Für mich ist Weitwandern die intensivste Art, eine Region zu erleben. Schritt für Schritt unterwegs, mit leichtem Gepäck und genug Zeit, um Landschaft wirklich wirken zu lassen. In den letzten Jahren durfte ich einige besondere Mehrtagestouren in Europa gehen. Hier stelle ich dir die schönsten Touren vor.
1. Lechweg


Den Lechweg bin ich in der klassischen Variante in sieben Wandertagen gegangen: von der Quelle am Formarinsee über das Tiroler Lechtal bis ins bayerische Allgäu nach Füssen. Für mich war das meine allerste Mehrtagestour überhaupt und sie hat mir Lust auf alle weiteren gemacht.
Ich war Anfang Juli unterwegs, was sich für diese Tour ideal anbietet, da alle Etappen gut begehbar sind. Die An- und Abreise funktioniert unkompliziert mit öffentlichen Verkehrsmitteln, was die Planung deutlich erleichtert. Wenn du die Tour gehst, kannst du die Etappen flexibel anpassen oder auch in umgekehrter Richtung starten.
In meinem ausführlichen Lechweg-Guide findest du Etappen, Unterkünfte und Tipps zur Planung.
2. Moselsteig




Der Moselsteig war meine erste Mehrtagestour in Deutschland und inzwischen war ich auf diesem schon zweimal unterwegs: einmal im Frühling und einmal im Herbst, jeweils auf unterschiedlichen Abschnitten. Genau das macht diesen Weg für mich so besonders, weil sich die Landschaft je nach Jahreszeit komplett anders anfühlt. Im Frühling war alles frisch und lebendig, während im Herbst Ruhe einkehrt und die Farben intensiver werden.
Die Etappen führen über Höhenwege, durch Weinberge und hübsche Orte, wodurch sich Wandern und Genuss gut verbinden lassen. Ich war jeweils mehrere Tage allein unterwegs und habe die gute Infrastruktur sehr geschätzt. Auch hier ist die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln unkompliziert möglich und auch Gepäcktransfer kannst du buchen.
Hier findest du meine Erfahrung auf dem Moselsteig im Frühling und hier meine Moselsteig-Etappen im Herbst – jeweils mit Unterkunftstipps.
3. Venntrilogie




Die Venntrilogie bin ich als Mehrtagestour durch das Hohe Venn gegangen und war überrascht, wie ruhig und weitläufig diese Region ist. Die Landschaft mit Holzstegen, Moorflächen und offenen Horizonten fühlt sich ganz anders an als klassische Bergtouren.
Ich war hier im April unterwegs, was gut gepasst hat, weil die Wege angenehm zu gehen waren. Die Tour lässt sich gut alleine gehen und ist technisch unschwierig. Auch die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist gut machbar.
Alle Etappen, Unterkünfte und meine Route findest du in meinem Artikel zur Venntrilogie.
4. Via Paradiso am Millstätter See




Die Via Paradiso rund um den Millstätter See bin ich im Frühling gegangen – und das hat sehr gut funktioniert, da die Tour oft schon ab Mai möglich ist. Der Weg verläuft meist oberhalb des Sees und bietet immer wieder schöne Ausblicke aufs Wasser.
Die Etappen sind eher entspannt und eignen sich gut, wenn du dir bewusst Zeit lassen möchtest. Auch solo habe ich mich hier sehr wohl gefühlt, weil alles gut organisiert ist. Die Region ist zudem mit öffentlichen Verkehrsmitteln und dem Nockmobil gut erreichbar.
In meinem Via-Paradiso-Guide findest du Infos zur Etappenplanung, Unterkünfte und Tipps zur Reisezeit.
5. Rund um den Gardasee




Rund um den Gardasee war ich auf einer Mehrtagestour mit sechs Wandertagen unterwegs, die für mich eine gute Mischung aus alpinen und mediterranen Eindrücken war. Ich war im April unterwegs, was sich durch die Höhenlage der Etappen gut ausgleichen lässt. Die Wege führen durch Olivenhaine, kleine Orte und immer wieder in aussichtsreiche Höhenlagen.
Wenn du nicht mit schwerem Rucksack gehen möchtest, kannst du die Tour auch mit Gepäcktransport über Eurohike planen. Gerade für längere Strecken ist das eine angenehme Alternative. Die Anreise funktioniert ebenfalls gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln.
Hier findest du meinen ausführlichen Gardasee-Artikel mit allen Etappen.
6. Tiroler Silberpfad




