Backpacking durch Bulgarien: Unser 3-Städte-Trip mit dem Zug

access_time 15. Oktober 2019 place Bulgarien local_offer ,

Backpacking durch Bulgarien: Unser 3-Städte-Trip mit dem Zug

Janine  Wenn man mal wieder einen Städte-Trip machen möchte, denkt man nicht gleich an Bulgarien. Dabei haben Bulgariens drei große Städte Sofia, Plovdiv und Varna einiges zu bieten. So liegt Varna beispielsweise direkt am Meer; Plovdiv ist dank seiner malerischen Altstadt Kulturhauptstadt 2019 und Sofia als Hauptstadt bietet sehr viel Extravaganz und einen bewanderbaren Hausberg. Und übrigens sind die Städte super einfach mit dem Zug verbunden. Wir testeten dies im Oktober aus und erkundeten einige Sehenswürdigkeiten mit Backpack.

Fakten über Bulgarien kurz zusammengefasst

Seit 2007 ist Bulgarien Teil der Europäischen Union. Die Währung heißt Lew (auch als Лв. oder BGN abgekürzt). Das Umrechnen in Euro ist relativ einfach. Der Lew wird durch zwei geteilt und so erhält man den beinahe Wert in Euro. Die bulgarische Schriftsprache basiert auf dem kyrillischen Alphabet.

Auch wenn Bulgarien in der EU liegt, wird bei der Überquerung der Grenze der Pass kontrolliert. Bulgarien gehört nicht zum Schengenraum, sodass an den Grenzkontrollen von Rumänien nach Bulgarien und von Bulgarien nach Griechenland Passkontrollen durchgeführt werden. Der Personalausweis reicht jedoch aus.

Bulgarien gilt als eines der ärmsten Länder in der EU. Was unsere Ausgaben angeht, so können wir die Kosten für Logis so zusammenfassen: Ein Restaurant-Besuch für zwei Personen etwa 33 Lew (rund 17 Euro), ein kleines Apartment mit Küche etwa 44 Lew (rund 22,50 Euro). Verglichen mit Reisen in Deutschland oder Österreich also sehr günstig.

Lies auch: Unsere Kostenaufstellung zu Bulgarien

Unser Backpacking Zug-Trip durch Bulgarien

Anfahrt: Wir reisten von Bukarest in Rumänien mit dem Bus ins bulgarische Varna am Schwarzen Meer.

Weiterfahrt: Von Varna aus fuhren wir mit dem Zug weiter nach Plovdiv. Ein paar Tage später nahmen wir erneut den Zug und fuhren in die Hauptstadt Sofia.

Abfahrt: Von Sofia aus fuhren wir wieder mit dem Bus weiter ins griechische Thessaloniki.

Alle drei Länder sind Teil unseres Europa-Trips über Land.

Lies auch: Unsere vierwöchige Route durch Rumänien

Alle drei Städte Varna, Plovdiv und Sofia haben internationale Flughäfen, die von deutschen und österreichischen Flughäfen angesteuert werden.

Varna – Die große Stadt am Schwarzen Meer

Wir hatten ja so ein Glück. Bereits um 8 Uhr morgens erreichten wir Varna (von Bukarest mit dem Bus aus). Unsere Airbnb Hosts waren so lieb, dass wir gleich morgens einchecken durften, was uns den Tag rettete und unsere Rücken um die schweren Backpacks erleichterte.

Insgesamt sieben Nächte blieben wir in der Stadt am Schwarzen Meer und erkundeten Varnas Sehenswürdigkeiten und die Strände am Meer.

Der wohl bekannteste Ort an Bulgariens Schwarzmeerküste ist der Goldstrand. Die Hotelhochburg liegt etwa 16 Kilometer von Varna entfernt. Zumindest Ende September haben wir in der Stadt Varna nichts vom Partyleben am Goldstrand mitbekommen.

Im Gegenteil sogar. Varna wirkte sehr entspannt, sehr kulturell mit Künstlern und Musikern, die sich vor allem am Abend in der Stadt zeigten.

Wir empfehlen, bei der Free Walking Tour Varna teilzunehmen. Die etwa zweistündige Tour ist vom Tourismus-Büro Varna organisiert und führt an vielen Sehenswürdigkeiten vorbei. Auch geschichtlich erfährt man sehr viel über die Stadt. Es gibt zwei römische Thermen-Ruinen, viele alte Bauwerke, einige orthodoxen Kirchen und noch so viel mehr.

An Lokalitäten können wir The Social Teahouse für leckeres Gebäck und die Craft Beer Bar Diagonal empfehlen. Direkt an der Strandpromenade gibt es unzählige Bars und Restaurants. Außerhalb der Saison Ende September/Anfang Oktober waren kaum Touristen dort und man hatte eine tolle Aussicht auf das Meer bei noch warmen Temperaturen.

