access_time 14. Mai 2019 place Weitere Länder, Peru, Belize, Mexiko, Guatemala local_offer ,

Wie sicher sind Zentralamerika und Südamerika? Reisende erzählen…

Janine   Wie sicher ist das Reisen in den Ländern in Zentralamerika und Südamerika? Wie hat sich eine alleinreisende Frau in Guatemala gefühlt? Wir war es als Familie durch Kolumbien zu reisen? Und welche Sicherheitsvorkehrungen trifft man, wenn man mit dem Fahrrad und Zelt durch Mexiko reist? Verschiedene Menschen mit unterschiedlichen Reisearten berichten ihre Eindrücke zum Thema Sicherheit.

Worum geht es hier?

Wer nach Zentralamerika oder nach Südamerika reist, der beschäftigt sich mehr oder weniger mit dem Thema Sicherheit in dem jeweiligen Land.

Denn die Länder südlich der USA haben den besonderen Ruf, dass sie – wenn überhaupt – mit äußerster Vorsicht zu bereisen sind. Zentralamerika und Südamerika schließen die folgenden Länder mit ein: Mexiko (offiziell sogar Nordamerika), Guatemala, Belize, Honduras, El Salvador, Nicaragua, Costa Rica und Panama und in Südamerika unter anderem Kolumbien, Peru, Ecuador, Venezuela, Brasilien, Bolivien, Paraguay, Uruguay, Chile und Argentinien.

Einige Länder sind sicherlich „gefährlicher“ als andere. Oder nur bestimmte Regionen gelten als „unsicher“. Die Sicherheitswarnungen des auswärtigen Amtes vermitteln häufig ein unsicheres Bild des jeweiligen Landes, jedoch muss das nicht heißen, dass es unbereisbar ist.

Wir haben Menschen gefragt, die bereits durch eines der Länder oder durch mehrere gereist sind. Wie haben diese Reisende das Reiseland empfunden und wie sind sie mit dem Thema Sicherheit umgegangen? Diese Menschen sind ganz unterschiedlich gereist und beinhalten Reiseformen, wie allein reisende Frauen, aber auch Familien, Backpacker und Radfahrer.

Manuela über Guatemala

Mehr Details zum Thema Sicherheit in Guatemala gibt Manuela in ihrem Artikel „Leben und arbeiten in Guatemala: Sicherheit in Guatemala ist eine Illusion„.

Sicherheit in Guatemala ist eine Illusion. Dass dem so ist, siehst du an den Häuserfronten, die praktisch nur aus dunklen Stahl- oder Eisentoren bestehen. Du siehst es an den zahlreichen Polizisten, die sich auf der Straße befinden und Patrouille laufen. Du erkennst es daran, dass sich vor ausnahmslos jedem Supermarkt, jeder Apotheke oder nahezu jedem auch noch so kleinen Geschäft ein bewaffnetes Sicherheits-Männlein befindet.

Und es vergeht kein Tag, an welchem ich nicht in den Medien damit konfrontiert werde. Es vergeht kein Tag, an welchem ich nicht von Überfällen oder von erschossenen Taxi- oder Busfahrern, die ihr Schutzgeld nicht bezahlt haben, höre. Und es vergeht kaum ein Tag, an welchem ich nicht beim Scrollen durch meine Facebook-Startseite zugedeckte Leichen, Bilder mit Blut auf der Straße oder Gesuche nach verschwundenen Menschen sehe.

Nicht verwunderlich also, dass ich meine eigenen Kategorien über Orte in Guatemala entwickelt habe, für deren Besuch ich mich dann entsprechend vorbereite. Die Bandbreite dieser Kategorien beginnt bei „total gefährlich“ und geht über „absolut nicht sicher„, „wenig sicher“ zu „unsicher„.

Auch wenn ich dazu neige, die Zonen 10, 14 und die Zone, in welcher ich wohne, als „prinzipiell sicher“ zu bezeichnen, gilt die Faustformel: There is no such thing as a safe place in Guatemala. In Guatemala! Nicht nur in Guatemala Stadt.

Ellen (mit Kindern) über Kolumbien

Ellen berichtet über ihre Zeit mit der Familie in Kolumbien in ihrem Artikel „Reisen mit Kindern – Warum ausgerechnet Kolumbien?