Den Tiroler Silberpfad bin ich als mehrtägige Tour durch die Region rund um Schwaz gegangen. Die Abschnitte führen durch Wälder, über Almen und immer wieder zu ruhigeren Aussichtspunkten. Ich war hier Ende Oktober unterwegs, was sich für diese Tour gut anbietet.
Was mir gefallen hat: Die Wege sind gut markiert und die Etappenorte lassen sich einfach planen. Dadurch eignet sich die Route auch gut, wenn du alleine unterwegs bist. Auch die Anbindung an öffentlichen Verkehrsmittel (Bahnhof Jenbach) funktioniert unkompliziert.
Alle Infos zu Etappen, Unterkünften und Planung findest du in meinem Tiroler Silberpfad Artikel.
7. Sauerland




Im Sauerland war ich auf mehreren Etappen unterwegs, unter anderem am Rothaarsteig. Ich konnte mir die Tour so legen, dass sie gut in ein verlängertes Wochenende passt – mit zwei halben und zwei ganzen Wandertagen. Die Landschaft ist überraschend abwechslungsreich mit Wäldern, Höhenzügen und weiten Ausblicken.
Ich war hier alleine unterwegs und habe die gute Infrastruktur sehr geschätzt. Gerade für den Einstieg ins Weitwandern ist die Region ideal, weil alles gut erreichbar und flexibel planbar ist. Auch die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist möglich.
Meine genaue Route, Etappen und Unterkünfte findest du in meinem Sauerland-Artikel.
8. Donausteig




Den Donausteig bin ich abschnittsweise gegangen, also von Passau nach Linz an sieben Wandertagen. Ich war hier im Oktober unterwegs, was sich für die Höhenwege gut eignet. Die Etappen verlaufen oft oberhalb der Donau mit vielen Aussichtspunkten und immer wieder Möglichkeiten für Pausen. Unterwegs kommst du an kleinen Orten, Klöstern und Wirtshäusern vorbei. Ich war auch hier alleine unterwegs und habe die gute Erreichbarkeit der beiden Bahnhöfe Passau und Linz sehr geschätzt. Die Tour lässt sich gut in einzelne Abschnitte aufteilen und flexibel planen.
In meinem Donausteig-Guide findest du Etappen, Unterkünfte und Tipps zur Planung.
9. Welterbesteig Wachau




Den Welterbesteig Wachau bin ich durch die Wachau zwischen Krems und Melk gegangen. Die Route führt durch Weinberge, über Terrassenhänge und durch kleine Orte entlang der Donau.
Ich war im goldenen Herbst unterwegs, was sich besonders lohnt, weil sich die Landschaft dann stark verändert. Orte wie Dürnstein oder Spitz eignen sich gut für Zwischenstopps oder Übernachtungen. Wenn du es entspannter möchtest, kannst du die Tour auch mit Gepäcktransport über Eurohike planen. Die Anreise funktioniert ebenfalls gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln bis nach Krems und zurück mit dem Schiff.
Alle Infos zu Etappen und Unterkünften findest du in meinem Artikel zum Wachau Welterbesteig.
10. Triglav Nationalpark




Meine erste Hüttentour in Slowenien führte mich an drei Tagen durch das Sieben-Seen-Tal im Triglav Nationalpark. Ich war im Sommer unterwegs, da die Bedingungen dann am stabilsten sind. Die Tour führt über Almen, durch Wälder und in alpineres Gelände mit Geröllfeldern. Für mich war das eine der anspruchsvolleren Touren in dieser Liste. Allein unterwegs zu sein hat hier gut funktioniert, erfordert aber etwas Planung bei den Hütten.
Meine Route, Etappen und Hüttentipps findest du im ausführlichen Artikel zur Hüttentour Triglav.
11. Hohe Tatra


Diese Mehrtagestour in der Hohen Tatra habe ich bisher nur geplant, konnte sie leider aber selbst noch nicht gehen. Die Route startet in Poprad und verbindet mehrere Etappen durch alpine Landschaft mit Seen und anspruchsvolleren Abschnitten. Besonders der dritte Tag ist länger und erfordert etwas Kondition. Die Hüttenstruktur ist gut organisiert, was die Planung erleichtert. Ich würde auch diese Tour wieder alleine gehen und mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen.
Für 2026 stehen mir einige neue Abenteuer bevor. Allen voran eine Alpenüberquerung und eine Mehrtageswanderung von Meran bis zum Gardasee. Wenn du Lust hast, diese Projekte mitzuerleben, melde dich doch gerne für meinen monatlichen Newsletter an und folge mir auf Instagram ↗ für noch mehr Dabeisein.

