access_time 17. Mai 2019 place Taiwan, China local_offer , ,

Unsere Backpacking-Route durch Taiwan

Janine   Knapp 3 Wochen sind wir durch Taiwan gereist. Unsere Rundreise startete im Norden in Taipei und ging mit Zug und Bus einmal um die Insel herum bis nach Taichung. Wir fuhren abwechselnd in die Großstadt und dann wieder ins Grüne in die Nationalparks. Selten haben wir einen so starken Kontrast und eine so tolle Abwechslung erlebt. Für uns ist Taiwan der absolute Geheimtipp.

Alle Stopps auf der Route

Auf unserer 20-tägigen Route legten wir sechs Stopps ein und nahmen die Highlights von Taiwan mit.

Stopp #1 auf der Route: Taipei

Der Ausblick von Elefantenberg auf den 101-Tower

Der Ausblick von Elefantenberg auf den 101-Tower

Yangmingshan Nationalpark

Am Rande der Stadt liegt der Yangmingshan Nationalpark

Am ersten Tag erkundeten wir die Gegend um unsere Unterkunft herum zu Fuß. Das Chiang Kai-shek Memorial war einfach nur majestätisch groß und beeindruckend.

Die Besteigung des Elephant Mountains unternahmen wir am zweiten Morgen. Um sieben Uhr früh waren nur wenige Menschen auf dem Hügel unterwegs. Die Wenigen waren Locals, die offenbar ihren Frühsport ausübten und dabei über Lautsprecher taiwanische Musik hörten. Der anstrengende Weg über die Treppen nach oben endete mit einer überwältigenden Aussicht auf den 101-Tower.

Der Stadtteil Beitou ist bekannt für seine heißen Quellen (Hot Springs). Wir waren selbst nicht in den Thermalbädern schwimmen, aber ein Spaziergang entlang des dampfenden Gewässers und dem Kontrast zu Down Town Taipei waren sehr angenehm anzusehen.

Auch nicht weit vom Stadtkern Taipei liegt der Yangmingshan Nationalpark. Mit dem Bus fährt man ungefähr eine Stunde direkt bis zum Eingang des Parks. Etliche Wanderwege führen durch die grüne Hügellandschaft. Eine Wanderung hat es uns besonders angetan: Auf den größten Hügel hinauf und das bei atemberaubender Landschaft. Die Wanderwege sind alle extrem gut ausgebaut.

Im Süden von Taipei liegt der Ort Bitan, welcher mit der grünen U-Bahn-Linie erreicht werden kann. Auch hier erlebten wir wieder ein Kontrastprogramm zu allen anderen Orten zuvor. Es ist ein städtischer Ort direkt am Fluss und wieder einmal gibt es Wanderwege.

Nicht weit vom Flughafen, aber gut aus der Stadt erreichbar liegt die Outlet-Mall „Mitsui“ mit vielen Sportmarken.

Nördlich von Taipei gibt es noch so Vieles zu entdecken. Leider reichten unsere fünf Nächte dafür nicht ausden Ort Jiufen oder die nördlichen Strände zu besuchen.

Unsere Reiseberichte zu Taipei findest du unter „Weltreise: Taipei – Hinein in eine andere Welt“ und „Weltreise: Taipei – Wandern, wandern wandern„.

Stopp #2 auf der Route: Hualien

Die Taroko-Schlucht bei Hualien

Die Taroko-Schlucht bei Hualien

Hualien ist der Ausgangspunkt für den Besuch der Taroko-Schlucht.

In Hualien selbst besuchten wir den sehr windigen aber beeindruckenden Strand bei „Chisingtan“.

Am zweiten Tag ging es vom Bahnhof Hualien mit dem Shuttlebus in den Taroko Nationalpark. Wir fuhren bis zur Endstation, um nach und nach wieder Richtung Unterkunft zu kommen. Der Bus hält an allen Startpunkten für Wanderungen.

Da Wanderwege aufgrund von Erdbeben und anderen Gründen oft gesperrt oder eingeschränkt begehbar sein können, lohnt sich vorab der Besuch der offiziellen Website.

Etwas enttäuscht waren wir von dem vielversprechenden Track „Swallow Grotto Trail“. Der Weg verlief zwar entlang der beeindruckenden Schluchten, aber auch nur an der Hauptstraße entlang. Der Weg war vielleicht maximal 1,5 Kilometer lang und man musste denselben Weg wieder zurück.

Die spektakulären Wanderungen rund um die Taroko-Schlucht sind nur mit einer besonderen Erlaubnis (Permit) möglich. Mit dieser bestätigt die Polizei und der Nationalpark, dass man über die benötigte Fitness verfügt, die anstrengende Wanderung zu meistern. Das Permit muss leider ein paar Tage zuvor (über die Website) beantragt und genehmigt sein. Dafür waren wir leider zu spontan vor Ort.