Eigentlich sind wir eher per Zufall auf die Idee gekommen, als fünfköpfige Familie nach Kolumbien zu reisen. Ausgerechnet Kolumbien! Dort herrscht Mord und Totschlag! So dachte ich eigentlich auch, bevor ich anfing gründlicher zu recherchieren.

Die Zeiten haben sich geändert und Kolumbien ist heute längst nicht mehr das Schreckgespenst, das es früher mal war. Wer sich an allgemeingültige Regeln hält und sich bei den Einheimischen erkundigt, welche Regionen man meiden sollte, der geht bei einer Reise nach Kolumbien kein besonderes Sicherheitsrisiko ein.

Wir haben uns in Kolumbien zu jeder Zeit sicher gefühlt. Die Menschen, denen wir begegnet sind, waren ausgesprochen nett und hilfsbereit. ABER: Sicherheit ist immer ein sehr individuelles Empfinden. Solange alles gut geht, fühlt man sich sicher. Sobald etwas passiert, ist dieses Gefühl schlagartig vorbei. Es gilt wie überall auf der Welt sich als Tourist entsprechend zu verhalten, um unliebsame Erfahrungen zu vermeiden.

Stefan über Panama, Guatemala und Mexiko

Alle Berichte zu seiner Mittelamerika-Rundreise hat Stefan auf seinem Blog veröffentlicht.

Vor meiner Rundreise durch Panama City, Guatemala und Mexiko habe ich viele Blogberichte zu diesen Ländern gelesen. Und ich war auch auf der Seite des Auswärtigen Amts, um mich zu informieren. So hatte ich zwei sehr unterschiedliche Eindrücke: Die Blogger, die von diesen Ländern schwärmen, und das Auswärtige Amt, das vor Reisen in diese Länder warnt bzw. zu hoher Vorsicht rät.

Schon während meiner ersten Station (Panama City) entschloss ich mich dazu, auf die Reiseblogger zu hören. Die Menschen waren überall so gastfreundlich und aufgeschlossen, obwohl ich nur sehr schlecht Spanisch spreche. Aber überall wurde ich nett begrüßt und hatte auch spät abends nie Angst, auf den Straßen unterwegs zu sein. Warum sollte ich mich also mit Angst belasten? Der normale Menschenverstand und die übliche Vorsicht, wie man sie auch daheim in Köln anwendet, haben völlig ausgereicht, um eine fantastische Zeit in Zentralamerika zu haben.

Okay, man trifft auf schwer bewaffnetes Sicherheitspersonal an Geldautomaten. Die Busse in Guatemala sind teilweise in fragwürdigem Zustand, wie auch die Fahrer. Und in Mexiko habe ich mit eigenen Augen einen Busunfall mit Todesopfern gesehen. Trotzdem würde ich diese Vorfälle nicht nur auf diese Länder beziehen. Weltweit sind solche Dinge an der Tagesordnung.

Man sollte einfach die Augen offen halten. Besonders bei den langen Busverbindungen, wie sie in Zentral- und Südamerika oft vorkommen, würde ich die Busfahrer und die Straße öfters im Blick behalten. Wenn irgendetwas auffällig vorkommt, sollte man unbedingt Fahrer oder Mitreisende ansprechen und darauf hinweisen!

Martina und Max über Mexiko, Guatemala, Belize, Honduras, Costa Rica und Panama

Martina und Max gehen in einem Artikel auf das Thema „Sicherheit im Ausland“ ein.

Sicherheit ist auf Reisen ein schwieriges Thema, denn gerade wer unterwegs arbeitet, kommt nicht umhin einiges an durchaus wertvoller Technik mit sich herumzuschleppen. Wenn davon etwas abhandenkommt, ist das oft nicht nur ärgerlich und teuer, es nimmt einem auch ein wenig die Leichtigkeit beim Reisen. Eigentlich brechen wir doch alle mit dem Gedanken auf, dass die Welt dort draußen toll ist. Dass es egal in welchem Land der Welt Idioten gibt, das ignorieren wir nur zu gerne.

Das erste Mal hat unsere Idylle Risse bekommen, als Max auf Bali von einem Rollerfahrer das Handy aus der Hand gerissen wurde. Die Erfahrungen mit der Polizei im Anschluss taugen eher für eine Anekdote als für die tatsächliche Strafverfolgung des Täters.