Auch ein Spaziergang durch den Stadtpark Richtung Strand ist sehr zu empfehlen.

Für die vielen Museen und Sehenswürdigkeiten muss Eintritt gezahlt werden. Die Stadt Varna bietet hierfür die sogenannte Varna City Card an, die sehr viel inkludiert. Ich empfehle dir, mal durchzurechnen, ob sich die Investition in die Karte lohnt, oder ob du lieber für einzelne Eintritte zahlst. Es gibt verschiedene Karten: für 24 Stunden (22 BGN ~ 11 Euro), für 48 (30 BGN ~ 15 Euro) oder auch noch für längere Dauern. Für uns und unseren Aufenthalt von sieben Tagen hat sich die Karte nicht gelohnt. So begeistert von Museen sind wir nicht. 🙂

Der Stone Forrest: Eine Sehenswürdigkeit, die mit der Varna Card kostenlos gewesen wäre, haben wir leider nicht besucht, da der dorthinfahrende Bus Nummer 43 nicht existierte. Der Stone Forrest liegt nämlich etwas außerhalb von Varna. Wir fanden später heraus, dass dieser auch nicht jeden Tag geöffnet ist. Mein Tipp für dich: Lasse dich im Tourismus-Büro haargenau erklären, wie du dorthin kommst und ob der Stone Forrest überhaupt geöffnet ist.

  • Einwohner: circa 335.000
  • Unser Aufenthalt: 7 Nächte
  • Unsere Unterkunft: The Bear Lair über Airbnb
  • Zugfahrt nach Plovdiv: circa 5,5 Stunden

Plovdiv – Kulturhautptstadt 2019

Von der Stadt Plovdiv hatten wir bislang noch nichts gehört. Dabei ist Plovdiv die zweitgrößte Stadt von Bulgarien. In diesem Jahr führt sie den Titel Kulturhauptstadt 2019 und das zurecht.

Die malerische Altstadt ist nicht gleich auf Anhieb zu finden, sondern liegt versteckt in den Seitenstraße der modernen Einkaufsstraße. Die Fußgängerone ist übrigens die wohl längste in Europa und geht über 3 Kilometer.

Wir fanden es in der Altstadt schwierig, uns für ein Restaurant zu entscheiden. Es gab sehr viele Cafés und Bars, aber es lagen nirgends Speisekarten, sodass man nicht wusste, ob es auch Essen gab oder nur Kaffee. Im Idealfall informiert man sich vorher online oder fragt aufwendig in jedem Lokal nach, ob man dort speisen kann. 🙂

Sowie schon in Varna war die Free Walking Tour Plovdiv sehr lohnenswert. Die motivierten Guides teilten uns aufgrund der rieigen Gruppe an Teilnehmern (bestimmt mehr als 60!) in zwei kleinere Gruppen auf. Unser Guide Ivan zeigte uns die sehenswerten Orte in Plovdiv. In etwa zwei Stunden spazierten wir bis zum Aussichtspunkt in der Altstadt, vorbei mal wieder an römischen Thermen. 😉

Die Stadt Plovdiv liegt etwas höher als Varna und Sofia und ist rund um sechs Hügel gebaut, auf denen Statuen oder Bauten zu finden sind. Volle Ausblicksgarantie.

Sofia – die Hauptstadt von Bulgarien

Sofia war die dritte und letzte Stadt auf unserem Zug-Trip durch Bulgarien. Wir waren in der Hauptstadt angekommen.

Die Stadt ist groß, international und extravagant. Wir empfehlen das rustikale Restaurant mit bulgarischen Gerichten (auch vegetarischen!) in einer Seitenstraße namens Hadjidraganovite Izbi.

Wie auch in den anderen Städten können wir die Free Walking Tour Sofia wärmestens empfehlen. Diese Free Walking Tour hat uns von allen am besten gefallen. Unser Guide Niki hat uns in zwei Stunden bestens unterhalten und uns alles Wissenswerte zu Sofia erklärt. In Sofia finden die Free Walking Touren viermal am Tag statt. Zwischen November und März dreimal. Alle weiteren Informationen findest du auf der Website von der Free Walking Tour Sofia.

Unweit der Hauptstadt Sofia liegt der Hausberg im Vitosha-Gebirge. Für einen Tagesausflug sehr lohnenswert. Mit dem Lift fährt man schon ziemlich weit hinauf und wandert noch ein paar weitere Kilometer zum Gipfel hinauf.