  • Einwohner: circa 106.000
  • Unser Aufenthalt: 3 Nächte
  • Unsere Unterkunft: Ai Yin B&B*
  • Zugfahrt nach Kaohsiung: circa 5 Stunden

Unseren Reisebericht zu Hualien und der Taroko-Schlucht findest du unter „Weltreise: Hualien und der Taroko Nationalpark„.

Stopp #3 auf der Route: Kaohsiung

Tiger und Drachen am Lotussee

Tiger und Schlange am Lotussee

Kaohsiung ist die zweitgrößte Stadt von Taiwan. Wie auch in Taipei gibt es hier viele Nachtmärkte. Wir können die beiden sehr unterschiedlichen Nachtmärkte „Liuhe“ und „Ruifeng“ empfehlen. Ersteres lag direkt vor unserer Unterkunft.

Ein Spaziergang am „Love River“ ist auch sehr schön. Das Besondere an der U-Bahn-Station „Formosa Boulevard“ ist der „Dome of Lights“. Mehrmals am Tag finden hier unterirdische Lichtshows statt.

Richtig schön ist der Ort um den Lotus See. Es gibt so viele hübsche Tempel und kitschige Figuren. Da wir von diesem Ort weiter nach Hengchun gefahren sind, haben wir unsere Backpacks am Bahnhof in ein Schließfach gegeben.

Südlich der Stadt kann man wunderbar am Wasser spazieren und die Aussicht auf die Insel „Cijin“ genießen. Zu der Insel kommt man mit einer Fähre. Allerdings lohnt sich kein längerer Aufenthalt. Ein oder zwei Stunden reichen da aus.

Kaohsiung beherbergt einige große Einkaufszentren. Zwar findet man alle bekannten Sportmarken wieder, aber es gibt auch sehr viele unbekannte Geschäfte und Marken zu erkunden.

  • Einwohner: circa 2.700.000
  • Unser Aufenthalt: 3 Nächte
  • Unsere Unterkunft: Liuhe Su*
  • Busfahrt nach Hengchun: circa 2 Stunden

Unseren Reisebericht zu Kaohsiung findest du unter „Weltreise: Kaohsiung – Wieder Großstadt„.

Stopp #4 auf der Route: Hengchun

Eines der alten Stadttore in Hengchun

Eines der alten Stadttore in Hengchun

Ein traumhafter Strand im Kenting Nationalpark

Ein traumhafter Strand im Kenting Nationalpark

Die raue Küste im Kenting Nationalpark

Die raue Küste im Kenting Nationalpark

Hengchun ist ein toller Ausgangsort für den Besuch des Kenting Nationalparks.

Und nicht nur das: in Hengchun selbst gibt es Lohnenswertes: Die vier ehemaligen Stadttore aus vergangenen Tagen sind schön anzuschauen und die Kaffeekultur muss man kennenlernen. An keinem anderen Ort haben wir so viele gemütliche Kaffeehäuser gesehen. Dabei ist Hengchun ein kleiner Ort.

In Hengchun haben wir uns einen Roller für zwei Tage ausgeliehen. So konnten wir den Nationalpark Kenting und dessen Strände und Orte flexibler anfahren als es der Nationalpark-Shuttlebus tut.

Wir fuhren am ersten Tag Richtung Südwesten und fanden den wunderschönen Strand in „Baisha“ vor. Die Aussichtsplattform „Maotibou Park“ hätten wir uns sparen können. Dafür war das Kenting National Forest Recreation Area sehr lohnenswert. Hier sind wir einige Kilometer durch eine interessante Höhlen- und Baumlandschaft spaziert.

Am zweiten Tag nahmen wir uns den südöstlichen Teil vor. Wir fuhren mit dem Roller bis zum südlichsten Punkt von Taiwan und dann an der Küste entlang zu der rauen Landschaft in „Fengchuisha“. Bei dem Anblick dachten wir an irländische Landschaften. Und kurz vor der Rückkehr nach Hengchun hielten wir bei dem „Nature Fire“ (Chuhuo Special Scenic Area) an.

  • Einwohner: circa 30.900
  • Unser Aufenthalt: 3 Nächte
  • Unsere Unterkunft: You Know B&B*
  • Busfahrt nach Kaohsiung: circa 2 Stunden und 30 Minuten Zugfahrt nach Tainan

Unseren Reisebericht zu Hengchun und dem Kenting Nationalpark findest du unter „Weltreise: Der Kenting Nationalpark – Der südlichste Punkt Taiwans„.