Zum Glück waren wir damals versichert und so blieben wir nicht auf unserem Schaden sitzen. Doch das Erlebnis hat uns auch gelehrt, dass man eben nicht als Außenstehender Beobachter durch diese Welt reist und nicht unverwundbar ist. Daher sind wir inzwischen so wenig wie möglich mit unserem kompletten Gepäck unterwegs.

Wertgegenstände lassen wir bis auf das Notwendigste in der Unterkunft und nachts gehen wir nur Strecken, bei denen wir ein gutes Gefühl haben.
Wir sind inzwischen in vielen Ländern Zentralamerikas gewesen. Probleme hatten wir bisher nie. Aber Risiken gehen wir auch nicht ein.

Wichtige Unterlagen liegen auf mindestens einer Cloud. Unser Gepäck ist so weit wie möglich versichert und für den Fall der Fälle hat man dann auch mal einen Schein im Schuh oder im BH versteckt.

Heike (mit Fahrrad) über Mexiko, Belize, Honduras und Nicaragua

Heike berichtet über ihre Radabenteuer auf ihrem Blog.

Als Solo-Radfahrerin muss ich andere Sicherheitsaspekte beachten als ein Backpacker oder Autofahrer. Vor allem beim wild Zelten und auf den Straßen ist Vorsicht angesagt. Ich meide die großen Städte so oft ich kann. Unauffällig gekleidet und keine Wertsachen zur Schau stellen ist für mich selbstverständlich.

Mexiko gab mir nicht einmal einen negativen Moment, ganz im Gegenteil, Menschen haben mich in bestimmten Regionen gewarnt und diese Warnungen habe ich auch befolgt. Manche Gebiete habe ich daher sogar komplett gemieden. Ich bin damit gut gefahren. 5 Monate war ich ohne Probleme auf einsamen Straßen unterwegs.

Wild gezeltet habe ich ausschließlich auf der Baja California, wo es sehr einfach ist sein Zelt ungesehen aufzustellen. In anderen Regionen kam ich bei Leuten im Garten unter, habe in kleinen Dörfern auch bei Kirchen oder auf Plazas gezeltet, bei der Feuerwehr oder in sonstigen öffentlichen Gebäuden übernachtet. In den touristischen Kolonialstädten hatte ich selbst nachts nie ein Problem.

In Belize ging es beschaulich zu. Leute waren immer offen und haben mir Schlafplätze angeboten. Die Straßen sind ruhig und daher gab es dort nichts zu befürchten.

In Honduras wurde ich viel gewarnt, habe ich mich auch dort nach den Empfehlungen der Einheimischen gerichtet und habe nie etwas Negatives erlebt. Wobei ich sagen muss, dass dort selbst die lokale Bevölkerung unsicher und ängstlich schien.

Nicaragua war wiederum ähnlich wie Belize. Auch dort hatte ich keine negativen Erlebnisse.

Der Machismus ist im Allgemeinen sehr gewöhnungsbedürftig und die Gringa Rufe können extrem nervig sein. Selbstbewusstes Auftreten, richtige Kleidung und ignorieren half bei mir am meisten.

Christoph und Adrian über Nicaragua

In ihrem Podcast sprechen die beiden über das Thema Reisewarnungen in Nicaragua.

Im Moment macht Nicaragua Schlagzeilen wegen den politischen Demonstrationen und auch sonst ist das Land in Mittelamerika nicht unbedingt wegen der hohen Sicherheit bekannt. Wir haben deswegen nicht auf eine Nicaragua Reise verzichtet und wurden nicht enttäuscht.

Statt vom Flughafen in die Hauptstadt Managua zu fahren, haben wir uns ein Sammeltaxi geschnappt und sind in das Touristenziel Granada gefahren. So konnten wir schonmal sicherstellen, dass wir nicht durch einen dummen Zufall in eine politische Demonstration geraten. Seltsame Gestalten gibt es allerdings auch in Granada. Die gibt es allerdings in ganz Südamerika. Deshalb ist es vor allem wichtig gerade nachts besonders aufmerksam zu sein.

In der Dunkelheit zu Fuß nach Hause? Keine gute Idee. Selbst auf den kurzen Strecken ist man ein einfaches Ziel für Taschendiebe und Gangs. Uns wurde vom Türsteher und unseren Gastgebern mehrfach empfohlen den Heimweg besser per Taxi anzutreten. Auch wenn der Weg noch so kurz ist: Diese paar Euro machen einen nach einem Abend in der Bar auch nicht mehr arm und man kommt mit allen Wertsachen am Ziel an.

