzter Tipp: Wenn du die Zeit hast, mache noch schnell ein Selfi von dir und dem Bären. Vielleicht bekommst du ja Mutter und Junges in einem einzigen Foto drauf.

Tipp #2 Füttere den Bären mit deinem Lunch-Paket

Wer liebt das nicht: Pferde, Katzen oder Kaninchen füttern. Die Tiere gewinnen Vertrauen und lassen sich sogar gerne streicheln und knuddeln.

Aber gilt das auch für Bären? Werden sie auch so zutraulich? Legen sich auf den Rücken und lassen sich streicheln? Finde es heraus.

Füttere den Bären und er liegt dir… äh.. Du liegst ihm zu Füßen. Am besten geht dies wohl mit Fleisch oder Fisch. Zur Not tut es auch ein mageres Schinkenbrot.

Denke auch an deine Nachwelt. Wenn du möchtest, dass die nächsten Besucher was vom Bären haben; dann lass deinen Müll irgendwo liegen.

Wie ein Magnet werden die Bären aus der Gegend angezogen und versuchen Essensreste aus dem Müll zu fressen. An diesen Ort werden die Bären immer mal wieder gerne zurückkommen.

Tipp #3 Verhalte dich beim Spazieren ruhig

Nur ein überraschter Bär ist ein aufmerksamer Bär.

Bären meiden in der Regel Menschen. Das heißt, wenn sie bestimmte Geräusche hören, verziehen sich die Bären gut und gerne.

Auf Schildern steht, dass Wanderern geraten wird, sich laut bemerkbar zu machen. Das erreicht man durch laute Unterhaltungen oder kräftiges Stampfen. Es soll Leute geben, die sogar Singen, um sich bemerkbar zu machen.

Wenn du durch Bärengebiete ignoriere dies. Verhalte dich stattdessen mucksmäuschenstill. Schleiche durch den Wald.

Denn Bären mögen nichts lieber, als von Menschen überrascht zu werden. Wird der Bär überrascht, so läuft er in einigen Fällen schnell weg. In vielen Fällen bekommst du aber seine volle Aufmerksamkeit.

Tipp #4 Steig aus dem Auto aus

Durch die Glasscheibe werden deine Fotos ja nicht so schön. Außerdem leidet die Foto-Qualität beim Zoomen.

Steige aus dem Auto aus. Gehe auf den Bären zu und zeig, dass du da bist. Vielleicht lächelt der Bär ja sogar in die Kamera. So wird er gleich an uns Menschen gewöhnt.

Tipp #5 Folge den Bärenspuren

Während deines Spazierganges entdeckst du Tatzenspuren in der Erde, Kratzspuren an den Bäumen. Bärenkot oder Kadaver. Nimm die Verfolgung auf.

Folge entweder den Spuren oder verstecke dich im Gebüsch und lauere.

Wie bereits hingewiesen, ein Bär wird nicht gerne erschreckt. Vor allem nicht, wenn er Beute wittert. Seine Beute will er natürlich nicht teilen. Stattdessen wird er die Beute verteidigen. Nutze deine Chance.

Die größte Aufmerksam erhältst du dann natürlich, wenn du aus dem Gebüsch herausspringst.

Tipp #6 Klettere auf einen Baum

Dringe unbedingt in den Lebensraum von Schwarzbären ein.

Wer weiß, vielleicht hält dich der Schwarzbär sogar für seinen Artgenossen. Denn: Schwarzbären klettern gerne an Bäumen herum. Es ist Zeit für einen Revierkampf.

Tipp #7 Stelle dich tot

Wenn du auf einen Grizzly triffst, stelle doch tot.

Du solltest nicht auf einen Baum klettern. Der Grizzly kann nämlich nicht klettern (im Gegensatz zu Schwarzbären). Zu schnell wärst du in Sicherheit. Das wäre ja langweilig.

Der Grizzly wird nur neugierig, wenn du bewegungslos auf dem Boden liegst. Neugierig wird er an dir Schnuppern und mit den Tatzen auf dir herumdrücken. Fast wie eine Massage.

Du hast jedoch keine Wahl zwischen einer leichten und einer harten Massage.

Tipp #8 Renne vor dem Bären weg

So kannst du den Jagdinstinkt des Bären mal so richtig wecken.Und gleichzeitig prüfen, ob sich das harte Ausdauertraining gelohnt hat.

Bedenke auch, dass der Bär dir durch jedes Gewässer folgen wird. Er ist nämlich auch ein guter Schwimmer. Und der Schwarzbär auch ein guter Kletterer.