Stopp #5 auf der Route: Tainan

Hauptsächlich findet man chinesische Schilder

Hauptsächlich findet man chinesische Schilder

Aufgrund des Regens haben wir in Tainan sehr wenig unternehmen können.

Das alte Kaufhaus beziehungsweise der Department Store „Hayashi“ bietet auf sieben Etagen sehr individuelle, besondere Sachen an, die man in keinem Souvenirladen findet.

Insgesamt gibt es in der Stadt sehr viele, kleine individuelle Geschäfte aber auch große Einkaufsmalls.

Als Alternativprogramm findet man in Tainan viele Tempel verschiedener religiöser Ströme.

Sehr viel ist außerhalb Down Town mit dem Bus zu erreichen, wie beispielsweise ein Nationalpark.

  • Einwohner: circa 1.900.000
  • Unser Aufenthalt: 3 Nächte
  • Unsere Unterkunft: ECFA Hotel*
  • Zugfahrt nach Taichung: circa 2 Stunden

Unseren Reisebericht zu Tainan findest du unter „Weltreise: Tainan und Taichung – ein regnerischer Abschied„.

Stopp #6 auf der Route: Taichung

Viele Hochhäuser findet man in Taichung

Viele Hochhäuser findet man in Taichung

Taichung ist die drittgrößte Stadt und beherbergt einen internationalem Flughafen.

Der Charm der Stadt ist spürbar durch die vielen Graffitis, wie beispielsweise die „Painted Animal Lane“. Den Besuch kann man gleich mit einem Spaziergang, dem „River Walk“, verbinden.

Interessant sind auch die vielen Hochhaus-Ruinen. Wer den verborgenen Eingang und den Weg hinauf findet, erwischt sicherlich schöne Fotomotive von hoch oben auf die Skyline.

Sehr viel an Sights liegt außerhalb beziehungsweise am Rande der Stadt.

Am Busterminal fährt ein Bus innerhalb von einer Stunde zum Flughafen Taichung International Airport. Alternativ fahren von dort aber auch Busse zum Taipei Flughafen, der auch nicht viel weiter entfernt ist.

Unseren Reisebericht zu Taichung findest du unter „Weltreise: Tainan und Taichung – ein regnerischer Abschied„.

Von Taichung International Airport sind wir weiter nach Hong Kong geflogen.

Transport und Fortbewegung in Taiwan

Kurzstrecken in und um die Stadt herum: In Taipei und Kaohsiung ist das U-Bahn-System wunderbar und übersichtlich ausgebaut.

Zwischen den Städten: Überall gibt es Bahnhöfe, sodass man sich mit den Zügen einfach fortbewegen kann. Es gibt Schnellzüge, die deutlich teurer als ihre langsamen Vertreter sind. Zugtickets sollte man nach Möglichkeit spätestens am Vortag kaufen. Ein paar Mal waren wir in der Situation, dass alle Züge ausgebucht waren. Das ist dann ärgerlich.

Die elektronische Transportkarte „Easy Card“ kann fast überall in Bussen und Bahnen im ganzen Land genutzt werden. Das Aufladen ist an Automaten und in 7/Eleven-Geschäften möglich. Vielerorts kann man sogar seine Einkäufe mit dieser Karte bezahlen, sofern genügend Geld darauf ist.

Im Nationalpark: Da ergibt es Sinn, sich einen Roller auszuleihen, um die ziemlich verteilten Orte im Kenting Nationalpark zu erkunden.

Essen und Trinken in Taiwan

Die Taiwaner essen hauptsächlich draußen und genießen die Gesellschaft.

Essenstechnisch ist das Tages-Highlight der Besuch eines Nachtmarktes. Ab 17 Uhr kann man auf den vielen kleinen Food-Ständen kleine Speisen ausprobieren. Das Essen wiederholt sich selten. Viele Stände bieten ihre eigenen Spezialitäten an. So kann man viel an lokalem Essen günstig ausprobieren.

Generell gibt es überall Essensstände, Lokale und Food-Courts. Das Essen ist deutlich günstiger als in Deutschland und Österreich.
Bubble-Tea ist gefühlt das Nationalgetränk. Überall stehen die Leute in langen Schlangen, “nur” um sich einen Tee zu kaufen.

In Kürze wird es einen eigenen Artikel zum Thema vegetarisches Essen in Taiwan geben. Bleibe am Ball und trage dich für unseren Newsletter ein.

Taiwan und die englische Sprache

Tja, leider sprechen und verstehen die Taiwaner selten Englisch. Häufig guckte mich mein Gegenüber mit großen Augen an, als ich auf Englisch was fragte.