Paul über Peru, Bolivien, Chile und Argentinien

Paul hat einen Artikel verfasst, wie man sich in Südamerika besser nicht verhalten sollte.

Ich habe drei Monate in Peru gearbeitet und ein Jahr in Chile studiert. In dieser Zeit bin ich vor allem durch Peru, Bolivien, Chile und teilweise auch durch Argentinien gereist.

Mit dem Thema Sicherheit bin ich auf Reisen sehr entspannt umgegangen, ich bin sogar mehr als 800 km durch Argentinien getrampt. Im Vorfeld habe ich mich auf der Seite des Auswärtigen Amtes über mögliche Gefahren und auch mögliche gefährliche Orte im jeweiligen Land informiert. Ansonsten haben sich meine Vorkehrungen auf einen Brustbeutel bzw. eine Gürteltasche beschränkt, damit ich meine Wertsachen immer „am Mann“ hatte.

In Bolivien und Peru ist das Reisen mit gesundem Menschenverstand bedenkenlos möglich und Chile gilt ohnehin als das sicherste Land in Südamerika. Nach über einem Jahr in Südamerika bin ich nie überfallen worden. Vorsicht ist vor allem in größeren Städten geboten. Gerade in Perus Hauptstadt Lima sollte man sich als Reisender vom einen oder anderen Stadtviertel eher fernhalten, z. B. in Rímac gibt es ohnehin nicht so viel zu sehen. Es lohnt sich immer, im Hostel nachzufragen, welche Viertel bzw. Straßen man eher meiden sollte. Während meiner Reisen habe ich die Nachrichten verfolgt, so war ich über mögliche Proteste informiert.

Ansonsten haben mir meine Spanisch-Kenntnisse in vielen Situationen geholfen. Es gab mir Sicherheit, mich mit Einheimischen jederzeit ohne Wörterbuch unterhalten zu können. Meine stetigen Begleiter waren Neugierde, Respekt und Aufmerksamkeit. Angst ist der denkbar unangenehmste Reisebegleiter.

Ulli (mit Kindern) über Nicaragua, Panama und Chile

Auf Ullis Reiseblog gibt es weitere Reiseabenteuer nachzulesen.

Mit unseren Kindern reisen wir nur dahin, wo wir ein gutes Gefühl haben! Jedes Land hat seine Besonderheiten und mit den Tipps der Einheimischen kommt man ziemlich sicher durchs Land! Also haben wir uns vorher umgehört und folgende Tipps beherzigt: Wir haben berüchtigte Orte vermieden, vor allem nach Einbruch der Dunkelheit. Sind nur in offizielle Taxis/Uber gestiegen! Haben kaum Schmuck getragen! Schleichwege haben wir gar nicht erst probiert! UND wenn es an den Strand ging war unser Hab und Gut nie unbeaufsichtigt oder wir haben die Technik einfach mal zu Hause gelassen!

Nicaragua (vor den Unruhen): Managua haben wir gleich mal ausgelassen! Rund um die Laguna de Apoyo, in Granada und auf der Isla Ometepe (hier kommt die Polizei nur 1x Woche auf die Insel), fühlten wir uns sicher. Menschen mit Machete sind nicht der Feind, sondern in der Regel auf dem Weg zur Arbeit! Spaziergänge im Dunkeln haben wir vermieden & einer wusste immer wo wir sind.

Panama: Im Archipel Bocas del Toro dachten wir nur an Entspannung, ungute Gefühle gab es nicht. Wir wussten zwar, dass kurz vorher zwei Touristinnen überfallen wurden, nur waren die abseits der Wege unterwegs.

Chile: Santiago de Chile, die Hauptstadt gilt als eine der sichersten in LA und das überträgt sich. Einzig am Hintereingang des Busbahnhofes war mir etwas mulmig, hier hab ich meine Tasche fester umklammert.

Ich habe das Gefühl, mit Kindern zu reisen, ist wie ein natürliches Schutzschild. Die Hemmschwelle des Gegenüber scheint größer. Vielleicht ist das alles Einbildung, aber dadurch strahlen wir mehr Selbstsicherheit aus und das ist wichtig.

Gina und Marcus über Argentinien, Bolivien, Peru und Chile

Weitere Infos gibt es auf Ginas und Marcus Reiseblog („Unsere Tipps zur Sicherheit auf Reisen durch Südamerika„).