Tipp #9 Hänge dir eine Bärenglocke um

Ob du eine Bärenglocke* umbinden sollst oder nicht, das hängt vom Ort ab.

Es gibt Wanderwege, da wird dringend eine Bärenglocke* empfohlen. An anderen Orten wird dringend davon abgeraten. Mach also genau immer das Gegenteil von dem, was geschrieben ist.
Die Bärenglocke* hat in der Regel den Zweck, von Bären frühzeitig gehört zu werden. Bei jedem Schritt gibt die Glocke Töne von sich, die der Bär wahrnimmt.

Es gibt Bären, die sofort das Weite suchen. Es gibt aber auch Bären, die mit dem Klingeln der Glocke eine Futterstelle verbinden. Diese Bären sind bereits an Menschen gewöhnt, die entweder im Wald picknicken oder aber ihre Essensreste einfach in der Wildnis entsorgen. Auf solche Menschen haben es die Bären also abgesehen.

An der Eingangstafel eines Nationalparks wird auf das Nutzen oder Weglassen der Bärenglocke hingewiesen.

Wenn du unbedingt auf einen Bären treffen willst, dann mache genau das Gegenteilige: Nutze die Bären-Glocke, wenn du sie nicht nutzen solltest. Und nutze sie nicht, wenn du sie nutzen solltest. Der Bär wird den Weg zu dir finden.

Tipp #10 Ignoriere alle Warnschilder und Sicherheitsvorkehrungen

Kanada ist voll von Warnschildern und Schutzmechanismen. Sie informieren, wie man sich am besten verhält, um eine Begegnung mit einem Bären zu vermeiden. Die Handlungsempfehlungen helfen den Besuchern, sich im Falle einer Begegnung korrekt zu verhalten, um für Bären und Menschen so wenig Schaden wie möglich anzurichten.

Missachte alle Anweisungen und zieh dein eigenes Ding durch.

Disclaimer: Und jetzt mal im Ernst

Wie du hoffentlich gemerkt hast, ist dieser Artikel nicht ganz ernst gemeint.

Kanada tut für den Schutz der Bären einiges. Auch wenn wirklich überall Bären-Warnungen und Verhaltensregeln zu finden sind: Es gibt immer wieder Leute, die diese Regeln missachten.

Häufig liegen Müll und Essensreste dort, wo sie nicht hingehören. Dabei gibt es überall verschlossene Müllcontainer und abschließbare Aufbewahrungscontainer (siehe Foto).

Wenn Bären am Straßenrand spazieren erkennt man dies bereits aus der Ferne. Dutzende Autos parken, die Leute steigen aus, um in Ruhe Fotos zu machen. Ja, manche füttern die Bären sogar mit Chips oder sonstiger, nicht Bären-tauglicher, Kost. Die Bären sollen sich aber nicht an die Menschen gewöhnen! Sonst kommen sie immer wieder.

Ein Bär, der an Menschen gewöhnt ist, kann ein gefährlicher Bär werden.

Wie dumm sich ein Mensch auch verhält, der Bär ist immer derjenige, der das Leid erträgt. Bären werden nämlich erschossen, wenn sie für den Menschen eine Gefahr darstellen. Und das ist unnötig und einfach nur traurig.

Genau deshalb alle Warnungen bitte IMMER ernst nehmen. Redet laut, lacht laut und singt, wenn ihr durch das Bären-Gebiet wandert. Macht auf euch aufmerksam, sodass der Bär vorher das Weite suchen kann. Auf der Website der kanadischen Regierung findest du alle verlässlichen Informationen zur korrekten Verhaltensweise.

Der glücklichste aller Bären ist der Bär, der niemals mit Menschen in Kontakt gerät.

Disclaimer: Korrektheit der Daten

Die hier angegeben Daten wie Größe, Population und Weiteres sind aus verschiedenen Quellen entnommen. Es gibt keine Garantie für die Korrektheit der Daten. So können auch Menschen unterschiedlich groß und schwer sein.

Vielen Dank an…

Für diesen Artikel habe ich mich von Luap (Reiseblog Adventureluap) inspirieren lassen. Ich empfehle daher nur wärmstens seinen Artikel Gegen Langeweile – 10 Tipps, wie du in Südamerika überfallen, angegriffen oder eingesperrt wirst genüsslich zu lesen.

Auf alles eine Antwort: Unser Reiseführer für Kanada

Auf alles eine Antwort: Unser Reiseführer für Kanada

Seit einigen Jahren besorgen wir uns den Reiseführer von Lonely Planet für die Vorbereitung und die eigentliche Reise.

