Wandern vs. Spazieren
Wo fängt denn eigentlich das Wandern an und das Spazieren auf?
Ist es die Dauer des Aktivseins? Ist es die Ausrüstung, die Kleidung und das Schuhwerk, was das Spazieren vom Wandern unterscheidet?
Oder ist es das Terrain, auf dem man sich bewegt? Stelle dir folgende Szenarien vor und entscheide, ob es sich um eine Wanderung handelt oder um einen Spaziergang:
- Einen Vulkan mit Sneakers besteigen
- Drei Stunden zu Fuß den See umrunden
- Eine Leiter neben einem Wasserfall hinauf in 20 Minuten
- Flaches Terrain, schmaler Weg und nebenan fällt der Blick steil hinab
Wandern vs. Klettern
So manche Wanderwege sind besonders herausfordernd. Es gibt Passagen, da muss man zum Weiterkommen sogar die Hände benutzen. Da könnte man
doch fast schon davon ausgehen, dass es sich bei solchen Aktivitäten ums Klettern handelt. Zu erwähnen ist, dass dazwischen noch das Bergsteigen
liegt. Eine Mischung aus Wandern und Klettern. Sogenannte Klettersteige sind solche, wo man auf jeden Fall die Hände benutzt, aber nicht permanent an der Wand klebt.
Schwierigkeitsgrade am Weg
Wenn man mehrere Menschen fragt, ob eine bestimmte Wanderung leicht, mittel oder schwer ist, dann bekommt man meist unterschiedliche Antworten.
Erfahrung, Risikowahrnehmung und Selbstgefälligkeit sind einige der Faktoren, die zu ganz unterschiedlichen Bewertungen führen und aussagen
ob eine Wanderung jetzt schwer war oder einfach.
Zum Glück gibt es Schwierigkeitsskalen, wie beispielsweise die standardisierte Wanderskala vom Schweizer Alpen-Club.
- T1 Wandern: Weg gut gebahnt. Falls vorhanden, sind exponierte Stellen sehr gut gesichert. Absturzgefahr kann bei normalen Verhalten weitgehend ausgeschlossen werden. Falls nach SWW-Normen markiert: gelb.
- T2 Bergwandern: Weg mitdurchgehendem Trassee. Gelände teilweise steil Absturzgefahr nicht ausgeschlossen. Falls nach SWW-Normen markiert: weiss-rot-weiss
- T3 anspruchsvolles Bergwandern: Weg am Boden nicht unbedingt durchgehend sichtbar. Ausgesetzte Stellen können mit Seilen oder Ketten gesichert sein. Eventuell braucht man die Hände fürs Gleich-gewicht Zum Teil exponierte Stellen mit Absturzgefahr, Geröllflächen, weglose Schrofen. Falls nach SWW-Normen markiert: weiss-rot-weiss.
- T4 Alpinwandern: Wegspur nicht zwingend vorhanden. An gewissen Stellen braucht es die Hände zum Vorwärtskommen. Gelände bereits recht exponiert, heikle Grashalden, Schrofen, ein-fache Firnfelder und apere Gletscherpassagen. Falls nach SWW-Normenmarkiert: weiss-blau-weiss.
- T5 anspruchsvolles Alpinwandern: Oft weglos. Einzelne einfache Kletterstellen. Exponiert, anspruchsvolles Gelände, steile Schrofen. Apere Gletscher und Firnfelder mit Ausrutschgefahr. Falls markiert: weiss-blau-weiss.
- T6 schwieriges Alpinwandern: Meist weglos. Kletterstellen bis II.. Häufig sehr exponiert. Heikles Schrofengelände.Apere Gletscher mit erhöhter Ausrutschgefahr. Meist nicht markiert.
Quelle: https://www.sac-cas.ch/de/ausbildung-und-sicherheit/tourenplanung/schwierigkeitsskalen/
Ein anderer anerkannter Ansatz ist der, der vom Alpenverein verwendet wird. Wege werden als blau, rot oder schwarz markiert angezeigt.
- BLAU einfachere Wege, die schmal und steil sein können
- ROT überwiegend schmal, oft steil angelegt, können absturzgefährdete Passagen aufweisen – kurze versicherte Gehpassagen können vorkommen
- SCHWARZ schmal, oft steil angelegt und absturzgefährlich – gehäuft versicherte Gehpassagen und/oder einfache Kletterstellen, die den Gebrauch der Hände erfordern Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind unbedingt erforderlich
Quelle: Alpenverein Österreich: https://www.alpenverein.at/portal/huetten-wege/wegenetz/wegekategorien/index.php
Besondere Wanderungen
Es muss nicht immer die klassische Wanderung bei gutem Wetter, am helllichten Tag und der Natur sein. Hier gibt es eine Auswahl außergewöhnlicher Wanderungen:
- Vollmondwanderungen
- Fackelwanderungen
- Wanderungen mit Alpakas
- Wanderungen mit Eseln
- Flusswanderungen
- Schneeschuhwanderungen und Winterwanderungen
Wanderführer
Eine gute Auswahl an Wanderwegen in der nahen Umgebung bieten so einige Wanderführer, wie z. B. der Rother Verlag. Für etwas weitere Reiseziele gibt es zudem den Conrad Stein Verlag Outdoor.