Auf unserer Weltreise waren wir vier Monate in Südamerika unterwegs. Wir haben die Länder Argentinien, Bolivien, Peru und Chile bereist. Gerade Südamerika gilt ja als gefährlich in puncto Kriminalität. Mit gesundem Menschenverstand kannst du aber das Risiko minimieren. So haben wir uns immer informiert, welche Gegenden eines Ortes als gefährlich gelten und diese gemieden.

Unser Hab und Gut haben wir mit einem tragbaren Travelsafe vor schnellem, unbefugtem Zugriff geschützt. Auch eine speziell gesicherte Bauchtasche sorgte für ein sicheres Gefühl, wenn wir mit Dokumenten und Geld unterwegs waren.

Selbstverständlich sollte es sein, Wertgegenstände nicht mehr als nötig zur Schau zu stellen. Wir haben allen Schmuck einschließlich unserer Eheringe zu Hause gelassen. Die Kreditkarten hatten wir nur dabei, wenn wir am Geldautomaten Bares geholt haben. Bargeld führten wir nur in der für den Tag benötigten Menge mit, sodass ein Verlust durch Diebstahl verschmerzbar gewesen wäre.

Mit unseren Vorsichtsmaßnahmen sind wir unbeschadet und recht sorgenfrei durch Südamerika gereist.

Inka (alleine als Frau) über Chile und Argentinien

Mehr zu Inkas Reise über Chile gibt es auf ihrem Blog.

Als ich unbedingt eine größere Reise nach Südamerika machen wollte, habe ich mir tatsächlich einige Gedanken um meine Sicherheit gemacht und entsprechend die Länder ausgesucht. Ich stürze mich gerne ins Abenteuer und bin bereits häufig alleine unterwegs gewesen, habe aber mittlerweile Familie und daher auch eine Verantwortung. Auch deshalb habe ich mich letztendlich entschieden, nur durch Chile (wo ich unbedingt hinwollte) und Argentinien zu reisen und Peru auszulassen.
Ich habe zu viele Berichte gelesen, wie Backpacker in Peru ausgeraubt wurden, und wenn man alleine ist und viel im Bus reist, hat man niemanden, mit dem man abwechselnd auf das Gepäck aufpassen kann.

Der Lebensstandard in Chile ist ziemlich hoch, in Argentinien ist es teils ähnlich. Raubüberfälle sind besonders in Chile extrem selten und ich habe mich die ganze Zeit sehr sicher gefühlt. Die Chilenen sind zudem – im Gegensatz zu den Argentiniern – ein recht zurückhaltendes Volk, das hat mir total gefallen.
Übernachtet habe ich im Zelt und in Dorms, auch in gemischten. Ich habe damit noch nie Probleme gehabt. Im Gegenteil, alleine komme ich natürlich viel schneller mit Menschen ins Gespräch als zu zweit, was ein großer Vorteil ist, wenn man Geschichten aufschnappen und mehr ins Land eintauchen möchte.

Tanja über Brasilien

Noch mehr Infos zu Brasilien gibt es auf Tanjas Blog.

Vor meiner Reise nach Brasilien habe ich mir sehr viele Gedanken zum Thema Sicherheit in Brasilien gemacht.

Vor allem was die Sicherheit in Städten anging. Hinzu kam, dass eine Woche vor unserer Abreise eine brasilianische Bekannte vor ihrer Wohnung in Rio de Janeiro ausgeraubt wurde.

In Rio de Janeiro haben wir daher Orte wie den Tijuca Nationalpark leider nicht besuchen können, da es dort immer wieder zu Überfällen kommen würde. Ich bin mit einem Brasilianer gereist und selbst er wollte den Ort nicht besuchen.

An gut besuchten Orten fühlte ich mich in Rio de Janeiro allerdings relativ sicher. Wir sind in den Städten auch viel mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gefahren und hatten dabei keine Sicherheitsbedenken.

Sehr gut funktioniert in Brasilien auch meiner Meinung nach das Fernbussystem. Wir waren im Süden Brasiliens (Rio de Janeiro, Minas Gerais, Espírito Santo, Paraná, Sao Paulo und Campo Grande do Sul) unterwegs und sind ausschließlich mit dem Bus gefahren, um von einem Ort zum anderen zu gelangen. Ich fühlte mich sicher bei dieser Art zu reisen.