Anfahrt zum Hausberg Vitosha (oder Witosha): Mit der Metro Linie 2 unterirdisch von Serdika bis zur Endstation Vitosha fahren. Ein Tagesticket für Bus und Bahn kostet pro Person 4 Lew. An der Station Vitosho oberirdisch auf der Seite des Einkaufszentrum Paradise Center Sofia den Bus Nummer 122 nehmen und an der Endstation aussteigen. Von dort sind es nur wenige Fußmeter bis zum Eingang des Lifts.

Alternativ kann man eine Wanderung zu Wasserfällen über die Bojana-Kirche. Anita und Ronny starten so ihre Wanderung ins Vitosha Gebirge .

Zugfahren in Bulgarien

Wirklich angenehm bequem und zuverlässig ist das Zugfahren in Bulgarien. Etwas langsamer als der Bus, dafür gibt es keine Gefahr von Stau und die Landschaft aus dem Fenster ist wunderschön und entspannt zu genießen.

Die Zugbahnhöfe in Varna, Plovdiv und Sofia

Die Bahnhöfe liegen alle recht zentral und sind Fußläufig zu erreichen, wenn man eine Zentrale Unterkunft (wie wir es taten) wählt.

Fahrtickets für den Zug kaufen

Das Zugticketkaufen an Bulgariens Bahnhöfen ist mit Geduldhaben vebunden. Zum einen sind die Hauptbahnhöfe Treffpunkte für sehr seltsame Menschen; es stinkt und man möchte da schnell wieder weg. Und zum zweiten ist auch das Personal für den Fahrkartenverkauf nicht wirklich entgegenkommend. Es gab Momente da wurden wir beim Fahrkartenkauf komplett ignoriert, obwohl wir die Übersetzung auf dem Handy gleich in bulgarisch zeigten. Englisch sprach dann logischerweise keiner. Dafür drängelten sich andere (zum Teil sehr assozial aussehende) Passanten vor oder kamen so nah, dass man sich berührte.

Zugtickets online zu kaufen ist bislang nicht möglich. Tickets müssen am Ticket-Schalter gekauft werden und das idealerweise am Tag der Abfahrt. Wer Tickets für die nächsten Tage kaufen möchte, der verwirrt das Bahnhofs-Personal.

Lies auch: Alle Transportkosten in Bulgarien

Pünktlichkeit und Komfort

Wir reservierten zur Sicherheit Sitzplätze, damit wir die stundenlangen Fahrten auch sicher einen Sitzplatz haben. Im Endeffekt wäre dies aber nicht nötig gewesen, denn die Züge waren nie überfüllt.

Die beiden Züge, mit denen wir führen, sind wohl ausrangierte Züge aus Deutschland. Die Wagons erinnerten an Zugabteile von vor über zwanzig Jahren. Dafür war das Fahren sehr bequem; mit unserem Gepäck konnten wir uns gut breitmachen. Auch fuhren die Züge auf die Minute genau ab und erreichten den Zielbahnhof ebenso pünktlich.

Fazit zum Städte-Trip in Bulgarien

Verglichen mit Rumänien und Griechenland besuchten wir in Bulgarien lediglich die drei größten Städte Varna, Plovdiv und Sofia. Auch wenn wir immerhin 17 Tage in Bulgarien blieben, konzentrierten wir uns auf die städtischen Sehenswürdigkeiten.

Zwischen den Städten kamen wir gut mit dem Zug voran. Um aber in die ländlicheren Regionen vorzudringen ist es nicht so einfach. Da braucht man als Backpacker doch mehr Zeit und Geduld, um zum Beispiel den richtigen Bus zu finden. Darüber hinaus war das Wetter während unseres Aufenthaltes (Anfang bis Mitte Oktober) zwar warm, aber, um hoch in den Bergen wandern zu gehen, zu kalt.

Da wir in Rumänien bereits viel von der Landschaft sahen und wanderten, entschieden wir uns in Bulgarien nur die Städte zu erkunden, und anschließend im wärmeren Griechenland wieder mehr Zeit in der Natur zu verbringen.

Wir kommen auf jeden Fall nach Bulgarien zurück. Aber das nächste Mal wollen wir auf jeden Fall wandern. Denn die Pirin Mountains, die Rila Mountains und noch viele Gebirksketten und Berge mehr warten noch auf uns.

Lies auch: Unsere Kostenaufstellung zu Bulgarien

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Kommentare

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Jana

Ich war in der Schulzeit mal in Ungarn, aber bis nach Bulgarien hat es mich bisher noch nicht gezogen! Aber ich glaube, dort könnte es mir gefallen! Die Bauwerke in den Städten sehen ja wirklich toll aus und kulinarisch hat Bulgarien sicher auch sehr viel zu bieten!

Liebe Grüße
Jana

    Janine

    Hallo Jana,
    in Ungarn war ich bislang noch nicht. Bis auf Budapest, das ich nur von Fotos kenne, kann ich mir nichts drunter vorstellen.
    VG, Janine

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