Wir bewegten uns überwiegend durch einfache Unterkünfte und Straßenstränden sowie einfachen Restaurants. Auch in den 7-Eleven-Märkten und Nachtmärkten kam man mit Englisch nicht weit. Wenn eine Karte in Englisch verfügbar war, zeigten wir einfach auf das, was wir haben wollten.

In Unterkünften und Geschäften sprachen die Menschen entweder einfach in Chinesisch mit uns oder verwendeten Google Translate und zeigten und die Übersetzung auf dem Smartphone.

Es war eher die Ausnahme, dass Schilder oder Speisekarten in Englisch ausgeschrieben waren. Wir suchten einfach so lange weiter, bis wir was verstanden.

Natürlich gab es aber auch Ausnahmen, wie am Bahnhof oder am Flughafen, wo wir dann mal doch eine Erklärung in Englisch bekamen.

Ein Irrglaube: Günstiges Shoppen

Dass man Markenwaren, wie vor allem die Sportlabels Nike und Adidas dort günstiger bekommt ist falsch. Vor vielen Jahren sind Schuhe und Anziehsachen viel in Taiwan hergestellt worden. Inzwischen gibt es das „made in Taiwan“ nicht mehr in der Form und es wird in anderen Ländern Massenware produziert.

So waren wir auch etwas enttäuscht, als wir europäische Preise sogar in Outlet-Stores vorfanden. Teilweise waren die Sportschuhe sogar noch teurer als in Deutschland oder Österreich.

Unsere Ausgaben in Taiwan

Die Rundreise durch Taiwan war günstiger als gedacht. Pro Person und Tag gaben wir 22,28 Euro aus. Für die gesamte Zeit verlaufen sich die Ausgaben auf 935,72 Euro für zwei Personen und 20 Tage.

Alle Einzelheiten listen wir im Artikel „Backpacking in Taiwan: So viel haben wir ausgegeben“ auf.

Auf alles eine Antwort: Unser Reiseführer für Taiwan

Seit einigen Jahren besorgen wir uns den Reiseführer von Lonely Planet für die Vorbereitung und die eigentliche Reise.

Für Taiwan schafften wir uns also den Lonely Planet in der Ausgabe „Taiwan“ an und studierten den Reiseführer intensiv. Er half uns bei der Zusammenstellung der Route als auch vor Ort, um sehenswerte Orte auszumachen.

Lonely Planet Buch* | Lonely Planet kostenlos auf dem Kindle* | Unlimitd Kindle kostenlos testen (30 Tage) *

*In diesem Artikel sind Affiliate-Links enthalten. Ein kleiner und kostenloser Beitrag für dich als Leser, aber ein großer un unterstützender Beitrag für uns als Reiseblogger. Affiliate bedeutet, dass wir für bestimmte Produkte oder Unterkünfte, die du über einen Link auf unserer Website kaufst oder buchst eine kleine Provision erhalten. Wir empfehlen nur Produkte, die wir auch selber nutzen oder mit gutem Gewissen weiterempfehlen können.

Und du?

Warst du schon mal in Taiwan? Wie sah deine Route aus? Oder planst du aktuell noch deine Reise?

Schreibe uns unten in die Kommentarbox. 😉

Diesen Artikel teilen

Kommentare

Thomas

Wow! Das sind ja mal echt schöne und überraschende Fotos. Ich hatte mir Taiwan irgendwie grau und hässlich vorgestellt. Jetzt habe ich da auch immer mehr Interesse dran. Mir ging das nach unserer China-Reise im vergangenen Jahr ziemlich ähnlich.
Liebe Grüße
Thomas von breitengrad66.de

    Janine

    Hallo Thomas,
    so haben wir uns Taiwan anfangs auch vorgestellt. Natürlich gehört auch Glück mit dem Wetter dazu. ;-) Aber das ist ja bei allen Reisezielen so.
    Auf unserer bisherigen Reiseroute war Taiwan auf jeden Fall die Überraschungsland schlechthin.
    LG, Janine

Christian

Hi,
Schöner Bericht über ein Land, von dem man sonst wenig hört.!

Grüße
Christian

    Janine

    Hallo Christian,
    vielen Dank für die Blumen. Definitiv ist Taiwan total unterschätzt.

    LG, Janine

Christian

Hi,

schöner Bericht über eine Ecke der Welt, über die man sonst eher wenig liest. Merke ich mir mal, falls Taiwan auf dem Weg liegen sollte.

Grüße
Christian

    Janine

    Hallo Christian,

    sehr gerne. ;)

    LG, Janine

Wir benutzen Cookies um die Qualität der Website verbessern. Mehr Infos OK