Auch hatte ich keine Bedenken, dass Gepäck gestohlen wird, weil die Busfahrer beim Einchecken Nummern vergeben. Einige Busse fuhren kurz vor Mitternacht ab, aber wir fühlten uns auf den Busbahnhöfen auch relativ sicher.

Uns ist nichts passiert. Wir wurden in den zwei Monaten weder ausgeraubt noch wurden wir sonst irgendwie bedroht, aber vorsichtig sollte man in Brasilien trotzdem vor allem in den Städten sein.

Trotz Sicherheitsbedenken war ich von dem Land und der Freundlichkeit der Menschen sehr begeistert.

Theresa und Manuel über Mexico, Guatemala, El Salvador, Nicaragua und Costa Rica

Weitere Abeneteuer findet man auf Theresas und Manuels Weltreiseblog.

Als wir unsere Reise im Januar gestartet haben, war der grobe Plan: Mexiko, evtl. Belize und dann einen Flug nach Costa Rica – die Länder dazwischen: viel zu gefährlich.

Google, die Hinweise auf der Webseite des Auswärtigen Amts und (meist unverifizierte) Warnungen aus dem Bekanntenkreis vermittelten uns das Gefühl, dass man auf einer Reise durch Zentral- oder Südamerika definitiv einmal eine Waffe am Kopf hat, ausgeraubt wird und man die Reise sowieso nur mit sehr geringer Wahrscheinlichkeit überlebt.

Die Warnungen sowie „hilfreiche“ Tipps kamen hauptsächlich von Leuten, die selbst noch nie hier waren. Das Feedback von Leuten, die schon in Zentralamerika unterwegs waren, fiel deutlich positiver aus und auch die Überlebenschancen standen wieder höher.

Vier Monate später sind wir tatsächlich in Costa Rica angekommen, der Unterschied zu unserem ursprünglichen Plan: wir sind momentan dabei, Zentralamerika auf dem Landweg von Nord nach Süd zu durchreisen. Wir wollen uns ein eigenes Bild machen – und das ist auch gut so! Wir waren bisher in Mexico, Guatemala, El Salvador, Nicaragua und Costa Rica und hatten an keinem einzigen Tag ein ungutes oder unsicheres Gefühl. Ganz im Gegenteil – wir durften wunderbare Länder mit ganz wunderbaren Menschen kennenlernen, die uns durchweg das Gefühl gaben, herzlich Willkommen zu sein.

Ja, man kann Pech haben und Zentral-/Südamerika ist sicherlich etwas rauer, besonders, was Kriminalität in jeglicher Form angeht. Und doch kommt man als Reisender mit Drogenkämpfen und Gewalt im Normalfall nicht in Berührung. Pech kann man auch in Europa haben, wo Spinner mit LKWs in Menschenmengen rasen. Leider.

Fazit: Wie sicher sind nun Zentralamerika und Südamerika?

Die Frage lässt sich nicht eindeutig beantworten. Dieser Beitrag soll zusammenfassen, wie die Menschen die bereisten Länder wahrgenommen haben und welche Sicherheitsvorkehrungen getroffen wurden.

Je unauffälliger man sich verhält und Orte meidet, die als gefährlich gelten, desto sicherer ist das Reisen durch das Land möglich. Wertsachen sollten an einem sicherern Ort verstaut werden. Wir verschließen unsere Laptops und Kredirkarten in unserem Pacsafe*.

*Disclaimer: Wir bekommen für euren Einkauf oder eure Registrierung über diesen Link eine kleine Provision. Für euch bleibt das Angebot aber selbstverständlich dasselbe.

Und du?

Warst du bereits auf dem südamerikanischen oder nordamerikanischen Kontinent unterhalb von USA unterwegs? Wie hast du die Sicherheitslage wahrgenommen? Oder steht in Kürze eine Reise in eines der Länder an und du informierst dich gerade?

Lass es uns über die Kommentarbox wissen und teile deine Gedanken!

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Kommentare

Gina | 2 on the go

Da ist ja ein breites Spektrum an Erfahrungen zusammen gekommen.
Vielen Dank, dass wir dazu beitragen durften!

Liebe Grüße
Gina und Marcus

    Janine

    Hallo Gina und Marcus,

    dann hoffen wir mal, dass wir einigen helfen können, die zukünftig nach Zentral- oder Südamerika reisen.

    Vielen Dank für eure Teilnahme. ;)

    LG, Janine

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