Für West-Kanada schafften wir uns also den Lonely Planet in der Ausgabe „British Columbia & Canadian Rockies“ an und studierten den Reiseführer intensiv. Er half uns bei der Zusammenstellung der Route als auch vor Ort, um sehenswerte Orte auszumachen.

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*In diesem Artikel sind Affiliate-Links enthalten. Ein kleiner und kostenloser Beitrag für dich als Leser, aber ein großer un unterstützender Beitrag für uns als Reiseblogger. Affiliate bedeutet, dass wir für bestimmte Produkte oder Unterkünfte, die du über einen Link auf unserer Website kaufst oder buchst eine kleine Provision erhalten. Wir empfehlen nur Produkte, die wir auch selber nutzen oder mit gutem Gewissen weiterempfehlen können.

Und jetzt du

Hast du schon mal einen der Tipps ausprobiert? Fällt dir ein weiteres Vorgehen ein, das wir vergessen haben zu erwähnen?

Schreibe uns in die Kommentarbox. Wir freuen uns auf deine Nachricht. 😉

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Kommentare

Brunhilde Fiscus Medumland7 54411 Hermeskeil/ Germany

Nein noch nie ,bin jedes Jahr bei meinem Sohn in der Nähe Mcbride/ BC!er wohnt mitten in den Rockys ,denke wenn ich einmal so gehandelt hätte wie es beschrieben wird ,wäre ich nicht mehr unter den Lebenden. Bei meinem Sohn kommen die süssen Bären bis zum Haus .Denke es gibt viele Touristen die meinen es wären Lebendige Steifbären ,wir Menschen sollten uns im klaren sein ,dass wir in den Lebensraum der Tiere eindringen, dem nach sollten wir sie auch mit Respekt behandeln

    Janine

    Hallo Brunhilde,
    das ist sehr interessant, was du mit deinem Sohn schreibst. Ich glaube gut und gerne, dass die Menschen, die in Kanada und etwas außerhalb leben, gerne mal mit Bärenbegegngungen konfrontiert sind.
    Für die Touristen kann man nur hoffen, dass sie sich vorab ausreichend informieren (beispielsweise auch über Bärenangriffe in den letzten Jahren) und sich vor Ort entsprechend vorsichtig verhalten.
    LG, Janine

Tabea

Wie dumm die Menschen doch sein können! Immerhin treten wir in den Lebensraum der Bären ein. Da sollten wir uns auch ihnen anpassen.
Der Beitrag ist super hilfreich, wenn man sich auf eine Reise durch die Bärenregionen Kanadas begiebt. Muss super toll sein, ich hab ganz viele Bilder von einem Kollegen zu sehen bekommen.
Bären sind wahnsinnig imposante Tiere. Wir sollten sie und ihren Lebensraum wirklich schützen.

Viele Grüße,

Tabea

    Janine

    Hallo Tabea,

    wir sollten wirklich viel mehr Rücksicht nehmen als es bisher gelebt wird. Zum Glück erinnern die vielen Warnschilder bereits daran. Aber offensichtlich ist das noch zu wenig.

    LG, Janine

Milli

Bären sind so wunderbare Tiere. Über deinen Blogpost musste ich wirklich schmunzeln. Trotzdem ist es traurig, dass es genug Menschen gibt, die sich gedankenlos in der Heimat des Bären verhalten. Hoffentlich bringt dein Blogpost den ein oder anderen zum Nachdenken.

Viele liebe Grüße, Milli
(https://www.millilovesfashion.de)

    Janine

    Hallo Milli,

    ja, das stimmt. Das alles nur im ein Foto von einem Bären zu haben. In diesem Zeitalter sind wir alle irgendwie Foto-süchtig geworden.

    LG, Janine

Frauenpowertrotzms

Echt ein interessanter Artikel. Werde zwar nie in diese Lage kommen, aber habe es an meine Kinder weitergeleitet. Waren beide schon in Kanada.

    Janine

    Dankeschön. Ich kann mir vorstellen, dass deine Kinder über den Artikel schmunzeln werden.

Tina

Ich finde ja, dass Bären wirklich mächtige und wunderschöne Tiere sind. Ein Bärenjunges würde ich schon ganz gerne mal sehen. Aber wo das Junge ist, ist die Bären Mama nicht weit und das stelle ich mir weniger süß und doch sehr gefährlich vor. Die Tipps sind sicherlich sehr hilfreich, sollte man in diese Lage kommen.

    Janine

    Hallo Tina,

    auf den Straßen Kanadas sieht man immer mal wieder Bärenjunge. Man darf nur eben nicht anhalten, aber dafür aus dem fahrenden Auto heraus grinsen und sich freuen. ;)

    LG, Janine

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